Evolution oder Schöpfung? (c) Justin Fitzwater, geekblz.deviantart.com

Evolution und Schöpfung

Dass die Welt von Gott erschaffen wurde, stand in 5000 Jahren menschlicher Zivilisation außer Frage. Doch innerhalb der letzten 200 Jahre änderte sich alles. Die zerstörerische Industrialisierung setzte mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit ein, während wir von dem seltsamen Gedanken bestimmt wurden, unsere Existenz rational erklären zu wollen. Dazu gehört natürlich auch die Entstehung des Universums.

Damit Leben in uns bekannter Form überhaupt entstehen kann, bedarf es gewisser Grundvoraussetzungen. Ein Blick ins Weltall zeigt sehr deutlich, wie viele Planeten eben diese Voraussetzungen nicht erfüllen: Alle außer der Erde. Lassen wir eine zielgerichtete Planung außer acht, verbleibt somit nur eine Möglichkeit: Wir sind das Ergebnis einer unermesslich langen Verkettung unwahrscheinlicher Zufälle. Aus dem Chaos des Urknalls am Anfang des Universums sei in einem mehr als 13 Milliarden Jahre währenden Prozess die Erde entstanden, inklusive allen Lebens darauf. Und inklusive dieser kognitiven Intelligenz, die uns in die Lage versetzt, über all das nachzudenken.

Der Naturforscher Charles Darwin formulierte im Jahr 1859 in seinem Werk "Die Entstehung der Arten", wie sich der Mensch mittels Selektion und Mutation entwickelt haben könnte: Aus Aminosäuren wurden Proteine, Proteine bildeten Zellen, Zellen wiederum Bakterien, und so weiter – bis "die Evolution" aus affenähnlichen Primaten den Menschen hervorbrachte. Vielleicht verlief es aber auch ganz anders. Dieser Artikel soll keinen Versuch darstellen, die darwinsche Evolutions-Theorie zu widerlegen. Ich möchte aber aufzeigen, dass durchaus schwerwiegende Probleme in diesem Weltbild existieren, die eine teleologische (zielgerichtete) Entstehung des Lebens mindestens ebenso wahrscheinlich machen.

Evolutions-Mechanismen

Darwins Theorie beruht auf der natürlichen Auslese. Das bedeutet, dass immer die Lebewesen mit den besseren Eigenschaften überleben würden. Die Giraffe mit dem längeren Hals wird überleben und ihre Gene weitergeben, weil Giraffen mit kürzerem Hals schlicht und ergreifend nicht an die frischen Blätter hoher Bäume gelangen können und deshalb tendenziell früher verhungern. Diese Mutation innerhalb einer Art ist beispielsweise an den verschiedenen Schnabelformen der Finken auf den Galapagos-Inseln nachgewiesen und sollte als Mikro-Evolution bezeichnet werden.

Nach dieser Erkenntnis schloss Darwin, dass die Mutation innerhalb gigantischer Zeiträume auch über die Arten hinweg gelten müsse: Dass sich also auch ein Lurch zu einem Hund entwickeln kann, und nicht zuletzt der Affe zum Mensch. Diese Makro-Evolution ist aber Theorie ohne empirischen Beweis – und eine wahrscheinlich viel zu schnelle Schlussfolgerung. Es ist noch niemals festgestellt worden, dass Evolution eine Spezies mit signifikant veränderter Desoxyribonukleinsäure und neuer Information hervorgebracht hat.[1][2] Wir sollten die Evolutions-Theorie also mit Vorsicht genießen und die Möglichkeit einer von Gott gelenkten Schöpfung gleichermaßen in Betracht ziehen.

Am Anfang war die Information

Heute wissen wir, was Darwin nicht wissen konnte: In den Zellen aller Lebewesen herrscht eine geradezu unvorstellbare Menge an Information. Die Bildung aller Organe, die Herstellung aller körpereigenen Substanzen und alle Abläufe in den Lebewesen geschehen informationsgesteuert. Evolution kann nur dann funktionieren, wenn es in der Materie eine Möglichkeit gäbe, wie durch Zufallsprozesse Information entsteht. Information ist aber eine nicht-materielle Größe und kann aufgrund dessen nicht aus Materie erzeugt werden. Sie kann nur aus bereits vorhandener Information hervorgehen.[3]

Eine Frage der Wahrscheinlichkeit

Gehen wir davon aus, dass aus dem Urknall tatsächlich die Erde mitsamt des Ur-Ozeans und darin wabernden Aminosäuren entstanden ist. Das wäre theoretisch denkbar, wenn sich überall im Universum umherfliegende Materie-Teilchen aufgrund der Gravitation zu immer größeren Klumpen zusammenfinden. Irgendwo und irgendwann würde vielleicht auch ein erd-ähnlicher Himmelskörper entstehen. Das Universum müsste nur groß und alt genug sein.

Die Entstehung des Lebens auf der Erde ist dagegen wesentlich unwahrscheinlicher. Um ein sehr einfaches Protein zu erzeugen, den "Grundbaustein des Lebens", müssen etwa 100 Aminosäuren des richtigen Typs genau in der richtigen Sequenz angeordnet werden, und es gibt 20 verschiedene in Frage kommende Aminosäure-Typen. Die Wahrscheinlichkeit, dass alle 100 Aminosäuren eine vorher festgelegte Reihenfolge einnehmen, liegt bei ungefähr 1:10130. Schon diese Zahl ist größer als die aller Atome im Universum.[4] In Wirklichkeit reden wir aber über mehrere 100.000 verschiedener Proteine, von denen jedes einzigartig ist und aus weit mehr als 100 Aminosäuren besteht. Die Chance, dass solche Moleküle von selbst entstehen, ist verschwindend gering. Es geschieht nicht.[5] Das ist aber noch nicht alles.

Frag` ein Protein!

Modell des sauerstoff-transportierenden Proteins Hämoglobin (c) Richard Wheeler, Wikipedia.de
Modell des sauerstoff-transportierenden Proteins Hämoglobin (c) Richard Wheeler, Wikipedia.de
Damit ein Protein einen Nutzen bringt, müssen die Aminosäuren nicht nur in der richtigen Reihenfolge zusammengefügt werden, sondern das Molekül muss sich dann auch noch zu einer ganz bestimmten Form zusammenfalten. Und selbst nachdem es diese komplizierte Struktur angenommen hat, hat es nur dann einen Sinn, wenn es sich auch fortpflanzen kann – und dazu sind Proteine nicht in der Lage. Diese Aufgabe übernimmt die DNA (Erbsubstanz). Die DNA ist ein Meister der Verdopplung, ansonsten hat sie aber kaum Fähigkeiten.[6] Wir stehen also vor einer paradoxen Situation: Ohne DNA kann es keine Proteine geben, und DNA kann ohne Proteine nichts bewirken.

Nicht reduzierbare Komplexität

Es geht aber immer noch weiter. DNA, Proteine und die anderen Bestandteile des Lebendigen können nichts ausrichten, wenn sie nicht durch eine Art Hülle zusammengehalten würden. Kein Atom oder Molekül hat jemals allein etwas Lebendiges hervorgebracht. Ein beliebiges Atom, das wir aus unserem Körper entnehmen, ist nicht lebendiger als ein Sandkorn. Ohne die Zelle sind sie nur interessante chemische Verbindungen, aber ohne solche Verbindungen hätte auch die Zelle keinen Sinn. Oder, wie der Physiker Paul Davies es formulierte: "Wenn kein Molekül ohne die anderen funktionsfähig ist, wie konnte dann jedes einzelne Mitglied dieser Molekülgesellschaft je zustande kommen?"[7]

Die Entstehung der ersten Zelle ist mit Selektion durch natürliche Auslese nicht zu erklären, denn die kann nur auf Organismen wirken, die bereits in der Lage sind, sich fortzupflanzen. Man spricht beim Aufbau von Zellen deshalb auch von "nicht reduzierbarer Komplexität": Wenn auch nur eines der komplizierten Bestandteile einer Zelle fehlen würde, wäre sie nicht in der Lage, sich fortzupflanzen. Die erste Zelle muss also irgendwie plötzlich voll funktionsfähig aufgetaucht sein.[8][9]

Konzentration von Aminosäuren

Nun kann man vielleicht erwidern, dass sich Aminosäuren im Ozean zu einer Brühe konzentriert und in zufälliger Reihenfolge in allen erdenklichen Kombinationen zu Proteinen zusammengeschlossen hätten, wobei nur die "nützlichen" Proteine die Zeit überdauerten und sich nach und nach zu den Molekülen formten, die für das Leben notwendig sind. Diese wiederum hätten zusammen mit der DNA (die ebenfalls zufällig zeitgleich entstanden sein müsste!) die erste einfache Zelle gebildet. Doch selbst dann gäbe es in der Praxis noch ein paar grundlegende Probleme: Aminosäuren konzentrieren sich im Ozean nicht, sondern verdünnen sich. Zudem würden die brauchbaren Aminosäuren stark durch andere Chemikalien verunreinigt, was die Proteinbildung verhindert. Und selbst gereinigte Aminosäuren (welche von intelligenten Chemikern gemacht wurden) bilden unter natürlichen Bedingungen keine Proteine. Es geschieht eher das Gegenteil – die Proteine zerfallen zu Aminosäuren.[10]

Zuletzt müssten Aminosäuren noch eine sinnvolle "Schrift" bilden, welche von einer komplizierten Maschine, die aus Proteinen besteht, gelesen wird. Für das Lesen müssen also schon ganz bestimmte Proteine vorhanden sein![11] In Anbetracht dieser Tatsachen kommen auch atheistische Biologen und Naturforscher zu dem Schluss:

"... Monomere werden nicht zu Polymeren, wenn man sie nass macht – außer bei der Entstehung des Lebens auf der Erde. Wie das damals geschah und warum es ansonsten nicht geschieht, ist eine der großen unbeantworteten Fragen der Biologie."
– Bill Bryson, Naturwissenschaftler, "Eine kurze Geschichte von fast allem", Taschenbuch 2005, S. 368

Die kambrische Explosion

Ein weiteres Problem der Evolutions-Theorie besteht in einer großen Lücke im Fossilbericht, die es eigentlich nicht geben dürfte. In den Erdschichten eines (geologisch betrachtet) sehr kurzen Zeitraums, dem so genannten Kambrium, tauchen schlagartig Fossilien fast aller heutiger Tierstämme mit voll ausgereiften Körperbauplänen auf.[12] Darwin wusste: Wenn seine Theorie zutraf, sollten die älteren Gesteinsschichten direkt unter der kambrischen Schicht eine Reihe von Übergangs-Fossilien zum Vorschein bringen; von einfachen zu komplexen Formen, die durch eine Kette vieler gescheiterter, aber auch gelungener, sich steigernder Schritte miteinander verbunden sind. Doch wo sind all diese Übergangsformen? Es gibt sie nicht im Fossilbericht. Wir finden stattdessen voll ausgeformte, voneinander getrennte Gruppen.[13]

"Auf die Frage, warum wir in der vorkambrischen Zeit keine reichen, fossilführenden Ablagerungen finden, vermag ich keine befriedigende Antwort zu geben."
– Charles Darwin, "Die Entstehung der Arten", Reclam-Verlag, S. 463

"... Wir finden viele von ihnen [den Fossilien] bereits in einem fortgeschrittenen Zustand der Evolution, wenn sie das erste Mal auftreten. Es ist so, als wären sie einfach ohne jegliche Evolutionsgeschichte dort hingepflanzt worden."
– Richard Dawkins, Evolutionsbiologe, "Der blinde Uhrmacher", S. 266

Zu Lebzeiten ging Darwin deshalb davon aus, dass der Fossilbericht unvollständig sein müsste. Doch nach über einem Jahrhundert eifriger Ausgrabungen sind die fehlenden Bindeglieder immer noch nicht gefunden. Stattdessen stellte man die Theorie auf, dass die vorkambrischen Lebewesen möglicherweise zu klein oder zu weich gewesen sind, um konserviert werden zu können. Jedoch wurden in verschiedenen Gesteinsformationen aus vorkambrischer Zeit (z.B. der Chengjiang-Faunengemeinschaft) auch zahllose Tiere ohne harte Schalen konserviert, darunter Embryos und Eier.[14] Warum sollten diese winzigen Weichteile fossilisiert worden sein, während die viel größeren Vorläufer von den Tieren der kambrischen Explosion verwesten?

Urmensch-Rekonstruktionen

Wie im Vor-Kambrium die Bindeglieder zwischen den Fossilien fehlen, so fehlen auch die Bindeglieder zwischen den affenähnlichen Primaten und dem modernen Menschen. Zwar werden häufig Skelette als "missing link" präsentiert, bleiben aber letztlich nur spekulative Rekonstruktionen spärlicher Funde. Das tatsächliche Skelett könnte ganz anders ausgesehen haben. Erschwerend kommt hinzu, dass Fossilien nur ein selektives Bild der prähistorischen Bevölkerung liefern: Damit ein Skelett überhaupt erhalten bleibt, muss es sehr schnell luftdicht eingeschlossen werden, zum Beispiel durch Schlamm, Sand oder Eis. Solche Umstände sind meist die Ursache eines unnatürlichen Todes, und deshalb lässt sich kaum abschätzen, inwiefern fossile Gebeine überhaupt als Repräsentanten einer Bevölkerungsgruppe dienen können. Wenn die Kreatur bereits beim Eintritt des Todes verletzt oder deformiert war, kann sie nicht als Ideal ihrer Art gelten.

Ein grundsätzliches Problem der Paläoanthropologie ist in meinen Augen folgendes: Sobald man irgendwo ein ungewöhnliches Skelett-Teil entdeckt, das ein Menschenaffe sein könnte, wird es einer bestimmten Epoche und einer hypothetischen Urmensch-Art zugeordnet. Aber durch die gezielte Suche nach abnormen Skeletten wird irgendwann für jede Art eine hinreichend große Anzahl Fragmente vorhanden sein, womit die Beweisgrundlage für die Existenz dieser Art quasi künstlich erschaffen wird. Wenn beispielsweise ein Bruchteil einer Bevölkerungsgruppe überdurchschnittlich große Schädel besaß, könnte die gezielte Suche nach Großschädeln zu der falschen Annahme verleiten, dass früher alle Individuen dieser Population einen so großen Schädel besaßen.

Hinzu kommt, dass jede Art verschieden große und unterschiedlich schwere Exemplare beinhaltet, wobei die Variationsspanne riesig ist. Das und die bereits genannte Möglichkeit von Skelett-Deformationen machen die Abgrenzung in unterschiedliche Arten (Homo ergaster, Homo erectus, Homo habilis, Homo heidelbergensis, etc.) sehr kompliziert. Es hat zur Folge, dass für viele hypothetische Bindeglied-Arten nur sehr, sehr wenige Knochen als Beweisgrundlage existieren. Bisher konnte keine davon endgültig als Bindeglied zwischen Affe und Mensch validiert werden. Stattdessen werden die Funde sehr kontrovers diskutiert, revidiert und gelegentlich auch wieder verworfen.

Der Nebraska-Irrtum

Der Nebraska-Mensch, wie er in der "Illustrated London News" vom 24. Juni 1922 abgebildet war.
Der Nebraska-Mensch, wie er in der "Illustrated London News" vom 24. Juni 1922 abgebildet war.
Wie weit wissenschaftliche Interpretationen daneben liegen können, zeigt der fast in Vergessenheit geratene Nebraska-Mensch. Im Jahre 1922 fand man in Nebraska einen einzigen Zahn, der von Professor Henry Fairfield Osborn vom American Museum of Natural History als Affen-Mensch identifiziert und "Hesperopithecus harold cooki" getauft wurde. Kurz darauf veröffentlichte die Illustrated London News eine Konzeptzeichnung des Nebraska-Menschen. Mit dem Zahn als einziger Grundlage war der Künstler jedoch gezwungen, irgendetwas zu zeichnen, das wie eine Kreuzung aus Affe und Mensch aussah. Das Bild dieses angeblichen "missing link" wurde auf einer Doppelseite präsentiert und durch den weltweiten Einfluss der Zeitschrift ins Bewusstsein der Bevölkerung eingebrannt.

Erst sechs Jahre später stellte sich heraus: Der Zahn gehörte zu keinem Urmenschen, nicht einmal zu einem Affen, sondern zu einer ausgestorben geglaubten Schweine-Art.[15] In jüngerer Vergangenheit wurden sogar lebende Exemplare dieser Art entdeckt.[16] Ein Nebraska-Mensch hat nie existiert.

Natürlich können in der wissenschaftlichen Forschung Fehler nicht vermieden werden. Derart grobe Fehleinschätzungen wie beim Nebraska-Menschen werfen dennoch beunruhigende Fragen auf: Wie ist es möglich, dass intelligente Menschen so in die Irre geführt werden konnten? Könnte es noch zahlreiche andere Funde geben, die ebenfalls völlig falsch interpretiert worden sind? Natürlich gibt es mittlerweile bessere Untersuchungsmethoden und die Forscher sind mit ihren Einschätzungen hoffentlich vorsichtiger geworden. Eine bewusste Fossil-Fälschung wie der Piltdown-Mensch von 1912 dürfte mittlerweile schnell entlarvt werden. Trotzdem sind Fehlinterpretationen nach wie vor möglich, insbesondere weil viele Wissenschaftler vom Weltbild der Evolutions-Theorie befangen sind.

Aufrecht gehende Schimpansen?

In Äthiopien wurde 1974 eine verhältnismäßig große Ansammlung von Knochen-Fragmenten des selben Individuums gefunden. Man nannte die 47 Knochen Lucy und ordnete sie der Art Australopithecus afarensis zu, was "südlicher Affe aus Afar" bedeutet. Diese schlichte Bezeichnung trifft es ziemlich gut, denn wäre ihnen nicht der aufrechte Gang zugeschrieben worden, so wären die Australopithecus-Arten nur eine unspektakuläre, ausgestorbene Affen-Gattung. Die Fortbewegung auf zwei Beinen wurde ihnen aufgrund einiger fossiler Fußspuren in versteinerter Vulkan-Asche und eines einzelnen, fossilen Kniegelenkes zugewiesen. Letzteres lag etwa 1,5 Kilometer entfernt von Lucys Fundstelle.[17] Beide Indizien deuten auf einen sehr weit entwickelten, aufrechten Gang hin, während sich alles andere kaum vom heutigen Schimpansen unterscheidet: Ihr Schädelvolumen ist das selbe (oder kleiner); ihre Hände und Füße sind dafür ausgelegt, in Bäumen zu klettern. Die fehlende Stirn, der geringe Augenabstand, die scharfen Backenzähne sowie die langen Arme und kurzen Beine sind Merkmale eines heutigen Schimpansen.[18] Das bedeutet, dass die Fußabdrücke und das Kniegelenk durchaus von einem anderen Individuum stammen können (z.B. von einem kleinen Homo sapiens[19]), womit die Australopithecinen kein Bindeglied, sondern lupenreine Affen wären.

Im Jahre 1891 fand der niederländische Anthropologe Eugène Dubois auf der indonesischen Insel Java das Fragment eines Schädeldaches mit mächtigem Überaugenwulst und einen Backenzahn. Beides ordnete er zunächst einer ausgestorbenen Schimpansen-Art zu. Doch im darauf folgenden Jahr fand er etwa 15 Meter davon entfernt einen menschlichen Oberschenkelknochen. Besessen von dem Wunsch, das fehlende Bindeglied zu finden, nahm er an, beide Funde gehörten zum selben Lebewesen, nämlich zu einem aufrecht gehenden Affenmenschen, den er entsprechend Pithecanthropus erectus taufte. Dabei ist es ebenso möglich, dass der Knochen zu einem Menschen gehört und das Schädel-Fragment zu einem Affen.[20] Trotzdem wurde der "Java-Mensch" mit prächtiger Behaarung fantasievoll in Szene gesetzt und seine Entdeckung weltweit proklamiert.

Zivilisation der Neandertaler

Die durch Funde am besten gesicherte Art der Gattung Homo ist der Neandertaler (Homo neanderthalensis). Er unterscheidet sich vom modernen Menschen nur durch ein kräftiger gebautes Skelett und ein etwas größeres Schädelvolumen. Fossil-Funde zeigen, dass Neandertaler ihre Toten begruben, ihre Kranken versorgten und Halsbänder, Ketten und ähnlichen Schmuck benutzten.[21] Sie kontrollierten Feuer und benutzten Werkzeuge wie z.B. eine Nähnadel mit Öse für den Faden,[22] und es besteht kein Grund zu der Annahme, dass sie nicht auch sprechen konnten.[23] Nun stellt sich die Frage, inwiefern eine sprechende, fingerfertige und sich kleidende Kreatur als "primitives Bindeglied" angesehen werden kann. Im Licht der biblischen Kosmologie sind die Neandertaler womöglich robuste Homo sapiens aus vorsintflutlicher Zeit.

In der darwinschen Evolutions-Theorie klafft eine Lücke. (c) Zeichner: Unbekannt, Illustration: Lightwish.de
In der darwinschen Evolutions-Theorie klafft eine Lücke. (c) Zeichner: Unbekannt, Illustration: Lightwish.de
Schon immer gab es unterschiedlich gebaute Menschen-Rassen, aber deren körperliche Statur ist kein Maßstab für das geistige Niveau. Beispielsweise offenbaren die Knochen der noch heute lebenden, australischen Aborigines große Unterschiede zum "modernen Menschen". Und wer würde die Aborigines als "primitiv" bezeichnen? Man könnte sogar argumentieren, dass die Aborigines höher entwickelt sind als der moderne Europäer, denn schließlich sind es nicht die Aborigines, die aufgrund ihrer so genannten "technischen Überlegenheit" den Planeten zu Grunde richten. Gerne sehen wir unsere moderne Gesellschaft an der Spitze der Evolution, aber derartige Anmaßungen stehen uns nicht zu.

Der Anfang der Raumzeit

Wenn wir in der Zeit bis zum Urknall zurückreisen könnten, kämen wir zu einem Zustand, an dem Raum und Zeit auf einen unendlich kleinen Punkt konzentriert waren und an dem die Krümmung der Raumzeit, die Dichte der Materie und die Energie unendlich war. Außerhalb (oder vor) dieser Singularität gab es weder Raum noch Zeit, was tragischerweise unsere Vorstellungskraft übersteigt. Wir sollten aber davon ausgehen, dass auch der Urknall eine Ursache hatte. Irgendetwas muss den Anstoß gegeben haben; jemand muss die Naturkonstanten definiert haben, und zwar außerordentlich präzise. Da diese Ursache zwangsläufig außerhalb der Raumzeit liegt, entzieht sie sich jeglicher physikalischer Beschreibung und lässt sich mit Albert Einsteins Relativitätstheorie nicht erklären. Selbst wenn eine Evolution in allen Details erklärt und bewiesen werden könnte, würden wir an der ersten Ursache des Universums scheitern.

"Beim Urknall und in anderen Singularitäten – so die Theorie – büßen alle Gesetze ihre Geltung ein, sodass es noch immer in Gottes Belieben stünde zu wählen, was geschehen ist und wie alles begonnen hat."
– Stephen Hawking, "Die kürzeste Geschichte der Zeit", S. 165

Es gibt verschiedene Theorien, die versuchen, die Welt im atomaren Bereich zu beschreiben und das Problem der auftretenden Singularitäten zu umgehen. Mittels Quantenmechanik und String-Theorie lassen sich die Zustände während des Urknalls zwar ansatzweise erklären, jedoch lässt sich die Quantentheorie mit der Relativitätstheorie nicht vereinbaren. Eine große, vereinheitlichte Theorie zu finden, ist schon seit Langem das Ziel der Physik, da damit die Welt in all ihren Facetten beschrieben werden könnte. Ob es eine solche Theorie gibt und ob wir sie jemals finden können, ist aber sehr fraglich.[24] Um das Universum ausreichend erklären zu können, haben wir also nach wie vor nur die Möglichkeit eines Schöpfers. Selbst wenn wir davon ausgehen, dass wir nur Teil eines Multiversums sind oder dass unser Universum aus einem zuvor existierenden Universum hervorgegangen ist, wird damit das Problem der ersten Ursache nur verlagert. Um dieser "Problematik" zu begegnen (und vielleicht, um das Wort "Gott" trotzdem nicht erwähnen zu müssen) sprechen immer mehr Wissenschaftler von "Intelligent Design".

Wer ist Gottes Schöpfer?

Wenn es einen Schöpfer gibt, ist die Frage nach dessen Herkunft absolut berechtigt. Wie bereits angedeutet, können wir nur vier Dimensionen wahrnehmen: Drei Raumdimensionen, also Ausdehnung der Materie, und eine Zeitdimension. Wenn wir annehmen, dass Gott das Universum erschaffen hat, muss er selbst zwangsläufig außerhalb der erschaffenen Dimensionen, also außerhalb unserer Raumzeit existieren und schon immer existiert haben. Außerhalb der Zeit zu sein bedeutet, ewig zu sein. Und was ewig ist, kann nicht erschaffen worden sein – es ist einfach. Es hat weder Anfang noch Ende. Vielleicht müssen wir uns irgendwann eingestehen, dass wir nicht alles wissen können, und dafür das einsehen, was wir schon längst hätten wissen können:

"Er [Gott] hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr [der Menschen] Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende."
– Die Bibel, Prediger 3,11

Schon bei Themen, die messbar und zu beobachten sind, versagt die Wissenschaft und verliert sich in endlosen Debatten und Erklärungsversuchen. Die Hilflosigkeit des Naturalismus gegenüber nicht greifbaren Dingen wie Information, Liebe, dem Gewissen oder Gefühlen sei an dieser Stelle nur nebenbei erwähnt.

Evolution als Ideologie

Obwohl der Ursprung, der Aufbau und das Leben auf der Erde so sehr auf einen Schöpfer hinweisen, fällt es vielen Menschen schwer, das zu akzeptieren. Vielleicht steht hinter dem Gebilde der Evolution viel mehr als nur der Versuch, die Entstehung des Lebens zu erklären. Könnte es – ganz unbewusst – nicht auch eine willkommene Legitimation für den Atheismus sein? Denn so würde jeder das tun können, was er für richtig hält, ohne sich irgendwann vor dem Schöpfer rechtfertigen zu müssen. Schließlich bestünde ja die theoretische Wahrscheinlichkeit, dass er nicht existiert – und wenn sie noch so gering ist. So gesehen ist die evolutionsbiologische Wissenschaft subjektiv geprägt, denn sie will nicht die Wahrheit über die Entstehung des Lebens herausfinden, sondern sie will beweisen, dass es keinen Schöpfer gibt:

"Die Evolutions-Theorie ist eine weltweit anerkannte Theorie; nicht, weil sie bewiesen werden könnte, sondern weil sie die einzige Alternative zur Schöpfung ist, an welche wir nicht glauben wollen."
– David Meredith Seares Watson, "Adaptation" (Nature 124:233), 10.08.1929

"Wir schlagen uns auf die Seite der Wissenschaft, trotz der offensichtlichen Absurdität mancher ihrer Konstrukte, [...] denn wir haben uns bereits festgelegt, und zwar auf Materialismus. [...] Wir können einen göttlichen Fuß in der Tür nicht zulassen."
– Prof. Richard Lewontin, "Billions of Billions of Demons", New York Review of Books, 09.01.1997

Ich bin davon überzeugt, dass der Glaube an Gott in erster Linie keine Frage der Überzeugung ist, sondern eine Frage der Moral. Irgendetwas in uns entscheidet von vorn herein, ob wir bereit sind, an einen Gott zu glauben und die Konsequenzen zu akzeptieren, oder ob wir unser eigenes Ding drehen wollen. Dann bauen wir unser Weltbild auf diese Überzeugung auf, und glauben, was wir glauben wollen.

Wenn man das übernatürliche Eingreifen eines intelligenten Urhebers von Anfang an ausklammert und das Modell von Evolutions- und Urknall-Theorie zum Paradigma macht, dann darf man im Nachhinein nicht folgern, dass es keinen Urheber gibt, weil in den verschiedenen Abhandlungen kein Urheber vorkommt. Gewissermaßen ist die Evolution damit nichts Anderes als eine Ideologie, die man glauben kann oder auch nicht. Wer sein Leben auf diese Ideologie baut, wird sie erbittert verteidigen; wird immer wieder neue Theorien aufstellen und unermüdlich nach den fehlenden Bindegliedern graben, während die grundlegende Idee immer holpriger, unvollständiger und unwahrscheinlicher wird. Doch sie aufzugeben würde bedeuten, einen Schöpfer anzuerkennen, was wiederum schwerwiegende Folgen für das eigene Leben hat. Denn dann müssten wir unsere Taten vor einem allmächtigen Schöpfer verantworten und würden unser Handeln besser überdenken. Es würde die Welt wahrscheinlich zu einem besseren, friedlicheren Ort machen. Doch der Allmächtige Gott kennt unsere Herzen und hat ihr Innerstes schon vor Jahrtausenden offenbart:

"... Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken, wenn man sie wahrnimmt, sodass sie [die Menschen] keine Entschuldigung haben. Denn obwohl sie von Gott wussten, haben sie ihn nicht als Gott gepriesen noch ihm gedankt, sondern sind dem Nichtigen verfallen in ihren Gedanken, und ihr unverständiges Herz ist verfinstert. Da sie sich für Weise hielten, sind sie zu Narren geworden ..."
– Die Bibel, Brief des Paulus an die Römer, Kapitel 1,20-22 (Luther-Übersetzung)


Verwendete Literatur

[1] Ph.D. Jerry Bergman, "Darwinist and the Deterioration of the Genome", CRSQ 42/2, September 2005, S. 110ff
[2] Barney Maddox, "Mutation: Raw Material for Evolution?", Acts and Facts 36/9, September 2007, S. 10-13
[3] Dr. Prof. Werner Gitt, "Am Anfang war die Information", Hänssler-Verlag, 2002
[4] Reinhard Junker & Siegfried Scherer, "Evolution - Ein kritisches Lehrbuch", Weyel-Verlag, 2006, S. 126
[5] Bill Bryson, "Eine kurze Geschichte von fast allem", München, 2004, S. 363ff
[6] Lynn Margulis & Dorion Sagan, "Microcosmos", New York, 1986, S. 63
[7] Paul Davies, "Das fünfte Wunder. Die Suche nach dem Ursprung des Lebens", Scherz-Verlag, 2000, S. 98
[8] Michael J. Behe, "Darwin`s Black Box", Resch-Verlag, 2007
[9] Reinhard Junker & Siegfried Scherer, "Evolution - Ein kritisches Lehrbuch", Weyel-Verlag, 2006, S. 113
[10] Jonathan Sarfati, "Origin of life: the polymerization problem", Journal of Creation 12(3):281-284, 1998
[11] "Self-replicating Enzymes?", Journal of Creation 11(1):4-6, 1997
[12] Wikipedia.de, Eintrag "Kambrische Explosion"
[13] "Darwins Dilemma. Das Geheimnis des kambrischen Fossilberichts", Illustra Media, 2010
[14] Wikipedia.de, Eintrag "Chengjiang-Faunengemeinschaft"
[15] William K. Gregory, "Hesperopithecus Apparently Not An Ape Nor A Man," Science 66, 16. Dezember 1927, S. 579ff
[16] Ralph M. Wetzel, "Catagonus, an "Extinct" Peccary, Alive in Paraguay", Science 189, 1. August 1975, S. 379ff
[17] Englischsprachige Wikipedia, Eintrag "AL 129-1"
[18] Reinhard Junker & Siegfried Scherer, "Evolution – Ein kritisches Lehrbuch", Weyel-Verlag, 2006, S. 270
[19] R. H. Tuttle, "Kinesiological inferences and evolutionary implications from Laetoli bipedal trails", in "Laetoli, a Pliocene site in Northern Tanzania" von Mary D. Leakey und John Michael Harris, London 1987, S. 503-523
[20] Creation.com, "Who was Java Man?"
[21] Reinhard Junker & Siegfried Scherer, "Evolution – Ein kritisches Lehrbuch", Weyel-Verlag, 2006, S. 279
[22] Donald Johanson & Blake Edgar, "From Lucy to Language", S. 99
[23] Svante Pääbo, Co-Autor der Studie zum FOXP2-Gen, zitiert in: "New Scientist" vom 16. August 2008, S. 40
[24] Stephen Hawking & Leonard Mlodinow, "Die kürzeste Geschichte der Zeit", Rowohlt-Verlag, 2010

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Kommentare

Deleadon
Sieht echt so aus, als ob wir das ewig weiterführen könnten. Solange nicht eine mögliche Theorie bewiesen werden kann wird das wohl immer so weiter gehen^^.

Also ich hege eigentlich keine Vorurteile gegen Gott. Die Frage warum er solche Dinge zugelassen hat, war auch nicht wirklich ernst gemeint. Denn ein übernatürliches Wesen außerhalb von Raum und Zeit würde selbstverständlich das Große Ganze sehen und wie es auch so schön heißt: Aus Fehlern lernt man. Ich mach Gott wirklich keine Vorwürfe, dass er diese Dinge hat geschehen lassen, denn vielleicht hat er damit ja Etwas viel schlimmeres vermeiden können. Wenn du jetzt mal davon absiehst dass ich für gewöhnlich überhaupt keine Gefühle für etwas empfinde, von dem ich der Meinung bin dass es gar nicht existiert.

Ich wollte nicht behaupten dass Christen dümmer sind als Atheisten. Tut mir leid wenn das so rübergekommen ist. ;) Ich wollte vielmehr klarmachen, dass sie vielleicht verblendet oder überzeugt sind. Ich bin mir sicher Adolf Hitler war kein dummer Mensch, er war, wenn man seine Politik betrachtet sogar ziemlich gerissen. Aber auch er war ein verblendeter überzeugter Mensch.

Mit dem "modernen aufgeklärtem Menschen" wollte ich behaupten, dass wir verglichen mit den Menschen von vor 100Jahren deutlich aufgeklärter und offener gegenüber Neuem.

Ich möchte das unbedingt herausfinden, damit ich mir selbst ein klareres Bild schaffen kann. Selbst wenn es einen Gott gibt, müsste der Glaube ja irgendwie in die Köpfe der Menschen gelangt sein.

Danke für deine schnelle und interessante Rück-Rückmeldung :D
lg Deleadon
Geschrieben am 25. Juni 2013 um 21:05 Uhr
Xan (www.lightwish.de)
Hey, danke für dein ausführliches Feedback.

Ich kann deine Sichtweise sehr gut verstehen, und möchte deshalb gar nicht erst anfangen, irgendwelche Gegenargumente ins Feld zu führen. Wie schon erwähnt, denke ich, dass das ganze Thema eine Frage unseres Weltbildes ist. Offensichtlich kann man sich sowohl im Weltbild der Evolution als auch im Weltbild der Schöpfung alle wissenschaftlichen Erkenntnisse so "zurechtlegen", dass sie ins Bild passen. Nichts davon ist ein wirklicher Beweis, der Gottes Existenz be- oder widerlegen könnte.

Du hattest gefragt, was mich zu der Überzeugung bringt, Menschen seien mit der Tendenz geboren, an einen Gott zu glauben oder eben nicht. Also, ich sage nicht, dass Menschen mit dieser Überzeugung geboren werden. Aber unsere Prägungen und Einflüsse bringen uns sehr früh dazu, an der einen oder anderen Sache erbittert festzuhalten, sodass wir die Fakten nicht mehr objektiv genug beurteilen können. (Was unsere Unterhaltung schon zu genüge beweist ;-))

Wenn ich das richtig herauslese, versuchst du hauptsächlich herauszufinden, wie der Glaube an Gott entstanden ist. Damit setzt du allerdings voraus, *dass* er irgendwie entstanden ist und nicht auf Tatsachen basiert. Das ist ein Vorurteil, und genau solche Dinge meine ich, wenn ich sage, dass wir unsere Meinung schon im Voraus bilden. Noch ein Beispiel: Du hast den Holocaust und die Hölle erwähnt und fragst dich, wie Gott das zulassen kann. Es spricht für dich, dass du diese Dinge nicht direkt als Argument gegen Gott verwendest (auch das habe ich schon gehört), dennoch sehe ich eine gewisse Abneigung gegen Gott, da er offensichtlich Leid in unserer Welt zulässt. Ein weiteres Vorurteil, aufgrund dessen Menschen nicht an Gott glauben *wollen*. (Nebenbei: Die Sache mit dem Höllenfeuer halte ich für eine kirchliche Erfindung. Die Bibel sagt in meinen Augen etwas anderes, siehe hier.)

Im Grunde sagst du, dass Menschen nur deshalb an Gott glauben, weil sie zu naiv oder zu ungebildet sind oder waren, um die Entstehung des Universums anders zu erklären. Das ist nicht nur unhöflich ;-) sondern auch etwas zu einfach. Man denke nur an große Köpfe der Physik wie Planck oder Heisenberg. Beide waren der Meinung, dass das Universum auf einen Schöpfer hindeutet.

Übrigens wäre ich vorsichtig damit, unsere Welt als "aufgeklärt und modern" zu bezeichnen, während wir noch nicht einmal in der Lage sind, die Kriegs- und Hunger-Probleme unseres Planeten zu lösen, geschweige denn die Singularität des Urknalls zu verstehen. Warum sollten Menschen nicht an Gott glauben, so lange es keine andere Erklärung gibt? (Ich unterstelle hier mal, dass "Zufall" keine nachvollziehbare Erklärung ist.) Ganz abgesehen davon ist die Physik bei weitem nicht der einzige Themenbereich, der Menschen dazu bringen kann, an einen Schöpfer zu glauben.

Warum willst du eigentlich unbedingt verstehen, wie der Glaube an Gott "entstanden" ist?
Geschrieben am 25. Juni 2013 um 10:03 Uhr
Deleadon
Lieber Xan, letztes WE hattest du mich dazu aufgerufen, diesen Text durchzulesen und auch gern zu kommentieren. Ich habe mir die Zeit genommen, einen Kommentar zu verfassen:

Du beschreibst, dass ein Blick in den Weltraum sehr deutlich zeige, wie viele Planeten das Universum beinhalten würde. Abgesehen davon, dass der sichtbare Teil unseres Universums bei nicht einmal 2 Prozent liegt. Es gibt abermilliarden Planeten, Sterne, über eine Millionen Galaxien mit jeweils über eine Millionen Sonnensystemen. Die Wahrscheinlichkeit dass bei dieser unfassbar großen Anzahl von Planeten ein Planet entsteht, bei dem die Grundvoraussetzungen für die Entwicklung des Lebens vorhanden sind ist nicht so einfach abzutun. Es wird auch als nicht unwahrscheinlich angesehen, dass es in unserem Universum Leben auch in anderen Formen als denen, die auf der Erde beheimatet sind, vorhanden ist. Nicht ohne Grund suchen die Menschen immer weiter nach anderen Lebensformen auf anderen Planeten. Z.b. auf dem Mars, und geben dafür Unsummen aus.

Dass sich die Wissenschaft erst in den letzten 200 Jahren mit relativ vollem Umfang ausbreitet liegt daran, dass gerade im Mittelalter die Kirche eine riesige Rolle im Leben des „einfachen Menschen“ spielte. Die Kirche war so mächtig, dass allein der Versuch, sich von der Kirche voll abzugrenzen mit immensen Gefahren verbunden war. Die Macht der Kirche hat zum Beispiel dazu geführt, dass Wissenschaftler wie Galileo einfach ignoriert oder verbannt wurden. Das führte dann sogar zu einem Wissens-Rückgang. Auch die von Leonardo DaVinci durchgeführten Körperstudien und Leichensezierungen wurden, falls überhaupt bemerkt, mit allen Mitteln unterdrückt. Die Kirche schien sich bewusst zu sein, dass falls der Mensch zu sehr nach den richtigen Begebenheiten suchen würde, sich schnell auch andere fragen stellen würde, zum Beispiel die Frage Gibt es einen Gott?

Die große Mehrheit der Wissenschaftler ist der Meinung, dass die Evolutionstheorie der Wahrheit entspricht. Da stellt sich die grundlegende Frage, wieso sollten so viele Fachkräfte, die sich mit ihrem jeweiligem Thema gerade am besten auskennen sollten, bei einer so elementaren Frage Falsch liegen.

In deinem Abschnitt „Am Anfang war die Information“ behauptest du, Informationen könnten nicht aus Materie entstehen, jede Information würde also ausschließlich durch Vererbung entstehen. Mutter und Kind sind aber sicherlich nicht zu 100% identisch. Sogar zweieiige Zwillinge besitzen völlig unterschiedliche Anlagen. Das sich der Mensch also verändert, ist sozusagen vorgeschrieben. Erst gestern habe ich eine Statistik angeschaut, bei der deutlich wurde, dass der Mensch im Laufe der Jahrhunderte immer größer geworden ist. Solche Veränderungen sind also durchaus denkbar. Ein Mensch wird nicht geboren, gebärt ein Kind das seine Gen-Anlagen vererbt, und stirbt dann. Die Geschichte der Menschheit war schon immer ein ewiger Prozess der Veränderung.

„Eine Frage der Wahrscheinlichkeit“ ist die Entstehung von lebenden Organismen sicherlich. Doch bis wirkliches Leben entstehen konnte vergingen auf der Erde schon über 2 Milliarden Jahre. Eine doch relativ große Zeitspanne. Das noch nicht alle Kleinigkeiten in der Evolutionstheorie bewiesen sind liegt auch an fehlender Zeit. 200 Jahre, um einen Zeitraum von über 3 Milliarden Jahren zu rekonstruieren sind wahrscheinlich einfach nicht genug. Die Wissenschaft ist noch lange nicht an ihren Grenzen angelangt. Das manche Tierchen aus der Präkambrischen Zeit noch nicht gefunden wurden, oder vielleicht an Orten lebten, die nicht für die Konservierung geeignet waren könnte also auch der fehlenden Zeit verschuldet sein.

Dass du versuchst, die Skelett-Funde als reine Spekulation abzutun ist meiner Meinung nach nicht korrekt. Skelette sind eindeutige Fakten. Funde, die wirklich auch vorhanden sind. Auch der Versuch, gewisse Verformungen vom heutigen Homo Sapiens mit Unfällen zu wiederlegen hat weder Hand noch Fuß, denn anhand Knochenstrukturen ist es gut möglich, Verformungen, die durch Unfälle oder über die Zeit entstanden sind, herauszufiltern. Die Tatsache, dass es mehr als nur einen Fund mit diesen veränderten Formen gab erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass diese sich über eine große Zahl der damaligen Vor-Menschen erstreckten. Denn wie du sagtest sind kleinere Änderungen der Knochenstruktur zwar durchaus denkbar, aber immer nur innerhalb einer kleineren Gruppe. Dass an verschiedenen Orten immer wieder ähnliche Verformungen auftraten beweist, dass es sich hierbei wohl um die vorherrschende Körperstruktur der damaligen Zeit handeln muss.
...
Geschrieben am 24. Juni 2013 um 22:18 Uhr
Deleadon
...Fortsetzung
Zum Nebraska Fehler:
Dieser Vorfall ist ein guter Beweis, das nichts perfekt ist. Der Mensch ist nunmal Sensationshungrig, deshalb versuchen immer wieder Wissenschaftler Funde zu fälschen, um reich und angesehen zu werden. Es ist aber wichtig, das "Große Ganze" nicht aus dem Auge zu verlieren. Die Verfehlung einzelner Wissenschaftler, wie z.B. H. F. Osborn ist nicht automatisch auf die ganze Wissenschaft zu übertragen. Das wäre, wie wenn man die Kirche einzig an ihren Verfehlungen messen würde, wie z.B. den Ablassbriefen, oder ihre frühere Weltansicht (Welt = Scheibe). Man würde dabei ganz aus den Augen verlieren, dass auch durch die Kirche soziale Einrichtungen wie z.B. Caritas gegründet wurden. Es ist also wichtig, jede Institution, einfach jede einzelne Begebenheit von allen möglichen Seiten zu betrachten, ansonsten wird man nie neutrale, vorbehaltlose Meinungen bilden können. Es ist zwar richtig, dass die meisten Wissenschaftler die Evolutionstheorie als richtig ansehen. Dass dadurch aber alle Wissenschaftler, die sich intensiver mit der wissenschaftlich wahrscheinlichsten Evolutionstheorie beschäftigen, von dieser "befangen" sind ist eher unwahrscheinlich. Das Ziel der Wissenschaft ist doch eine neutrale Darlegung von Fakten. Hier sehe ich eher ein anderes Problem. Vielleicht solltest du überlegen, ob auch du, als Verfasser des Textes, völlig unbefangen mit dem Thema umgegangen bist, oder eher versuchst, mit allen Mitteln durchzusetzen, dass die christliche Schöpfungs-"theorie" ihrer Berechtigung findet.

In deinem Abschnitt "Der Anfang der Raumzeit" lässt du zumindest andeuten, dass es keine ausformulierte Theorie für den "Startschuss" des Universums gibt. Das ist soweit richtig, allerdings nur, da wir Menschen, die wir gefangen in Raum und Zeit sind, keinerlei Gefühl, keinen Ansatz des Verständnisses haben, um etwas zu beschreiben, was nicht mit den uns bekannten 4 Grundkräften ( Gravitations-, Elektromagnetische-,starke- und schwache Kernkraft) im Einklang ist. Diese Grundkräfte, die das tägliche Leben in unserem derzeitigem Universum bestimmen. entstanden unpraktischerweise erst unmittelbar nach dem Urknall. Deinen Beleg, Gott lebe in einer 5.Dimension, quasi außerhalb der Zeit und deshalb ewig macht überhaupt keinen Sinn, denn wenn Gott außerhalb der Zeit leben würde, und die Zeit erst im Urknall entstanden ist, was auf dem derzeitigen Stand der Wissenschaft als sehr wahrscheinlich gilt, gäbe es auch das Universum schon ewig. Abgesehen davon, dass ein Gott, der ohne Zeit lebt, also auch leicht in die Vergangenheit reisen könnte, so unglaublich viel Leid wie z.B. den Holocaust zugelassen hätte, es nicht verdient hätte, angebetet zu werden, wäre es für ihn auch gar nicht möglich gewesen, ein Universum zu gründen, das selbst ohne Zeit und Raum existiert hätte.

Was bringt dich denn zu der Überzeugung, der Mensch sei schon mit der Tendenz geboren, an einen Gott zu glauben oder eben nicht. Dazu besteht meiner Meinung nach kein Grund. Es werden zwar knapp 50 Prozent der Chrakteristischen Merkmale von den Eltern auf den Sohn weitervererbt, aber eine so klare Aussage, wie "Ich glaube an eine Übernatürliche Wesenheit" oder "Ich drehe mein eigenes Ding". Es gibt viele Faktoren im Leben die über solche Entscheidungen eine Rolle spielen, aber mindestens 50 Prozent davon sind in jedem Menschen veränderbar.


Wenn ich nun versuche, nachzuvollziehen wie so etwas wie der Glaube entstehen konnte, gibt sich mir mit Blick auf die Vergangenheit eine recht plausible Erklärung. Die scheinbar unendliche Weite des Universums musste besonders für abergläubische Menschen extrem beklemmend erscheinen. Wie jeder, der für etwas eine Erklärung sucht, haben auch die Menschen damals immer wieder versucht, sich etwas zu gigantisches wie den Weltraum logisch aufzubauen. Da sie aber kein physikalisches Hintergrundwissen, sowie keine technischen Möglichkeiten hatten, auch nur ansatzweise an etwas so komplexes wie den Weltraum heranzukommen versuchten sie sich in einem anderen Weg. Eine Gottheit, wie sie in fast jeder Kultur der Welt vorkommt schien für die einfachen Menschen die beste Lösung. Das verzweifelte Verlangen nach der ultimativen Wahrheit schien somit also befriedigt. in der aufgeklärten modernen Welt scheint es mir jedoch nicht logisch, einen übernatürliche Wesenheit, die die Welt erschaffen hat und bestimmt was darin abgeht, anzubeten. Ein Wesen, das jemanden nur in sein "wundervolles Paradies" aufnimmt, wenn er ein "gutes, christliches" Leben führt ist doch ganz offensichtlich ein Versuch, die Gesellschaft zu beeinflussen. Sie auf den "guten Pfad" zu führen, um die Qualen der Hölle zu vermeiden. Die ewige Suche nach dem Sinn des Lebens scheint sich im Glauben an Gott zu erfüllen.
Geschrieben am 24. Juni 2013 um 22:17 Uhr
Xan (www.lightwish.de)
Dieses Zitat mag von einem damaligen Wissenschaftler stammendas kreide ich auch nicht an (wobei die Frage aufkommt, wie lange du danach suchen musstest, 1929 ist eine gänzlich andere Zeit als die letzten 50 Jahre, seit dem hat sich auch einiges getan).
Okay, habe für dich noch ein zweites, aktuelleres Zitat von einem bekannten Evolutionsbiologen hinzugefügt. Mit Link zum Originaltext, der für dich im Übrigen ganz interessant sein dürfte.

sie mögen bitte nur vermeiden, es als bewiesene Tatsache zu verkaufen, wenn sie nichts handfestes zu liefern haben. Das ist das einzige, was ich ankreide.
Als bewiesene Tatsache möchte ich es auch gar nicht hinstellen. Im übrigen wird genau das mit der Evolutionstheorie gemacht, obwohl da ebenso handfeste Beweise fehlen. Kreidest du das auch an?

Ist dir schon mal in den Sinn gekommen, das du es sein könntest, der mögliche Alternativen kategorisch ablehnt, der nur sucht, was ihm nutzt und alles andere als falsch deutet und als Angriff auf seinen Glauben wertet?
Oh ja. Oft.
Geschrieben am 2. Mai 2013 um 23:18 Uhr
Xeno
Dieses Zitat mag von einem damaligen Wissenschaftler stammendas kreide ich auch nicht an (wobei die Frage aufkommt, wie lange du danach suchen musstest, 1929 ist eine gänzlich andere Zeit als die letzten 50 Jahre, seit dem hat sich auch einiges getan).
Was du aber machst, du stellst die Aussage eines einzelnen so hin, als sei es repräsentativ für alle, als wäre es die Grundeinstellung ALLER Wissenschaftler seit jeher.

Ich lehne Kreationismus und ID als wissenschaftliche Arbeit ab, da bei diesen Arbeiten nunmal überall durchschimmert, das sie zu gar keinem anderen Ergebnis kommen wollen, als zu ihrem eigenem Wunschergebnis (Gott ist nötig, basta). Gott oder ein Schöpfer, wobei hier warscheinlich nicht zu unterscheiden nötig wäre, da die IDler sicher nur einen ganz bestimmten Gott bzw. Schöpfer haben wollen (würde mich wundern, wenn sie Ra, Odin oder Quetzalcoatl in der Rolle sehen wolen würden), ist aber das oberste Ende der Fahnenstange aller Möglichkeiten, und bis dahin gibt es noch sehr viele andere bekannte wie auch noch unbekannte Möglichkeiten für alles, die noch längst nicht ausgeschöpft sind. Insofern darf man es zurecht als vorelig bezeichnen, nur weil man noch nicht alles weiss.
Aber das heisst auch blos nicht, das ich es kategorisch ablehne, das habe ich nirgends geschrieben, ich halte es für nicht wissenschaftlich, gleich vom obersten Ende aler Möglichkeiten auszugehen, nur weil man grade keine bessere Idee hat, lasse mich aber gern durch Beweise für einen Schöpfer/Gott vom Gegenteil überzeugen.
Nur wie immer gilt, bevor ich es als bewiesene Tatsache anerkenne, also mehr als eine interessante Theorie unter vielen anderen anseh (da hast dus mal wieder, ich lehne weder ID noch deinen Glauben ab, wehe du deutest das wieder anders ;) ), hätte ich wie wohl einige andere auch etwas handfestes. Es können ja auch gern alle zu dem Entschluss kommen, das ein Schöpfer nötig ist, kein Problem, sie mögen bitte nur vermeiden, es als bewiesene Tatsache zu verkaufen, wenn sie nichts handfestes zu liefern haben. Das ist das einzige, was ich ankreide.

Ist dir schon mal in den Sinn gekommen, das du es sein könntest, der mögliche Alternativen kategorisch ablehnt, der nur sucht, was ihm nutzt und alles andere als falsch deutet und als Angriff auf seinen Glauben wertet? Das du genau so handelst, wie du es den anderen vorwirfst? Suchst du tatsächlich Wahrheit, oder nur Glaube und alles was ihm nutzt? Die Suche nach Wahrheit heisst doch aber auch anderes, als den eigenen Glauben/die eigene Theorie als Möglichkeit in Betracht zu ziehen, sowohl das für als auch das wider zu betrachten.
Geschrieben am 2. Mai 2013 um 10:39 Uhr
Xan (www.lightwish.de)
Kreationismus alias Intelligent Design hat nichts mit wissenschaftlicher Arbeit zu tun
=> Genau das meine ich. Du lehnst es kategorisch ab, obwohl viele Wissenschaftler zu dem Schluss kommen, dass das Universum nicht ohne Schöpfer auskommt.

Über sowas kann man ja noch hinweg sehen, aber allen zu unterstellen, das sie nicht an der Wahrheitssuche interessiert sind sondern nur an Verleumdung eines Schöpfers, ist definitiv NICHT schön, um es mal ganz vorsichtig auszudrücken
=> Nun, dieses Zitat stammt nicht von mir:

"Die Evolutions-Theorie ist eine weltweit anerkannte Theorie; nicht, weil sie bewiesen werden könnte, sondern weil sie die einzige Alternative zur Schöpfung ist, an welche wir nicht glauben wollen."

Du kannst mich gerne vom Gegenteil überzeugen, aber dein letzter Kommentar hat mich in meiner Überzeugung eher noch bestärkt.
Geschrieben am 29. April 2013 um 17:23 Uhr
Xeno
Quark, glauben kannst du genau wie jeder andere was du magst und was dir am besten zusagt, dagegen hab ich überhaupt nichts. Das ist sogar dein gutes Recht, und deine ganz eigene Sache.


Aber solche Sachen hier:

"So gesehen ist die evolutionsbiologische Wissenschaft subjektiv geprägt, denn sie will nicht die Wahrheit über die Entstehung des Lebens herausfinden, sondern sie will beweisen, dass es keinen Schöpfer gibt"

"Wenn man das übernatürliche Eingreifen eines intelligenten Urhebers von Anfang an ausklammert und das Modell von Evolutions- und Urknall-Theorie zum Paradigma macht, dann darf man im Nachhinein nicht folgern, dass es keinen Urheber gibt, weil in den verschiedenen Abhandlungen kein Urheber vorkommt."

"Um dieser "Problematik" zu begegnen (und vielleicht, um das Wort "Gott" trotzdem nicht erwähnen zu müssen) sprechen immer mehr Wissenschaftler von "Intelligent Design"."

lassen nunmal einiges sauer aufstoßen, da es der ordentlichen wissenschaftlichen Arbeitsweise nicht nur widerspricht, sondern alles aufs Übelste verdreht.

Kreationismus alias Intelligent Design hat nichts mit wissenschaftlicher Arbeit zu tun, es ist vielmehr der Versuch Gläubiger Menschen, ihrem Glauben eine wissenschaftliche Note zu geben, um überzeugender zu wirken. Die Evolutionstheorie muss auch gar nichts beweisen, und sie hat auch nicht das Ziel, die Nichtexistenz von einem Schöpfer zu beweisen, vielmehr ists Sache der Gläubiger, seine Existenz zu beweisen. Deswegen wird auch nichts ausgeschlossen, es gibt nur nicht genug Hinweise und Beweise dafür, das man den Schöpfer überhaupt mit einbeziehen sollte.

Über sowas kann man ja noch hinweg sehen, aber allen zu unterstellen, das sie nicht an der Wahrheitssuche interessiert sind sondern nur an Verleumdung eines Schöpfers, ist definitiv NICHT schön, um es mal ganz vorsichtig auszudrücken :(



Du hast da einen wirklich schönen Satz geschrieben, der eine sehr gute Wahrheit enthält, und zwar ganz egal, ob man gläubig ist oder Atheist, wobei das Wort "Ideologie" dann für jeden Glauben/Überzeugung/Theorie stehen kann:

"Wer sein Leben auf diese Ideologie baut, wird sie erbittert verteidigen; wird immer wieder neue Theorien aufstellen und unermüdlich nach den fehlenden Bindegliedern graben, während die grundlegende Idee immer holpriger, unvollständiger und unwahrscheinlicher wird."

Wenn man die beiden darauf folgenden Sätze leicht kürzt:

"Doch sie aufzugeben würde ... schwerwiegende Folgen für das eigene Leben haben. Denn dann müssten wir unsere Taten ... und würden unser Handeln besser überdenken."

ergibt sich aus diesen beiden Blöcken etwas geradezu erleuchtendes, eine Wahrheit, die SEHR vieles in der Welt unter einem neuen, und wohl mitunter nicht gerade schönem Licht erscheinen lässt ;)


Oh, noch ein schöner Block :) (sorry konnte grade nicht widerstehen ^.^

"Ich bin davon überzeugt, dass der Glaube an X (entsprechenden Glaubensinhalt hier einfügen) in erster Linie keine Frage der Überzeugung ist, sondern eine Frage der Moral. ... Dann bauen wir unser Weltbild auf diese Überzeugung auf, und glauben, was wir glauben wollen."

Bestätigt wunderbar die Erkenntnis von etwas weiter oben *s* Leider ist Moral nicht wissenschaftlich sondern einer stetigen Wandlung unterworfen *hüstel*
Geschrieben am 29. April 2013 um 15:08 Uhr
Xan (www.lightwish.de)
Ja Xeno, an die endlosen Debatten kann ich mich noch sehr gut erinnern. Hatte nicht den Eindruck, dass wir damit wirklich weiter gekommen sind. Auf jedes Argument folgten nur noch mehr Gegen-Argumente.

Für die Katz? Nein, das war es nicht. Es hat nur keinen von uns beiden vom Gegenteil überzeugt, obwohl ich aufgrund der Diskussionen einige Sachen präziser formuliert und manches auch verworfen habe.

Willst du mir jetzt ernsthaft wieder den Unterschied zwischen Beweisen und Glauben vorhalten? Nein, wirkliche Beweise für den Glauben gibt es nicht, jedenfalls nicht aus deiner Sicht. Beweise gegen den Glauben gibt es allerdings genau so wenig, und genau das möchte ich mit diesem Artikel zeigen. Der Glaube an Gott ist nicht völlig absurd, wie es immer gern dargestellt wird.

Also, warum soll ich nicht an Gott glauben? Was stört dich daran?
Geschrieben am 26. April 2013 um 15:22 Uhr
Xeno
Mmhhhh, der Text kommt mir so bekannt vor, kam der nicht schon öfter? Nur scheinen alle bisherigen Antworten aus den früheren Versionen und Foren gänzlich unbeachtet vorüber gegangen zu sein :/

Beispiel nicht reduzierbare Komplexität, da weiss ich sehr genau, das wir das schon öfter hatten (damals wars mehr auf das Auge fixiert als auf Proteine) aber mögliche Erkenntnisse von früher... Null? Hast du auch mal die Kritiken an der These der nicht reduzierbaren Komplexität durchgelesen?
Andere kamen mit Thermodynamik zweiter Hauptsatz und es gab ellenlannge Schreiben dazu. Sag bitte nicht, das alles für die Katz war und alles früher geschriebene nur Zeitverschwendung :/

Sonst würde ich das Gefühl nicht loswerden, das hier bei der nächsten Umstrukturierung und Neugestaltung wieder alles ins Nirvana verschwindet und du wieder das selbe schreibst.


Warum kommst du eigentlich immer wieder zu dem Schluss, das was ausgeklammert wird? Die meisten Leute wollen was handfesteres als Glauben und Hinweise, die wollen BEweise, denn Glauben ist immer noch kein Wissen. Und mir genau wie vielen anderen ist bislang noch kein handfester Beweis untergekommen, der einen Schöpfer stützt oder gar notwendig macht. Der letzte Abschnitt von dir liest sich für mich wie eine Verdrehung der bislang erlebten Tatsachen... schade eigentlich.
Geschrieben am 26. April 2013 um 14:32 Uhr