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[star]  Titel: Im Namen Gottes

[folder]  Kategorie: Aktuell

[time]  Letzte Änderung: 25.9.2014 um 12:03 Uhr

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Die IS-Kämpfer erobern weite Teile Syriens und des Iraks (c) Unbekannt

Im Namen Gottes

Die Gewalt muslimischer Terroristen hat mal wieder einen dramatischen Höhepunkt erreicht. Die verblendeten IS-Kämpfer (Islamischer Staat) wollen am liebsten ein weltweites Kalifat mit der Scharia als Rechtssystem aufbauen. Leider hat ihnen das Machtvakuum in Syrien und dem Irak dafür eine gute Grundlage geliefert, denn weite Teile beider Länder befinden sich jetzt unter IS-Kontrolle. Die sunnitisch-islamistischen Kämpfer kennen keine Gnade für Menschen, die einer anderen Religion oder ethnischen Gruppe angehören. "Konvertiert, flieht oder sterbt", diese Aussage hören die schiitischen Muslime, Jesiden, Turkmenen, Christen oder andere Gruppierungen häufig. Grausame Videos und Fotos zeigen, dass diese Drohungen sehr ernst genommen werden müssen. Männer, Frauen und Kinder werden ohne Nachsicht getötet.

Da kann man sich schon mal fragen, welche Ideologie einen Menschen dazu bringt, so gottlos zu handeln. Im aktuellen Fall spielt offensichtlich der Koran eine Rolle. Ein gewaltbereiter Muslim kann in seiner Heiligen Schrift durchaus eine Menge Suren finden, die den bewaffneten Dschihad scheinbar unterstützen – was andere Muslime vehement bestreiten. Also nur eine Frage der Interpretation?

Meines Erachtens geht es eher um die Frage, an wen sich diese berüchtigten Zeilen des Koran richten. Denn – mal ganz rational betrachtet – hat hier um 610 v. Chr. ein arabischer Führer namens Mohammed seinen Anhängern Schrifstücke in die Hand gedrückt, mit der Behauptung, sie seien von Gott. In diesen Schriften fanden sie Anweisungen zu allen möglichen und unmöglichen Bereichen des Lebens, d.h. eben auch, wie sie sich im Krieg zu verhalten hatten. So gesehen sind viele Verse des Koran zunächst einmal nur historische Kriegs-Taktiken einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort, die nicht zwingend allen Muslimen zu allen Zeiten gelten – es sei den, man will sie so verstehen.

Ich zitiere nun eine Auswahl an Koran-Suren, die in dieser Weise verstanden werden können. Bitte lies nach den Zitaten unbedingt weiter, denn die Bibel hat ganz ähnlich brutale Verse zu bieten. Ich zitiere aus einer deutschen Koran-Übertragung nach Abu-Rida Muhammad Ibn Ahmad Rassoul, Verlag Islamische Bibliothek, August 2009. Worte in runden Klammern sind eine sinngemäße Ergänzung des Übersetzers; Worte in eckigen Klammern sind zur Verdeutlichung des Kontexts von mir.

"Und kämpft auf dem Weg Allahs gegen diejenigen, die gegen euch kämpfen, doch übertretet nicht. Wahrlich, Allah liebt nicht diejenigen, die übertreten. Und tötet sie, wo immer ihr auf sie stoßt, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben; denn die Verführung (zum Unglauben) ist schlimmer als Töten. Und kämpft nicht gegen sie bei der heiligen Moschee, bis sie dort gegen euch kämpfen. Wenn sie aber gegen euch kämpfen, dann tötet sie. Solcherart ist der Lohn der Ungläubigen. Wenn sie aber aufhören, so ist Allah Allverzeihend, Barmherzig. Und kämpft gegen sie, bis es keine Verwirrung (mehr) gibt und die Religion Allah gehört. Wenn sie aber aufhören, so soll es keine Gewalttätigkeit geben außer gegen diejenigen, die Unrecht tun."
– Koran, Sure 2,190-193

"Zu kämpfen ist euch vorgeschrieben, auch wenn es euch widerwärtig ist. Doch es mag sein, dass euch etwas widerwärtig ist, was gut für euch ist, und es mag sein, dass euch etwas lieb ist, was übel für euch ist. Und Allah weiß es, doch ihr wisst es nicht."
– Koran, Sure 2,216

"Lasst also für Allahs Sache diejenigen kämpfen, die das irdische Leben um den Preis des jenseitigen Lebens verkaufen. Und wer für Allahs Sache kämpft, alsdann getötet wird oder siegt, dem werden Wir einen gewaltigen Lohn geben."
– Koran, Sure 4,74

(Ich vermute, daher kommt der Glaube, dass islamische Selbstmordattentäter ohne Umwege direkt im Paradies landen.)

"Und kämpft gegen sie [die Ungläubigen], damit keine Verführung mehr stattfinden kann und (kämpft) bis sämtliche Verehrung auf Allah allein gerichtet ist. Stehen sie jedoch (vom Unglauben) ab, dann, wahrlich, sieht Allah sehr wohl, was sie tun."
– Koran, Sure 5,39

"Und wenn die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Götzendiener, wo immer ihr sie findet, und ergreift sie und belagert sie und lauert ihnen aus jedem Hinterhalt auf. Wenn sie aber bereuen und das Gebet verrichten und die Zakah [d.h. eine Art Tribut] entrichten, dann gebt ihnen den Weg frei. Wahrlich, Allah ist Allvergebend, Barmherzig."
– Koran, Sure 9,5

"Allah hat von den Gläubigen ihr Leben und ihr Gut für das Paradies erkauft: Sie kämpfen für Allahs Sache, sie töten und werden getötet; eine Verheißung – bindend für Ihn [Allah] – in der Thora und im Evangelium und im Qur`an. Und wer hält seine Verheißung getreuer als Allah? So freut euch eures Handels, den ihr mit Ihm abgeschlossen habt; denn dies ist wahrlich die große Glückseligkeit."
– Koran, Sure 9,111

"Wahrlich, jene, die ungläubig sind und die sich von Allahs Weg abwenden und dann als Ungläubige sterben – ihnen wird Allah gewiss nicht vergeben. So lasst (im Kampf) nicht nach und ruft nicht zum Waffenstillstand auf, wo ihr doch die Oberhand habt. Und Allah ist mit euch, und Er wird euch eure Taten nicht schmälern."
– Koran, Sure 47,34+35

Die ersten Muslime waren von Anfang an in militärische Auseinandersetzungen mit allen Andersgläubigen verwickelt. Ob die hier genannten Befehle Mohammeds nur damals galten oder ob ein Muslim dieser Kriegs-Ethik auch heute noch folgen soll, scheint Interpretation zu sein. Allerdings sind Muslime dazu angehalten, Mohammed in allen Bereichen des Lebens nachzueifern, und ich kenne keine Sure, die Allahs Anweisungen irgendwie zeitlich beschränkt. Ja, der Islam bezeichnet sich als friedliche Religion. Aber "Friede" im Sinne des Koran herrscht erst dann, wenn alle Ungläubigen – also alle nicht-Muslime – beseitigt sind. Sorry, aber echter Friede geht anders.

Nun noch ein paar Worte zur Bibel. Wie bereits erwähnt finden sich auch da viele Kriegsberichte, in denen die Israeliten unter ihren Führern Mose und Josua in Gottes Auftrag ganze Völker auslöschen.

"Wenn JHWH, dein Gott, dich in das Land bringt, in das du kommen wirst, um es in Besitz zu nehmen, und wenn er vor dir her viele Völker vertilgt, die Hetiter, die Girgasiter, die Amoriter, die Kanaaniter, die Pheresiter, die Hewiter und die Jebusiter, sieben Völker, die größer und stärker sind als du; und wenn sie JHWH, dein Gott, vor dir dahingibt, dass du sie schlägst, so sollst du unbedingt an ihnen den Bann vollstrecken; du sollst keinen Bund mit ihnen machen und ihnen keine Gnade erweisen."
– Die Bibel, 5. Buch Mose (Deuteronomium), Kapitel 7,1-2

Über die berühmte Eroberung von Jericho heißt es:

"Da erhob das Volk ein Kriegsgeschrei, und [die Priester] stießen in die Schopharhörner. Als nun das Volk den Schall der Hörner hörte und ein großes Kriegsgeschrei erhob, da stürzte die Mauer in sich zusammen, und das Volk drang in die Stadt ein, jeder gerade vor sich hin. So nahmen sie die Stadt ein. Und sie vollstreckten den Bann an allem, was in der Stadt war, mit der Schärfe des Schwertes, an Männern und Frauen, Jungen und Alten, Rindern, Schafen und Eseln. [...]"
– Die Bibel, 5. Buch Mose (Deuteronomium), Kapitel 7,1-2

Wie im Koran geht es Gott auch hier darum, die Ungläubigen zu vernichten (wobei ich erwähnen muss, dass die in der Bibel erwähnten Völker, die vernichtet werden sollten, nicht nur Götzendiener waren, sondern auch äußerst brutal. Sie opferten ihre eigenen Kinder im Feuer.)

Trotzdem haben wir es mit der totalen Vernichtung im Namen Gottes zu tun, da gibt es nichts zu beschönigen. Diese und andere Verse können – wie im Koran – als Legitimation für den Heiligen Krieg betrachtet werden, was die christlichen Kreuzfahrer im Mittelalter eindrücklich demonstriert haben.

Doch es gibt einen sehr, sehr großen Unterschied. Die Anweisungen, die Gott an Mose und Josua gab, galten ausdrücklich ihnen. Das sind keine Generalanweisungen an alle Gläubigen, die die Bibel lesen! Die Aufforderung zum Krieg galt ausdrücklich nur dem damaligen Volk Israel, als es das ihm versprochene Land Kanaan einnehmen sollte. (Wie ein gerechter und liebender Gott so was fordern kann, ist noch mal eine ganz andere Frage, die den Rahmen dieses Artikels aber definitiv sprengen würde. Vielleicht schreibe ich darüber auch mal was.) Die brutalen Eroberungszüge im Alten Testament der Bibel sind jedenfalls ausdrücklich historische Berichte. Zwar können und sollen wir auch aus denen was lernen, aber wir sollen sie ganz sicher nicht wortwörtlich imitieren und zum Schwert greifen. Da schiebt die Bibel selbst einen ganz klaren Riegel vor. Gott sagte durch Jesus Christus:

"Liebt eure Feinde, tut Gutes denen, die euch hassen; segnet, die euch fluchen, und betet für die, welche euch beleidigen! Dem, der dich auf die eine Backe schlägt, biete auch die andere dar; und dem, der dir den Mantel nimmt, verweigere auch das Hemd nicht."
– Die Bibel, Evangelium nach Lukas, Kapitel 6,27-29

"Stecke dein Schwert an seinen Platz! Denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen!"
– Die Bibel, Evangelium nach Matthäus, Kapitel 26,51-52

Der Apostel Paulus bestätigt Jesu Worte nochmals als allgemeine und für alle Christen zu allen Zeiten geltende Grundsätze:

"Segnet, die euch verfolgen; segnet und flucht nicht! Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden! Seid gleichgesinnt gegeneinander; trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen; haltet euch nicht selbst für klug! Vergeltet niemand Böses mit Bösem! Seid auf das bedacht, was in den Augen aller Menschen gut ist. Ist es möglich, soviel an euch liegt, so haltet mit allen Menschen Frieden."
– Die Bibel, Brief des Paulus an die Römer, Kapitel 12,14-18

Jesus und Paulus machen hier ganz klare Ansagen. Im Koran jedenfalls kann ich solche Worte nicht finden. Und auch sonst nirgendwo. Jesus lässt keinen Spielraum für eine Interpretation der Bibel, die zum Krieg aufruft. Das ist der entscheidende Unterschied. Ich wünschte, der Koran wäre in dieser Hinsicht ebenso deutlich. Durch Waffengewalt kann man keinen wahren Frieden schaffen. Den gibt es nur bei Jesus.

"Frieden hinterlasse ich euch; meinen Frieden gebe ich euch. Nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch; euer Herz erschrecke nicht und verzage nicht!"
– Die Bibel, Evangelium nach Johannes, Kapitel 14,27

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Kommentare

Keja
Deine Beiträge hier sind immer so durchdacht. Ich lese gerne jeden einzelnen. Shalom!5
Geschrieben am 26. September 2014 um 00:43 Uhr