Theologie & Glaube

Ein Sohn ist uns gegeben – Sein Name ist ...


Yoda, Thor, Miraculix und Aragorn: Sinnbilder für Christus.
Yoda, Thor, Miraculix und Aragorn: Sinnbilder für Christus.

Der ursprüngliche Gedanke von Weihnachten ist, die Geburt von Jesus Christus zu feiern. Ironischerweise wissen das viele Weihnachtsmarkt-Junkies und Glühwein-Schlürfer überhaupt nicht mehr, oder es ist ihnen egal. Weihnachten wird zweckentfremdet und als Fest der Freude und der Familie umgedeutet. Trotzdem kommt niemand an Jesus vorbei. Dieses kleine Baby in der Futterkrippe zwingt dich früher oder später zu einer Entscheidung: Ist die ganze Weihnachtsgeschichte nur eine fromme Legende oder kam tatsächlich Gottes Sohn zur Welt? Denn wenn das so ist und du es ernst nimmst, verändert es alles. Dein Leben, deine Hoffnung, deine Prioritäten, den Sinn des Lebens. Was bedeutet Baby-Jesus für dich?

Vor etwa 2.700 Jahren trat in Israel ein Prophet namens Jesaja auf, der die Geburt des Gottessohnes voraussah und uns einige "Spitznamen" dieses Sohnes verriet. So steht es geschrieben:

"Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; ..."
– Prophet Jesaja, Kapitel 9,5

Spitznamen sagen etwas über uns aus. Und Jesu Spitznamen haben im Voraus verraten, was er für einer sein wird. Bei den vier Spitznamen, die Jesus hier verpasst bekommt, denke ich aber weniger an ein hilfloses Baby, sondern an vier Gestalten von ganz anderem Kaliber.

Wunder-Rat

Als "wunderbarer Ratgeber" ist Jesus ein bißchen wie Jedi-Meister Yoda aus Star Wars. Er hat immer einen schlauen Spruch auf Lager und kann auch bei schwierigsten Lebensproblemen weiterhelfen. Jesus tut das vielleicht nicht immer ganz so konkret, wie wir es gerne hätten, aber er ist dennoch sehr effektiv. Jemand wollte wissen: "Was muss ich tun, dass ich selig werde?" und Jesus wusste Rat. Jemand bemerkte, dass er häufig Dinge tat, die er eigentlich falsch fand und Dinge unterließ, die er für richtig hielt, und so fragte er Jesus in Bezug auf diesen inneren Konflikt: "Ich elender Mensch, wer wird mich davon erlösen?" und Jesus war die Antwort. Der Gottessohn gibt auch Rat, indem wir uns an seinem Leben orientieren können. In den heftigsten Lebenssituationen war er stets das perfekte Vorbild. Wer sein Leben kennen möchte, kommt natürlich am Lesen der Evangelien nicht vorbei ... ;-)

Gott-Held

Als "göttlicher Held" (hebräisch "gibbor" = Held, Krieger, Mächtiger) ist Jesus wie Thor aus "The Avengers". In seinem Leben wirkte Jesus zwar nicht gerade wie ein starker Held, wenn man bedenkt, unter welch einfachen Umständen er zur Welt kam und wie bedauernswert er am Kreuz starb. Trotzdem gab es die eine oder andere Gelegenheit, bei der Jesus sein "wahres Selbst" offenbarte:

"Und nach sechs Tagen nahm Jesus mit sich Petrus und Jakobus und Johannes, dessen Bruder, und führte sie allein auf einen hohen Berg. Und er wurde verklärt vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. [...] Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören! Als das die Jünger hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und fürchteten sich sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührte sie an und sprach: Steht auf und fürchtet euch nicht!"
– Evangelium nach Matthäus, Kapitel 17, 1-2; 5-8

Das ist Ehrfurcht gebietend. Schon mal damit gerechnet, dass dir Jesus so begegnen könnte? Jesus hat unvorstellbare Macht. Als er kurz vor seiner Kreuzigung von Handlangern der jüdischen Führer gefangen genommen wurde, wollten ihn seine Nachfolger mit dem Schwert verteidigen. Jesus hielt sie aber unter schwerem Tadel zurück und entgegnete, dass ihm jederzeit mehr als zwölf Legionen (d.h. etwa 72.000) Engel zu Hilfe eilen könnten, wenn er nur wollte. Jesus schien in seinem Leben schwach zu sein, aber er ist sehr wohl in der Lage, uns zu schützen und letzten Endes Gerechtigkeit auf Erden zu schaffen!

Ewig-Vater

Als "Vater der Ewigkeit" erinnert Jesus an den Druiden Miraculix aus den Asterix-Comics. Dessen Zaubertrank verleiht den Bewohnern eines kleinen gallischen Dorfes übermenschliche Kraft, sodass sie den zahlenmäßig überlegenen römischen Belagerern standhalten können.

Jesus bietet dir auch eine Art Zaubertrank: Er will uns "Wasser des Lebens" geben. Damit meint er das wahre, unendlich lange, unendlich gute Leben, frei von Zwängen und Abhängigkeiten, das er jedem von uns ermöglichen möchte:

"Das ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben hat; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag."
– Evangelium nach Johannes, Kapitel 6,40

Dieses ewige Leben beginnt nicht erst im Jenseits, sondern schon im Diesseits. Menschen neigen dazu, immer "mehr" zu wollen (sonst wäre Weihnachten wohl kaum zu einer derartigen Orgie des Konsums entartet!), aber Jesus will unser Denken verändern. Erst wenn wir kapieren, dass es nicht um uns geht, können wir langfristig glücklich werden. Das Leben wird dadurch nicht unbedingt einfacher, aber definitiv sinnvoller. Wer sein Denken von Jesus verändern lässt, wird stark in Geist und Persönlichkeit, kennt seinen Platz im Leben und weiß, dass er niemals allein ist. Er kann zielorientiert, ausgeglichen und hoffnungsvoll Leben, ohne Angst vor dem Tod. Auf diese Weise verleiht uns Jesus die Fähigkeit, mit Problemen richtig umzugehen, was immer kommen mag. Die Probleme der Gallier haben auch trotz Zaubertrank nicht aufgehört, denn sie müssen sich nach wie vor mit römischen Legionären herumschlagen. Aber der Zaubertrank gibt ihnen die Kraft, damit fertig zu werden.

Friede-Fürst

Als "Fürst des Friedens" zeigt Jesus Parallelen zu König Aragorn aus "Herr der Ringe", der letztlich den furchtbaren Sauron und seine Ork-Horden vernichtet und Frieden nach Mittelerde gebracht hat. Viele Menschen fragen, warum Gott nichts gegen Krieg und Leid unternimmt. Dabei übersehen sie, dass Gott sehr wohl etwas tut: Er hat seinen Sohn zu uns gesandt. Durch Jesus hat Gott zur Nächstenliebe ermahnt, Menschen geheilt und ein ewiges Reich des Friedens angekündigt. Der Allmächtige hat sogar den Tod seines Sohnes in Kauf genommen, um etwas gegen das Leid auf unserer Welt zu tun. Er rät uns, diesem Jesus in Worten und Taten ähnlicher zu werden. Das ist der Weg zum Frieden. Das ist Gottes Art, Einfluss zu nehmen.

"Frieden hinterlasse ich euch; meinen Frieden gebe ich euch. Nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch; euer Herz erschrecke nicht und verzage nicht!"
– Evangelium nach Johannes, Kapitel 14,27

Es wird der Tag kommen, da Jesus auf die Erde zurückkehren und das angekündigte Friedensreich auch als politische Macht auf unserem Planeten errichten wird. Er wird von Jerusalem aus über alle Völker regieren und endlich vollständige Gerechtigkeit schaffen. Da wird unsere Weltpolitik enden! So steht es geschrieben.

Deine Entscheidung

Jetzt weißt du, mit wem du es zu tun hast. Denk daran, wenn du das nächste Mal das Jesusbaby in der Futterkrippe siehst! Dieser kleine Knilch ist Berater, Bodyguard, Arzt und Präsident. Dafür stehen seine vier Spitznamen. Niemand kann ernsthaft einfach an Jesus vorbeigehen. Entweder ist die ganze Geschichte erlogen – dann macht es keinen Sinn, Weihnachten zu feiern und du müsstest viele historische Belege mutwillig ignorieren – oder es ist wahr, dann können und sollten wir Jesus' krasse Fähigkeiten für uns beanspruchen.

Erstellt am 23. Dezember 2016 um 13:32 Uhr von Xan
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Denk die Wahrheit!


Denk die Wahrheit!
Denk die Wahrheit!

Für die Predigt in einer Freien evangelischen Gemeinde habe ich ein Wallpaper entworfen, das zum Nachdenken über die Wahrheit anregen soll. Welche so genannten "Wahrheiten", die uns im Volksmund und der Werbung erzählt werden, glauben wir? Was sind getarnte Lügen und was ist wirkliche Weisheit?

Schreib' in die Kommentarbox, was deiner Meinung nach in unserer Welt die größte Lüge ist und was die größte Wahrheit!

Erstellt am 17. November 2016 um 17:49 Uhr von Xan
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Warum war Jesus nicht verheiratet?


Vor einiger Zeit wurde mir diese Frage gestellt. Ich möchte mich an einer Antwort versuchen, jedoch ausdrücklich mit der Bibel als Grundlage.

"Das Abendmahl" von Leonardo da Vinci (1452-1519), Secco in der Dominikanerkirche Santa Maria delle Grazie in Mailand. Die Abbildung zeigt das Original vor der letzten Restaurierung.
"Das Abendmahl" von Leonardo da Vinci (1452-1519), Secco in der Dominikanerkirche Santa Maria delle Grazie in Mailand. Die Abbildung zeigt das Original vor der letzten Restaurierung.

Die biblischen Manuskripte sind die frühesten und zuverlässigsten Dokumente, die wir über das Leben Jesu haben. (Siehe dazu mein Artikel: Ist die Bibel vertrauenswürdig?) Darum werde ich nicht auf viel spätere, apokryphe Manuskripte eingehen, wie z.B. das so genannte Philippus-Evangelium aus den Nag-Hammadi-Schriften (3. Jahrhundert n. Chr.) oder das Maria-Evangelium (ca. 160 n. Chr.). Beide enthalten Verse, aus denen man schließen könnte, dass Jesus ein Verhältnis mit Maria Magdalena hatte. Aber als historische Beweisgrundlage sind sie völlig wertlos (mehr dazu hier).

Auch das im Jahr 2012 bekannt gewordene "Evangelium der Frau Jesu", das eigentlich nur ein winziger Papyrus-Schnipsel ist, hat sich als moderne Fälschung entpuppt, vermutlich aus dem 8. Jahrhundert und mit der Intention, die Stellung der Frau zu bekräftigen. Darin heißt es in einer Zeile "[...] Jesus spricht zu ihnen: Meine Frau [...] sie wird für mich Jünger sein können und [...]". Das Fragment ist davor und danach abgerissen, man weiß also nicht einmal genau, in welchen Kontext die Aussage gehört. (Mehr dazu bei Wikipedia.)

Die biblischen Manuskripte erwähnen mit keinem Wort, dass Jesus verheiratet war. Seine Zeitgenossen waren in ihren Berichten sonst sehr genau, sie erwähnten sogar mehrfach und detailliert Jesu leibliche Geschwister und Maria, seine Mutter (Matthäus 12,46 und 13,55; Lukas 8,19; Johannes 7,1-5; Apostelgeschichte 1,14). Wären seine Jünger davon ausgegangen, dass Maria Magdalena seine Ehefrau war, hätten sie das gewiss erwähnt.

Um so mehr mag es überraschen, dass Jesus laut Bibel sehr wohl eines Tages heiraten wird. Wenn auch nicht so, wie wir uns das vorstellen. (Dazu später mehr.) Es gibt jedenfalls viele Gründe, warum er in seiner Zeit auf Erden gewiss weder Ehefrau noch Kinder hatte. Einer davon ist, dass die biblischen Berichte Jesus nicht als normalen Menschen, sondern als Sohn Gottes beschreiben. Damit stehen sie im krassen Gegensatz zu den späteren apokryphen Schriften, die Jesus all zu menschliche Verhaltensweisen andichten wollen.

Zwar hatte Jesus die Bedürfnisse von Menschen (Essen, Schlaf, Anerkennung, ...), aber er hat bewiesen, dass er der fleischlichen Natur trotzen konnte, als er 40 Tage ohne Nahrung in der Wüste wanderte und vom Satan persönlich auf die Probe gestellt wurde (Lukas 4,1ff). Da konnte er wohl auch sexuellen Bedürfnissen widerstehen.

Es wäre auch verantwortungslos gewesen, zu heiraten. Jesus kam auf die Erde, weil er eine Aufgabe zu erfüllen hatte, nämlich die Sünde der Menschheit zu tragen und am Kreuz zu sterben. Er wusste das von Anfang an (Markus 27,63; Matthäus 8,31). Hätte er sich wirklich von Frau und Kind ablenken lassen sollen, nur um dann im besten Alter zu sterben und eine Witwe zurückzulassen? Jesu Tod hat ja schon seiner Mutter beinahe das Herz gebrochen.

Außerdem hätte Jesus niemals eine ihm geistig ebenbürtige Frau finden können. Der Sohn Gottes hat schon existiert, als die Welt erschaffen wurde (Johannes 8,58), ist also tausende von Jahren älter als jeder Mensch. Schon allein deshalb ist er jedem von uns intellektuell weit überlegen.

Heiraten ist grundsätzlich eine sehr irdische Angelegenheit. Jesus selbst hat gesagt, dass am Tag der Auferstehung, in Gottes neuer Welt, niemand heiraten wird, und dass es auch die Engel im Himmel nicht tun (Matthäus 22,30; Markus 12,25). Vermutlich ist der Bund der Ehe mehr ein Zeichen oder Gleichnis im Diesseits, um gewisse Zusammenhänge des Jenseits zu erklären.

Tatsächlich hat sich Jesus mehrfach als Bräutigam bezeichnet, um den Menschen etwas zu erklären. Auf die Frage, warum seine Jünger nicht fasten, antwortete Jesus: "Können die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam von ihnen genommen sein wird, und dann werden sie fasten." (Matthäus 9,15) Damit spielte Jesus auf seinen Tod an.

Da der Gottessohn wie ein Opfertier sterben musste, wurde er häufig als "Lamm Gottes" bezeichnet (Johannes 1,29; Apostelgeschichte 8,32; 1. Petrus 1,19). Glücklicherweise blieb er nicht im Grab, sondern kehrte zurück von den Toten. Eines Tages wird er alle Menschen zu neuem Leben erwecken, und dann wird es ein "Hochzeitsfest" geben. Im Buch der Offenbarung steht geschrieben: "Lasst uns fröhlich sein und jubeln und ihm die Ehre geben! Denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Frau hat sich bereit gemacht" (Offenbarung 19,7). Jesus ist das Lamm, aber wen wird er heiraten? Dazu lesen wir zwei Kapitel später:

"Komm, ich will dir die Frau, die Braut des Lammes, zeigen! Und er [d.h. ein Engel] brachte mich im Geist auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die große Stadt, das heilige Jerusalem, die von Gott aus dem Himmel herabkam, welche die Herrlichkeit Gottes hat. [...] Und einen Tempel sah ich nicht in ihr; denn der Herr, Gott der Allmächtige, ist ihr Tempel, und das Lamm. Und die Stadt bedarf nicht der Sonne noch des Mondes, daß sie in ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das Lamm. Und die Heidenvölker, die gerettet werden, werden in ihrem Licht wandeln, und die Könige der Erde werden ihre Herrlichkeit und Ehre in sie bringen. [...] Und es wird niemals jemand in sie hineingehen, der verunreinigt, noch jemand, der Greuel und Lüge verübt, sondern nur die, welche geschrieben stehen im Buch des Lebens des Lammes."
– Offenbarung 21,9ff

Am Ende der Welt, wenn Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde erschaffen wird, kommt also eine neue Stadt Jerusalem aus dem Himmel auf die Erde herab. Dieses neue Jerusalem ist die Braut, die Jesus (bildlich gesprochen) heiraten wird. Die Stadt symbolisiert wohl die gerechten Menschen, die fortan und bis in alle Ewigkeit mit Jesus vereint sein werden, wie in unserer Welt eine Frau mit ihrem Mann vereint ist.

Erstellt am 03. November 2016 um 12:15 Uhr von Xan
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500 Jahre Reformation


Christliche Gemeindeströmungen seit der Reformation (c) Lightwish.de
Christliche Gemeindeströmungen seit der Reformation (c) Lightwish.de

Am 31. Oktober des Jahres 1517 hat das deutsche Mönchlein Martin Luther seine berühmten 95 Thesen an die Wittenberger Schlosskirche angeschlagen und damit die theologische Auseinandersetzung angefacht, die in der Reformation und der Abspaltung von der katholischen Kirche endete. Im Kern bestritt Luther die Ansicht der Kirche, dass Erlösung von der Sünde durch den Kauf von Ablassbriefen möglich sei. Jesus hat diesen Preis schließlich durch seinen Tod am Kreuz bereits bezahlt. Ohne den Mut Luthers würden wir womöglich heute noch in einer Zeit kirchlicher Oberherrschaft leben, in der Ketzer verbrannt werden und das Volk in ständiger Furcht vor der Hölle niedergehalten wird.

Welch Ironie, dass der Reformationstag heutzutage ausgerechnet vom katholisch-heidnischen Halloween überschattet wird, an dem alle nur ans Feiern und Süßigkeitensammeln denken.

Also zurück zur Reformation. Ich habe ein kleines Schaubild erstellt, in dem die verschiedenen christlichen Gemeindeströmungen abgebildet sind, die seit der Reformation entstanden sind. Zunächst wagten nur wenige, sich der Kirche zu widersetzen, denn auch die abgespaltene lutherische Kirche war brutal in der Verfolgung und Auslöschung Andersdenkender. Erst im 18. Jahrhundert begann sich eine gewisse Meinungsfreiheit durchzusetzen, was einen drastischen Anstieg verschiedenster christlicher Gemeinschaften zur Folge hatte. Jeder konnte die Bibel selbst lesen und zu eigenen theologischen Ansichten gelangen, die sich von den bestehenden Kirchen unterschieden. Das ist der Grund, warum es in unserer Zeit eine so überwältigende Zahl an Kirchen und Gemeinden gibt, die sich meist nur in wenigen theologischen Fragen unterscheiden, obwohl sie die selbe Grundlage (die Bibel) haben.

Ich habe versucht, die bekanntesten und einflussreichsten Gemeinschaften in einer Grafik darzustellen und mit Pfeilen die Einflüsse aufeinander abzubilden. Selbstverständlich erhebt dieses Schaubild nicht den geringsten Anspruch auf Vollständigkeit. Es stellt lediglich eine grobe Übersicht dar. Da ich die Grafik für eine Präsentation in meiner Gemeinde verwendet habe, sind in den unteren Bereichen auch einige lokale Gemeinden aufgeführt, die im Raum Ludwigsburg und Stuttgart relevant sind.

Zur Grafik in Originalgröße hier klicken!

Meine Quellen sind Wikipedia, mein eigenes bescheidenes Wissen und ein Pastor meines Vertrauens :-) Fragen, Anmerkungen und Korrekturen dürft ihr gerne in die Kommentarbox schreiben. Falls jemand die Grafik zur Verwendung in einer Gemeinde haben möchte, sende ich sie euch auf Anfrage gern ohne Wasserzeichen zu.

Erstellt am 02. November 2014 um 11:35 Uhr von Xan
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Der Tag des Zorns


Ein paar Gedanken von mir zum 2. Petrusbrief, Kapitel 3, und über die Frage, warum sich Jesu Wiederkunft noch immer herauszögert.

Der Tag des Herrn steht bevor?
Der Tag des Herrn steht bevor?

Für jeden Juden war und ist der Tag des Herrn, (auch: Tag Gottes, Tag des Zorns, Tag des Gerichts, usw) ein stehender Begriff für den Tag, an dem der lang erwartete Erlöser Israels, der Gesalbte Gottes, sein ewiges Friedensreich aufrichten wird. Da ich glaube, dass Jesus von Nazareth dieser Gesalbte ist, entspricht der "Tag des Herrn" für mich der Wiederkunft Jesu und dem Ende der Welt, an dem Jesus alle Menschen richten wird.

In seinem ersten Brief schrieb Petrus, dass der Tag des Herrn nahe herbei gekommen sei und dass wir Grund zur Freude hätten, da Jesus bald wiederkommen würde. Seinen zweiten Brief verfasste er als alter Mann in einer römischen Todeszelle, während er dem Ende seines Lebens entgegensah. Schon damals begannen einige daran zu zweifeln, dass Jesus überhaupt wiederkommen würde und verbreiteten diese Meinung in der Gemeinde. Es musste also erklärt werden, warum Jesus immer noch auf sich warten ließ. In den ersten beiden Kapiteln seines zweiten Briefes ruft Petrus der jungen Christengemeinde zunächst die wahre Lehre in Erinnerung und nennt Beispiele für das unmoralische Verhalten der Irrlehrer. Im dritten Kapitel hingegen greift er die konkrete Irrlehre auf:

"Geliebte, dies ist nun schon der zweite Brief, den ich euch schreibe, um durch Erinnerung eure lautere Gesinnung aufzuwecken, damit ihr an die Worte gedenkt, die von den heiligen Propheten vorausgesagt worden sind, und dessen, was euch der Herr und Retter durch uns, die Apostel, aufgetragen hat. Dabei sollt ihr vor allem das erkennen, dass am Ende der Tage Spötter kommen werden, die nach ihren eigenen Lüsten wandeln und sagen: Wo ist die Verheißung seiner Wiederkunft? Denn seitdem die Väter entschlafen sind, bleibt alles so, wie es von Anfang der Schöpfung an gewesen ist!"
– Vers 1-4

Das ist die Irrlehre, um die es geht, und sie ist bis heute Realität für uns. Die meisten Menschen rechnen nicht mehr mit Jesu Wiederkunft, geschweige denn, dass er die Welt richten wird. Deshalb stellt Petrus anhand von drei Punkten klar, warum Jesus immer noch auf sich warten lässt:

1. – Die Geschichte wiederholt sich


"Dabei übersehen sie aber absichtlich, dass es schon vorzeiten Himmel gab und eine Erde aus dem Wasser heraus [entstanden ist] und inmitten der Wasser bestanden hat durch das Wort Gottes; und dass durch diese [Wasser] die damalige Erde infolge einer Wasserflut zugrundeging. Die jetzigen Himmel aber und die Erde werden durch dasselbe Wort aufgespart und für das Feuer bewahrt bis zum Tag des Gerichts und des Verderbens der gottlosen Menschen."
– Vers 5-7

Die Herauszögerung vom Ende der Welt ist eigentlich nichts Neues. Unsere Welt ist schon mal untergegangen: In den Tagen Noahs, als die Sintflut hereinbrach. Von der Schöpfung bis zur Sintflut vergingen ungefähr 1650 Jahre, und man geht davon aus, dass Noah ungefähr 120 Jahre an der Arche baute. Während dieser langen Zeit spotteten die Leute über ihn und gingen genau wie heute davon aus, dass alles so bleiben wird, wie es schon immer war. Doch Jesus selbst warnte vor diesem Irrtum: "Sie aßen, sie tranken, sie heirateten, sie ließen sich heiraten bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche ging und die Sintflut kam und brachte sie alle um." (Lukas 17,27) Mit anderen Worten: Sie lebten ganz normal tagein tagaus, ohne sich auf das Ende vorzubereiten. Jesus Christus und das Ende der Welt werden überraschend kommen, wenn niemand mehr damit rechnet.

Zwar zeigte Gott dem Noah einen Regenbogen als Zeichen dafür, dass er die Welt nie wieder im Wasser untergehen lassen würde, aber das bedeutet nicht, dass die Welt gar nicht mehr untergehen wird. Das nächste Mal wird eben kein Wasser kommen, sondern Feuer. Ich gehe davon aus, dass die Sintflutgeschichte auch deshalb gern ins Reich der Märchen verbannt wird: Sie ist ein warnendes Zeugnis dafür, dass das Ende der Welt ganz real kommen wird. Ein Zeugnis, das die Gottlosen laut Petrus absichtlich übersehen. Die Frage ist: Sind wir darauf vorbereitet?

2. – Göttliche Dimensionen


"Dieses eine aber sollt ihr nicht übersehen, Geliebte, dass ein Tag bei dem Herrn ist wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie ein Tag!"
– Vers 8

Diese Gegenüberstellung von göttlichem und menschlichem Zeitempfinden ist gewiss nicht wörtlich zu verstehen. Wahrscheinlich steht die Zahl 1000 hier symbolisch für eine sehr große Zeitspanne. Petrus will also nicht sagen, dass für Gott seit Jesu Auferstehung erst 2 Tage vergangen sind, sondern dass Gott generell in völlig anderen Dimensionen denkt als wir. Ich stelle es mir gerne so vor, dass Gott außerhalb unserers Raum-Zeit-Kontinuums existiert und von dort die gesamte Weltgeschichte auf einmal im Blick hat; für ihn verschwimmt die Zeit gewissermaßen auf einen Punkt. Eilig hat er es jedenfalls nicht. Wir sollten nicht denken, Gott hätte uns vergessen, nur weil Jesus nach unserem Empfinden lange auf sich warten lässt!

3. – Zeit ist Gnade!


"Der Herr zögert nicht die Verheißung hinaus, wie etliche es für ein Hinauszögern halten, sondern er ist langmütig gegen uns, weil er nicht will, dass jemand verlorengehe, sondern dass jedermann Raum zur Buße habe."
– Vers 9

Dieser letzte, wichtige Punkt wird gern übersehen. Könnte es sein, dass Jesus um Unseretwillen auf sich warten lässt? Käme er morgen wieder, wie viele Leute hätten dann keine Gelegenheit mehr, Vergebung für ihre Sünden zu finden? Und wäre er bereits vor 500 Jahren gekommen, hätten wir nie existiert! Wäre doch schade. Stattdessen schenkt er uns Zeit. Viel Zeit, Buße zu tun und Gott zu suchen. Das war übrigens auch schon bei Adam und Eva so. "Wenn ihr vom Baum der Erkenntnis esst, müsst ihr sterben", war das einzige, klipp und klare Gesetz im Garten von Eden. Die Menschen aßen vom verbotenen Baum – starben aber erst nach über 900 Jahren. Wenn Gott uns Zeit schenkt, ist das Gnade. Die sollten wir nicht verschwenden.

Schluss


Den Briefschluss nutzt Petrus, um den Tag des Herrn bildgewaltig zu illustrieren.

"Es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb in der Nacht; dann werden die Himmel mit Krachen vergehen, die Elemente aber vor Hitze sich auflösen und die Erde und die Werke darauf verbrennen. Da nun dies alles aufgelöst wird, wie sehr solltet ihr euch auszeichnen durch heiligen Wandel und Gottesfurcht, indem ihr das Kommen des Tages Gottes erwartet und ihm entgegeneilt, an welchem die Himmel sich in Glut auflösen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden! Wir erwarten aber nach seiner Verheißung neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt. Darum, Geliebte, weil ihr dies erwartet, so seid eifrig darum bemüht, dass ihr als unbefleckt und tadellos vor ihm erfunden werdet in Frieden!"
– Vers 10-14

Petrus will der Gemeinde hier gewiss keine Angst einjagen. Ich glaube, es geht ihm eher darum, dass wir das richtige Ziel nicht aus den Augen verlieren. Unsere diesseitige Welt ist nun mal nicht so, wie Gott sie sich vorgestellt hat. Deshalb dürfen wir dem Tag entgegeneilen, an dem Gott Himmel und Erde erneuert. Die Zerstörung geht Hand in Hand mit der Erneuerung. Diese Aussicht sollte uns laut Petrus motiveren, auch im Diesseits schon nach Gottes Grundsätzen zu leben. Die Irrlehrer, die Jesu Wiederkunft leugnen, können auch keine Hoffnung auf eine neue Welt haben, in der Gerechtigkeit herrscht. Aber genau das ist Thema der ganzen Bibel.

Der Rest des Briefes spricht eigentlich für sich:

"Und seht die Langmut unseres Herrn als [eure] Rettung an, wie auch unser geliebter Bruder Paulus euch geschrieben hat nach der ihm gegebenen Weisheit, so wie auch in allen Briefen, wo er von diesen Dingen spricht. In ihnen ist manches schwer zu verstehen, was die Unwissenden und Ungefestigten verdrehen, wie auch die übrigen Schriften, zu ihrem eigenen Verderben. Ihr aber, Geliebte, da ihr dies im voraus wisst, so hütet euch, dass ihr nicht durch die Verführung der Frevler mit fortgerissen werdet und euren eigenen festen Stand verliert! Wachst dagegen in der Gnade und in der Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus! Ihm sei die Ehre, sowohl jetzt als auch bis zum Tag der Ewigkeit! Amen."
– Vers 15-18

Erstellt am 08. März 2014 um 17:41 Uhr von Xan
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Ein paar Worte zu den Zeugen Jehovas


Jeder kennt sie, fast jeder lacht über sie: Jehovas Zeugen, die unermüdlichen Verkündiger von Gottes Königreich, gemeinhin auch als gefährliche Sekte bekannt. Ich schreibe diese Zeilen, um einige Dinge klarzustellen und ins rechte Licht zu rücken.

Lektüre der Zeugen Jehovas (c) Lightwish.de
Lektüre der Zeugen Jehovas (c) Lightwish.de

Es ist noch nicht lange her, da hatte ich auf dieser Website einen Artikel, der gegen die Zeugen Jehovas wetterte, weil sie den Weg der Erlösung für sich allein pachten. Zu meiner Schande muss ich auch gestehen, dass ich aufgrund ihrer scheinbar kuriosen Überzeugungen schlecht von ihnen dachte. Ich habe ihre Ansichten verworfen, ohne jemals ernsthaft darüber nachzudenken. Die öffentliche Berichterstattung und die Meinung der Menschen in meinem Bekanntenkreis hat dazu geführt, dass Jehovas Zeugen viel zu voreilig in der Schublade "vom Satan" gelandet sind. Ich bitte demütig um Vergebung.

Fakt ist: Ich habe viel Schlechtes über Zeugen Jehovas gehört. Angeblich würden sie Aussteiger terrorisieren, ihre Kinder schlagen, die Weltherrschaft anstreben, jeden Spaß im Leben verbieten, und das ist erst der Anfang. Ich weiß nicht, inwiefern solche Anschuldigungen berechtigt sind und will darüber kein Urteil fällen. Mit Sicherheit gibt es auch solche und solche Zeugen Jehovas. Aber eines weiß ich: Meine persönlichen Erfahrungen mit ihnen sind durchweg positiv. Sie sind zuverlässig, immer höflich, geduldig, humorvoll, hilfsbereit und haben ein enormes Wissen über die Heilige Schrift. Seit ich mich genauer mit ihrer Lehre befasse, habe ich mindestens drei wertvolle Dinge von ihnen gelernt:

1. – Das "Paradies" wird nicht im Himmel, sondern auf einer erneuerten Erde sein.
2. – Es gibt keine ewige Höllenqual, sondern die Toten sind schlicht und einfach tot.
3. – Im hebräischen bzw. griechischen Urtext der Bibel steckt weniger Dreieinigkeit als in so manch deutscher Übersetzung. Ich sage nicht, dass dieses Dogma falsch ist – nur, dass wir es mit Vorsicht genießen sollten und sehr genau hinschauen müssen, was die Bibel eigentlich sagt.

Klar kann ich das alles nach wie vor nicht mit Gewissheit sagen. Aber wenn ich die Bibel ohne die theologische Brille der Kirche lese, komme ich ehrlicherweise zu diesem Schluss. Im übrigen habe ich persönlich an den Zeugen Jehovas wesentlich weniger auszusetzen als an der katholischen Kirche.

Das bedeutet nun nicht, dass ich völlig mit den Zeugen Jehovas sympathisiere. Es gibt auch Aspekte ihrer Lehre, die ich nicht unterstützen möchte. Beispielsweise die Tatsache, dass sie den Weg der Erlösung mehr oder weniger für sich beanspruchen. Oder dass sie Teile der Heiligen Schrift nicht zeitgemäß anwenden, sondern wörtlich und im Kontext einer 2000 – 3000 Jahre alten Welt sehen. Manches sehen sie auch mit geradezu pharisäischer Strenge und Gesetzlichkeit. Das führt dazu, dass sie Bluttransfusionen ablehnen oder Geburtstage nicht feiern. Aber wer weiß? Vielleicht liegen sie auch damit gar nicht so falsch.

So ist das nun mal: Jede christliche Vereinigung hat Stärken und Schwächen. Die einen legen mehr Wert auf die Taufe, die anderen weniger. Die einen schweben geradezu im heiligen Geist, die anderen sitzen ruhig da und studieren die Bibel. Wieder andere halten ihre Gottesdienste in protzigen Kirchengemäuern, andere beim BurgerKing. Man kann immer auf beiden Seiten vom Pferd fallen. Liebe Christen, lernt von den anderen christlichen Glaubensrichtungen, statt sie zu verlachen! Der Apostel Paulus gibt dazu eine wirklich simple Anleitung: "Prüft aber alles und das Gute behaltet. Meidet das Böse in jeder Gestalt." (1. Thessalonicher 5,21+22) Wer Jesus Christus als Sohn Gottes anerkennt, ihm nachfolgt und glaubt, dass er aus den Toten auferstanden ist, darf sich "Christ" nennen. Das sollte uns vereinen, alles andere sind – streng genommen – Detailfragen.

"Johannes sprach zu ihm: Meister, wir sahen einen, der trieb böse Geister in deinem Namen aus, und wir verboten`s ihm, weil er uns nicht nachfolgt. Jesus aber sprach: Ihr sollt`s ihm nicht verbieten. Denn niemand, der ein Wunder tut in meinem Namen, kann so bald übel von mir reden. Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns. Denn wer euch einen Becher Wasser zu trinken gibt deshalb, weil ihr Christus angehört, wahrlich, ich sage euch: Es wird ihm nicht unvergolten bleiben."
– Markus 9,38-41

Und das sage ich allen: Wenn das nächste Mal die freundlichen Bibelforscher an eurer Tür klingeln, seid höflich und hört euch wenigstens an, was sie zu sagen haben. Vielleicht bittet ihr sie sogar auf einen Kaffee herein. Ihr müsst ihre Lehre nicht annehmen. Möglicherweise liegen sie mit ihrer Überzeugung auch völlig daneben. Aber wehe denen, die über Zeugen Jehovas lachen, ohne ihnen wenigstens einmal ernsthaft zugehört zu haben.

Erstellt am 11. Januar 2014 um 16:36 Uhr von Xan
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Was ich vom Koran gelernt habe


Der Koran (c) Munib Anwar, aboutpixel.de
Der Koran (c) Munib Anwar, aboutpixel.de

Habe eine deutsche Übertragung des Korans von vorn bis hinten durchgelesen. Die Vorstellung, dass dieses Buch von Gott herabgesandt worden ist, fällt mir jetzt allerdings schwerer denn je. Müsste ich doch das arabische Original lesen? Ist es beim Koran nicht der Inhalt, sondern die literarische Form, die überzeugt? Fragen über Fragen. Hier kommen jedenfalls meine wichtigsten Erkenntnisse in Kürze:

– Allah ist barmherzig und allvergebend (über 150x im Koran erwähnt). Leider gilt seine Barmherzigkeit nur Muslimen: Alle "Ungläubigen" werden ewig im Höllenfeuer schmoren (über 330x im Koran erwähnt). Sollte ich aus Furcht vor der Hölle zum Islam konvertieren? Werde darüber nachdenken.

– Die Belohnung für die Gläubigen ist ein sehr materialistisches Paradies voller fleischlicher Gelüste, wie z.B. den ewigen Jungfrauen mit großen Augen und "schwellenden Brüsten" (Sura 78,33). Klingt toll – aber auch sehr menschlich.

– Dummerweise kann niemand glauben, ohne Allahs Erlaubnis (Sura 10,100). Allah macht ohnehin, was er will und leitet zum Glauben, wen er will (über 60x im Koran erwähnt). Mit anderen Worten: Wir sind von vorn herein seiner Willkür ausgeliefert.

– Allah hat uns nur deshalb erschaffen, damit wir ihm dienen (Sura 51,56). Die Frage, warum er uns dann überhaupt einen freien Willen gegeben hat, bleibt offen.

– Scheinbar wurde der Gesandte Mohammed zu Lebzeiten als Betrüger, Besessener und Zauberer bezeichnet, sonst wäre nicht zu erklären, warum der Koran diesen Anschuldigen immer wieder so stark widerspricht und seine Legitimation geradezu erkämpft (z.B. Sura 17:47).

– Allahs Worte sind unabänderlich (Sura 10,64). Ich frage mich, warum Muslime trotzdem behaupten, die Bibel sei verfälscht worden? Das Evangelium und die Torah sind doch ebenso Gottes Wort und vom Himmel herabgesandt worden (Sura 5,66). Sollte Allah zugelassen haben, dass sein Wort verfälscht wird?


Vielleicht weiß ja jemand Rat.

Erstellt am 21. März 2013 um 20:00 Uhr von Xan
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