Philosophie & Grenzwissen

Himmelserfahrung nur erfunden


Himmlische Säulenreihen (c) Chris Brignola, unsplash.com
Himmlische Säulenreihen (c) Chris Brignola, unsplash.com

Die evangelische Nachrichtenagentur Idea berichtet:

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Der christliche Verlag Gerth Medien (Aßlar bei Wetzlar) hat die Auslieferung eines Buches über den angeblichen Aufenthalt eines Jungen bei Jesus Christus im Himmel gestoppt. Der Stoff des zuerst 2010 erschienenen internationalen Bestsellers "Der Junge, der aus dem Himmel zurückkehrte – Eine wahre Geschichte" ist nach Angaben des Titelhelden und Co-Autors Alex Malarkey frei erfunden. Wie Gerth Medien der Evangelischen Nachrichtenagentur idea am 16. Januar auf Anfrage mitteilte, hat man den zuständigen US-amerikanischen Verlag um Stellungnahme gebeten; am 19. Januar werde man über weitere Schritte beraten. Der Verlag Tyndale House (Carol Stream bei Chicago) hat US-Medien bereits mitgeteilt, dass er das Buch und alle damit verbundenen Produkte aus der Herstellung nehme.

"Ich bin nicht im Himmel gewesen"
Das Buch, das Alex’ Vater Kevin mit seinem Sohn verfasst hat, schildert die Folgen eines schweren Autounfalls der beiden im Jahr 2004. Der damals sechsjährige Junge wurde so schwer verletzt, dass er an der Schwelle zum Tod stand und ins Koma fiel. Als er zwei Monate später gelähmt erwachte, behauptete er, dass ihn Engel in den Himmel gebracht hätten. Auch habe er einen Blick in die Pforten der Hölle tun können. Jetzt wandte sich Alex mit einem im Internet veröffentlichten Offenen Brief an alle Verlage, die das Buch verbreiten, sowie an Kunden und Leser. "Ich bin nicht gestorben. Ich bin nicht im Himmel gewesen", so Alex Malarkey. Er habe die Geschichte nur geschrieben, um Aufmerksamkeit zu erregen. Damals habe er die Bibel noch nicht gelesen. Heute wisse er, dass sich Menschen nicht durch Lügengeschichten verführen lassen sollten. Sie sollten nur die Heilige Schrift lesen; das sei genug: "Die Bibel ist die einzige Quelle der Wahrheit." Nur durch Buße und die Vergebung der Sünden durch den Glauben an Jesus Christus könne man in den Himmel kommen – und nicht, indem man ein menschliches Werk lese. Alex Malarkey: "Ich möchte die ganze Welt wissen lassen, dass die Bibel ausreicht." Das sollten die Herausgeber von Büchern über angebliche Himmelserfahrungen bedenken.

Vergebliche Versuche, die Wahrheit zu verbreiten
Nach Angaben der Mutter von Alex, Beth Malarkey, hat ihr Sohn bereits früher versucht, mit der Wahrheit ans Licht zu kommen. Doch als er sich einem Pastor offenbart und ihn darauf hingewiesen habe, dass die Auslieferung des Buches gestoppt werden müsse, habe dieser ihm entgegengehalten, dass viele Leser durch die Lektüre "gesegnet" worden seien. Beth Malarkey hat bereits im vorigen April in einem Internet-Blog vergeblich versucht, die Geschichte richtigzustellen.


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Die Bibel ist in dieser Frage übrigens recht eindeutig:

"Wer ist hinaufgefahren zum Himmel und wieder herab?"
– Sprüche 30,4

"Niemand ist gen Himmel aufgefahren außer dem, der vom Himmel herabgekommen ist, nämlich der Menschensohn."
– Johannes 3,13

"Denn die Lebenden wissen, dass sie sterben werden, die Toten aber wissen nichts; ..."
– Prediger 9,5

Erstellt am 21. Januar 2015 um 16:42 Uhr von Xan
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Aware-Studie: Leben nach dem Tod?


Nahtoderfahrung (c) www.livescience.com
Nahtoderfahrung (c) www.livescience.com

Am 7. Oktober 2014 wurden die Ergebnisse der so genannten Aware-Studie zum Thema Nahtoderfahrungen veröffentlicht und werden von den Medien nun offensichtlich als "Beweis" für ein Leben nach dem Tod verkauft.

Gibt es ein Leben nach dem Tod? Die Antwort darauf wird kontrovers diskutiert und mit Skepsis betrachtet. Manche Patienten, die klinisch tot waren, aber reanimiert werden konnten, berichten von Lichtern oder ähnlichen Erfahrungen. Bisher belächelte die Medizin solche Erzählungen und tat sie als Halluzinationen ab. Zu Unrecht, wie Wissenschaftler der Universität Southampton nun herausgefunden haben.

Die Forscher fanden Beweise für ein Leben nach dem Tod. Das berichtet der britische "Telegraph". Vier Jahre lang haben die Wissenschaftler 2060 Patienten in 15 Krankenhäusern in den USA, Großbritannien und Australien untersucht. Alle Probanden erlitten einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Es ist die bisher größte Studie zu Nahtod-Erfahrungen und außerkörperlicher Wahrnehmung. Das Ergebnis: Auch nach dem Tod blieb bei vielen das Bewusstsein erhalten. Ein Drittel der Patienten, die überlebt haben, berichten von Wahrnehmungen zu dem Zeitpunkt, als sie bereits klinisch tot waren und bevor die Ärzte sie erfolgreich reanimierten.

Besonders eindrücklich sind die Schilderungen eines 57-jährigen Sozialarbeiters aus Southampton. Er erinnerte sich daran, wie er nach dem Tod seinen Körper verlassen und dessen Wiederbelebung von der anderen Seite des Zimmers beobachtet habe. "Der Mann beschrieb alles, was in dem Zimmer passiert ist", sagte Dr. Sam Parnia, Leiter der Studie und mittlerweile in New York tätig. Der Sozialarbeiter berichtete detailliert von den Tätigkeiten des Klinikpersonals und den Geräuschen der Maschinen. Wohlgemerkt: Der Mann, den die Mediziner für glaubhaft halten, war drei Minuten lang klinisch tot.

Nach bisherigen Erkenntnissen kann das Gehirn nicht funktionieren, sobald das Herz nicht mehr schlägt. "In diesem Fall scheint die bewusste Wahrnehmung bis zu drei Minuten weiter funktioniert zu haben, obwohl das Gehirn sich normalerweise 20 bis 30 Sekunden nach dem Tod ausschaltet", erklärt Parnia. Damit scheint bewiesen, dass das Bewusstsein auch nach dem Tod erhalten bleibt. Wie lange diese Erfahrung andauern kann, wissen die Ärzte nicht.

Von den 2060 untersuchten Patienten überlebten 330. Von ihnen berichteten 140 von Wahrnehmungen, bevor die Ärzte sie aus dem Tod zurück holen konnten. Ein Fünftel der Probanden erinnerte sich an ein ungewöhnliches Gefühl von Friedlichkeit und Stille. Zwei Drittel nahmen wahr, wie die Zeit schneller oder langsamer wurde. Manche sahen ein helles Licht, die Sonne oder einen Blitz, andere wurden durch tiefes Wasser gezogen und hatten Angst vor dem Ertrinken. 13 Prozent der Patienten gaben an, vom Körper getrennt gewesen zu sein.

Studienleiter Parnia ist überzeugt, dass viele Menschen bewusste Erfahrungen machen. Die Erinnerung an diese würden Beruhigungsmittel und Medikamente aber erschweren oder unmöglich machen. Parnia und sein Team haben nun wissenschaftlich belegt, was bisher als Halluzination oder Einbildung abgetan wurde. Es ist ein Hinweis auf ein Leben nach dem Tod.


(von Hannes Winter - GMX.net, hier gehts zum Original-Artikel)


Ist ja sehr schön. Ich glaube ja auch an ein Leben nach dem Tod. Aber ich denke nicht, dass es so aussieht. Ein Blick in die Bibel zeigt viel mehr, dass die Toten zunächst mal wirklich absolut sind:

"Alles, was deine Hand zu tun vorfindet, das tue mit deiner ganzen Kraft; denn im Totenreich, in das du gehst, gibt es kein Wirken mehr und kein Planen, keine Wissenschaft und keine Weisheit!"
– Die Bibel, Prediger 9,10

Das echte Leben nach dem Tod, von dem die Bibel spricht, wird erst zum Ende dieses Zeitalters folgen (1. Korinther 15,50ff). Sollte ich heute sterben, werde ich nach biblischer Lehre also nicht sofort im Himmel sein, sondern erst mal "schlafen" (Hiob 14,10-12). Deshalb halte ich Nahtoderfahrungen und andere außersinnliche Wahrnehmungen nicht für das Leben nach dem Tod, sondern – wenn überhaupt – für einen Beweis, dass der Mensch nicht nur aus einem materiellen Körper besteht, sondern auch aus einem geistigen Bewusstsein. Ich kann mir gut vorstellen, dass das Bewusstsein noch ein paar Minuten ohne intakte Körperfunktionen weiter existieren kann und womöglich auch die Fähigkeit hat, ohne den Körper Dinge wahrzunehmen. Das Problem ist nur, dass in allen Fällen, in denen Menschen von ihren außersinnlichen Erfahrungen berichten können, der Körper nicht länger als ein paar Minuten ohne Funktion war, bis er reanimiert wurde. Ob man das wirklich als "tot" bezeichnen sollte, wage ich zu bezweifeln (die derzeitige, wissenschaftliche Definition von "tot" ist schließlich auch nur Menschenwerk).

Wir wissen außerdem nicht, wie lange das Bewusstsein der Menschen weiter exisitert hat, die nicht mehr reanimiert werden konnten! Vielleicht hatten sie ebenfalls eine kurze Nahtoderfahrung, doch dann musste das außersinnliche Bewusstsein auch "einschlafen" und schlummert nun bis zum Tag der Auferstehung. Das alte Problem bleibt bestehen: Kein Mensch kann uns sagen, wie es im Jenseits aussieht, weil niemand (lange genug) dort war. Der einzige, der glaubhafte Informationen darüber hat, ist Jesus Christus, denn der war 3 Tage im Reich der Toten. Was er zum Jenseits sagt, kann sprichwörtlich Leben retten:

"Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Die Stunde kommt und ist schon da, wo die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die sie hören, werden leben. Denn wie der Vater das Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohn verliehen, das Leben in sich selbst zu haben. Und er hat ihm Vollmacht gegeben, auch Gericht zu halten, weil er der Sohn des Menschen ist. Verwundert euch nicht darüber! Denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden, und sie werden hervorgehen: die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens; die aber das Böse getan haben, zur Auferstehung des Gerichts."
– Die Bibel, Evangelium nach Johannes, Kapitel 5,24-29

Erstellt am 09. Oktober 2014 um 11:11 Uhr von Xan
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Warum überquerte das Huhn die Straße?


Frage: Warum überquerte das Huhn die Straße?

KINDERGÄRTNERIN: Um auf die andere Straßenseite zu kommen.

PLATON: Für ein bedeutenderes Gut.

ARISTOTELES: Es ist die Natur von Hühnern, Straßen zu überqueren.

KARL MARX: Es war historisch unvermeidlich.

SADDAM HUSSEIN: Dies war ein unprovozierter Akt der Rebellion und wir hatten jedes Recht, 50 Tonnen Nervengas auf dieses Huhn zu feuern.

CAPTAIN JAMES T. KIRK: Um dahin zu gehen, wo noch kein Huhn vorher war.

MARTIN LUTHER KING, JR.: Ich sehe eine Welt, in der alle Hühner frei sein werden, Straßen zu überqueren, ohne dass ihre Motive in Frage gestellt werden.

MOSES: Und Gott kam vom Himmel herunter, und Er sprach zu dem Huhn: "Du sollst die Straße überqueren". Und das Huhn überquerte die Straße, und es gab großes Frohlocken.

FOX MULDER: Sie haben das Huhn mit Ihren eigenen Augen die Straße überqueren sehen! Wieviele Hühner müssen noch die Straße überqueren, bevor Sie es glauben?

FREUD: Die Tatsache, dass Sie sich überhaupt mit der Frage beschäftigen, warum das Huhn die Straße überquerte, offenbahrt Ihre unterschwellige sexuelle Unsicherheit.

BILL GATES: Ich habe gerade das neue Huhn Office 2000 herausgebracht, das nicht nur die Straße überqueren, sondern auch Eier legen, wichtige Dokumente verwalten und Ihren Kontostand ausgleichen kann.

DARWIN: Hühner wurden über eine große Zeitspanne von der Natur in der Art ausgewählt, dass sie jetzt genetisch bereit sind, Straßen zu überqueren.

EINSTEIN: Ob das Huhn die Straße überquert hat oder die Straße sich unter dem Huhn bewegte, hängt von Ihrem Referenzrahmen ab.

BUDDHA: Mit dieser Frage verleugnest Du Deine eigene Hühnernatur.

BILL CLINTON: Ich war zu keiner Zeit mit diesem Huhn allein.


Weitere Vorschläge nehme ich gern entgegen :-)

Erstellt am 27. Mai 2014 um 23:18 Uhr von Xan
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Von wegen menschlich


Ein nachdenklicher Schimpanse? (c) Sascha Priesemann, pixelio.de
Ein nachdenklicher Schimpanse? (c) Sascha Priesemann, pixelio.de

Die "Zeit" berichtete von einer Studie, der zufolge Affen überhaupt nicht "nach-äffen" können. Obwohl Schimpansen dem Menschen genetisch zu 98,5% identisch sind, ist die vollständig fehlende Gabe der Imitation ein fundamentaler Unterschied zum Menschen. Ist der Mensch doch mehr als ein evolutionär hochentwickeltes Tier?

Schimpansen sind uns weniger ähnlich, als viele Studien nahelegen. Doch diese ernüchternde Erkenntnis kommt in der Fachwelt nicht gut an.

In einschlägigen Fachartikeln und den bunten Meldungen in Zeitungen werden die Unterschiede zwischen Schimpansen und Menschen mit jedem Tag ein bisschen kleiner. Demzufolge können unsere tierischen Verwandten all das, was auch wir können – sie trauern, trösten, malen, artikulieren, benutzen Werkzeuge und verfügen über eine Kultur. Es ist ein sehr menschliches Bild der Menschenaffen, das die Wissenschaft in den vergangenen Jahren gezeichnet hat.

Aber stimmt es überhaupt? Oder erscheinen uns die Schimpansen womöglich nur deshalb so ähnlich, weil ausschließlich solche Ergebnisse der Affenforschung derzeit gefragt sind? Wer sich mit der Forschung von Claudio Tennie beschäftigt, beginnt bald, sich diese Fragen zu stellen. Die Arbeiten des Verhaltensforschers lassen nicht nur an der romantischen Vorstellung vom ach so menschlichen Affen zweifeln. Sie kratzen auch am Mythos der unvoreingenommenen Wissenschaft und erwecken den Verdacht, dass sie vor allem das zur Kenntnis nimmt, was zu den herrschenden Moden passt.

– Zeit Online

Erstellt am 17. März 2013 um 16:41 Uhr von Xan
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Geist als Urgrund der Materie


Dieses Ereignis zeigt den möglichen Zerfall eines Higgs-Bosons in zwei Z-Bosonen, die jeweils in zwei Myonen (blau) weiter zerfallen. (c) Atlas Kollaboration, CERN
Dieses Ereignis zeigt den möglichen Zerfall eines Higgs-Bosons in zwei Z-Bosonen, die jeweils in zwei Myonen (blau) weiter zerfallen. (c) Atlas Kollaboration, CERN

Max Planck (1858-1947) war ein bedeutender Physiker, Nobelpreisträger und gilt als Begründer der Quantenphysik. Er war der Ansicht, Materie an sich gäbe es nicht, sondern der Kern aller Dinge sei Geist.

"Meine Herren, als Physiker, der sein ganzes Leben der nüchternen Wissenschaft, der Erforschung der Materie widmete, bin ich sicher von dem Verdacht frei, für einen Schwarmgeist gehalten zu werden.

Und so sage ich nach meinen Erforschungen des Atoms dieses: Es gibt keine Materie an sich. Alle Materie entsteht und besteht nur durch eine Kraft, welche die Atomteilchen in Schwingung bringt und sie zum winzigsten Sonnensystem des Alls zusammenhält. Da es im ganzen Weltall aber weder eine intelligente Kraft noch eine ewige Kraft gibt - es ist der Menschheit nicht gelungen, das heissersehnte Perpetuum mobile zu erfinden - so müssen wir hinter dieser Kraft einen bewussten intelligenten Geist annehmen.

Dieser Geist ist der Urgrund aller Materie. Nicht die sichtbare, aber vergängliche Materie ist das Reale, Wahre, Wirkliche - denn die Materie bestünde ohne den Geist überhaupt nicht - , sondern der unsichtbare, unsterbliche Geist ist das Wahre! Da es aber Geist an sich ebenfalls nicht geben kann, sondern jeder Geist einem Wesen zugehört, müssen wir zwingend Geistwesen annehmen. Da aber auch Geistwesen nicht aus sich selber sein können, sondern geschaffen werden müssen, so scheue ich mich nicht, diesen geheimnisvollen Schöpfer ebenso zu benennen, wie ihn alle Kulturvölker der Erde früherer Jahrtausende genannt haben: Gott!

Damit kommt der Physiker, der sich mit der Materie zu befassen hat, vom Reiche des Stoffes in das Reich des Geistes. Und damit ist unsere Aufgabe zu Ende, und wir müssen unser Forschen weitergeben in die Hände der Philosophie."

– Max Planck

(Quelle: Archiv zur Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft, Abt. Va, Rep. 11 Planck, Nr. 1797)

Erstellt am 07. März 2013 um 19:26 Uhr von Xan
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Die Monster des Alltags


Zwei Monster des Alltags: Die Nostalgie und die Logik. (c) Monster-des-Alltags.de
Zwei Monster des Alltags: Die Nostalgie und die Logik. (c) Monster-des-Alltags.de

Nichtsahnend schlenderte ich durch die Stuttgarter Königstraße, da lauerten sie mir in einer dunklen Ecke auf: Die Monster des Alltags. In Scharen standen sie da, aufgereiht, fies grinsend, an einem Postkartenständer. Aber es sind seriöse Monster, die haben sogar eine Website. Dort heißt es:

Der Mensch als freier Geist, als Herr seines Denkens und Handelns ist leider nur eine schöne Illusion. Psychologie, Philosophie, Esoterik und nicht zuletzt die diversen Religionen haben hierfür zahlreiche Erklärungen vorgelegt – und ebenso viele Irrtümer. Vergessen Sie Ich, Über-Ich und Erbsünde, Archetypen, Karma und den Teufel: Hinter unseren Zwängen und Trieben, unserem Sein und Tun steckt niemand anders als die Monster des Alltags!

Ich wusste sofort, welches mein Monster ist:

logik, die
(lat. cognition rigida)
Die Logik ist fest überzeugt, dass sich mit nüchterner Überlegung jedes Problem exakt berechnen und effektiv lösen lässt. Sie bekämpft das Bauchgefühl und hegt ein tiefes Misstrauen gegen ungezügelte Emotionen. Ironischerweise sind es gerade diese, an denen die Logik meist scheitert.


Hinter den "Monstern" steckt viel mehr Wahrheit, als es auf den ersten Blick scheint. Jedenfalls kann ich bestätigen, dass jeder Mensch hin und wieder wie "ferngesteuert" handelt und scheinbar nicht weiß, was er tut. Dieses Phänomen war schon dem Apostel Paulus bekannt:

"... Ich weiß nicht, was ich tue. Denn ich tue nicht, was ich will; sondern was ich hasse, das tue ich. Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, so gebe ich zu, dass das Gesetz gut ist. So tue nun nicht ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt."
– Brief an die Römer, Kapitel 7,15-17

Sünde, Monster, ... das meint so ungefähr das selbe. Mit dem Unterschied, dass Paulus vor 2000 Jahren den Ernst der Lage besser getroffen hat. Denn letztlich verniedlichen die Monster des Alltags die Probleme unserer Welt.

Hier geht`s zum Bestiarium. Welches ist dein Monster?

Erstellt am 11. Februar 2013 um 15:00 Uhr von Xan
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Unsterblichkeit des Bewusstseins?


Wo liegt das Bewusstsein? (c) Gallo Images, www.thinkstockphotos.de
Wo liegt das Bewusstsein? (c) Gallo Images, www.thinkstockphotos.de

Haben Menschen eine unsterbliche Seele? Schwer zu sagen. Die Bibel lehrt jedenfalls nicht, dass nach dem Tod ein unsichtbarer, geistiger Teil unserer Selbst bestehen bleibt. Okay, es gibt zwei Geschichten, die darauf hindeuten könnten: Erstens das Gleichnis vom armen Lazarus, aber das ist und bleibt eben ein Gleichnis. Und zweitens die Geschichte der Totenbeschwörerin von Endor. Letztere mag ein Argument für eine unsterbliche Seele sein, aber eben nur eines, und schwer zu erklären obendrein. Ich werde bei Gelegenheit darauf zurückkommen. Die Gesamtaussage der Bibel ist trotz allem eindeutig: Wenn ein Mensch stirbt, dann ist er absolut tot.

"Alles, was dir vor die Hände kommt, es zu tun mit deiner Kraft, das tu; denn bei den Toten, zu denen du fährst, gibt es weder Tun noch Denken, weder Erkenntnis noch Weisheit."– Prediger 9,10

Das bedeutet aber noch lange nicht, dass mit dem Tod alles vorbei ist. Laut der Heiligen Schrift gibt es trotzdem eine Auferstehung der Toten. (Egal, ob dich das nun erleichtert oder beunruhigt.) Um präzise zu sein: Am Ende der Zeit erhalten alle Menschen einen neuen Körper. Wenn Gott in der Lage war, einmal Menschen zu erschaffen, wird er das auch wieder hinbekommen. In gewisser Weise sind wir also unsterblich – wir existieren zumindest immer als Idee Gottes. Das ist vielleicht kein besonders erstrebenswertes Dasein, aber besser als nichts.

Natürlich ist es nicht damit getan, dass Gott uns einen neuen Körper baut. Um sagen zu können, dass ich in diesem neuen Körper stecke, muss der Allmächtige in erster Linie mein Bewusstsein wieder erschaffen. Aber dazu sollte man erst mal wissen, worin dieses Bewusstsein überhaupt besteht.

Mein erster Ansatz war: Erinnerungen sind das Bewusstsein. Ein Mensch, dessen Gehirn keine Erinnerungen aufzeichnet, ist sich seiner selbst wahrscheinlich nicht bewusst. Er kann eigentlich überhaupt nicht existieren; jedenfalls nicht lange, da er ohne jede Lernfähigkeit in der Welt nicht zurecht käme. Erinnerungen sind also maßgeblich am Bewusstsein beteiligt. Dummerweise (oder glücklicherweise?) kann man umgekehrt nicht sagen, dass das Bewusstsein nur aus Erinnerungen besteht. Ich weiß nicht, wie das bei dir ist, aber in meinem Kopf ist noch (mindestens) eine weitere Instanz, die die Erinnerungen bewertet und durchlebt. Der tiefste Teil meiner Selbst ist nicht die Erinnerung, sondern das, was sich erinnert. Diesen mysteriösen "Beobachter" nenne ich einfach mal Seele.

Gott müsste also meinen Körper und meine Seele mitsamt den Erinnerungen wieder erschaffen, vom Lebens-Geist mal ganz abgesehen, der gehört zur Standard-Ausrüstung. Dann könnte man diesen neuen Menschen als genau den selben Menschen bezeichnen, der ich vor dem Tod war. Soweit jedenfalls die Theorie. Doch in der Praxis stellt sich irgendetwas in mir dagegen.

Ich will es mal abstrakt formulieren: Das "neue Ich", das irgendwann in einem neuen Körper existieren wird, das wird natürlich wissen, dass es früher schon mal gelebt hat und dass es die Person ist, die ich jetzt bin. Schließlich hat der neue Mensch all meine Erinnerungen. Aber wie ist es umgekehrt? Werde wirklich ich der neue Mensch sein? Werde ich der selbe sein, oder nur der gleiche? Wenn meine Seele (was immer sie letztendlich auch sein mag) einmal vollständig vernichtet ist, wird sie dann je wieder als die selbe existieren können? Oder wird es zwangsläufig eine andere sein, selbst wenn sie noch so viele identische Erinnerungen hat?

Hm. Panta rhei.

Erstellt am 04. Februar 2013 um 14:08 Uhr von Xan
Kategorie: Philosophie & Grenzwissen
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