Theologie & Glaube

100 Peitschenhiebe im Namen Allahs


Jesus und die Ehebrecherin
Jesus und die Ehebrecherin

Wieder einmal wurde ich auf traurige Weise darin bestätigt, der Lehre Jesu zu folgen und die Religionen entschieden abzulehnen.

"Eine 15-Jährige ist auf den Malediven zu 100 Peitschenhieben verurteilt worden, weil sie vorehelichen Sex hatte. Als wäre das nicht genug Leid, ist sie jahrelang von ihrem Stiefvater missbraucht worden. Doch das mildert die Strafe nicht."
– FOCUS Online, 28. Februar 2013

Es hat nicht lange gedauert, die fragwürdige Motivation dieser "Bestrafung" zu finden:

"Peitscht die Unzüchtige und den Unzüchtigen gegebenenfalls jeweils mit hundert Peitschenhieben aus; und lasst euch angesichts dieser Vorschrift Allahs nicht von Mitleid mit den beiden ergreifen, wenn ihr an Allah und an den Jüngsten Tag glaubt. Und eine Anzahl der Gläubigen soll ihrer Pein beiwohnen."
– Koran, Sure 24,2

Ob ein junges Mädchen so etwas wohl überlebt? Sieht so Allahs große Huld und Barmherzigkeit aus? Einem solchen Gott würde ich niemals freiwillig folgen. Der Koran beteuert zwar unablässig die Barmherzigkeit Allahs, aber tatsächlich beschreibt er einen herrischen, willkürlich strafenden Gott, der die Menschen nur als Diener betrachtet und sie mit der Furcht vor der Hölle gefügig macht. (Die gleiche archaische Strategie, die die katholische Kirche mit ihrem Fegefeuer verfolgte.) Vielen Dank, aber darauf kann ich verzichten.

Ich bin so froh, dass Jesus Christus jede religiöse Dogmatik überwunden hat und uns zeigt, wie Gott wirklich ist:

"Die Schriftgelehrten und Pharisäer brachten eine Frau, beim Ehebruch ergriffen, und stellten sie in die Mitte und sprachen zu ihm [Jesus]: Meister, diese Frau ist auf frischer Tat beim Ehebruch ergriffen worden. Mose aber hat uns im Gesetz geboten, solche Frauen zu steinigen. Was sagst du? [...] Aber Jesus bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie nun fortfuhren, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie. Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde. Als sie aber das hörten, gingen sie weg, einer nach dem andern, die Ältesten zuerst; und Jesus blieb allein mit der Frau, die in der Mitte stand. Jesus aber richtete sich auf und fragte sie: Wo sind sie, Frau? Hat dich niemand verdammt? Sie antwortete: Niemand, Herr. Und Jesus sprach: So verdamme ich dich auch nicht; geh hin und sündige hinfort nicht mehr."
– Evangelium nach Johannes, Kapitel 8,3-11

Erstellt am 03. März 2013 um 20:51 Uhr von Xan
Kategorie: Theologie & Glaube
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Lohnt sich der Glaube?


"Die Erschaffung Adams", Deckenfresko in der Sixtinischen Kapelle, Michelangelo, um 1510
"Die Erschaffung Adams", Deckenfresko in der Sixtinischen Kapelle, Michelangelo, um 1510

Der katholische Philosoph Blaise Pascal versuchte mit seiner berühmten Pascalschen Wette nachzuweisen, dass es logisch betrachtet sinnvoll ist, an einen Gott (oder mehrere Götter) zu glauben. Die Wette ist allerdings kein Argument für die tatsächliche Existenz Gottes. Wer darüber Klarheit erlangen möchte, darf sich nicht fragen, ob Gottes Existenz persönliche Vor- oder Nachteile hätte.

"Angenommen es sei sicher, dass es Gott gibt oder ihn nicht gibt, und dass es keinen Mittelweg gibt. Für welche Seite werden wir uns entscheiden? [...] Lassen Sie uns ein Spiel spielen, bei dem es zu einer Entscheidung für Kopf oder Zahl kommt. Mit Vernunft können wir weder das eine noch das andere versichern; mit Vernunft können wir weder das eine noch das andere ausschließen. Verfallen Sie also nicht dem Irrtum, dass hierbei eine richtige Wahl getroffen werden könnte, denn Sie wissen nicht, ob Sie falsch liegen oder schlecht gewählt haben [...]

Sowohl wer sich für Kopf entscheidet, als auch wer sich für Zahl entscheidet, beide liegen falsch: Die Wahrheit kann nicht durch eine Wette entschieden werden, aber es muss gewettet werden. Es gibt keine Freiwilligkeit, Sie müssen sich darauf einlassen. Wenn Sie nicht wetten, dass es Gott gibt, müssen Sie wetten, dass es ihn nicht gibt. Wofür entscheiden Sie sich? Wägen wir den Verlust dafür ab, dass Sie sich dafür entschieden haben, dass es Gott gibt: Wenn Sie gewinnen, gewinnen Sie alles, wenn Sie verlieren, verlieren Sie nichts. Setzen Sie also ohne zu zögern darauf, dass es ihn gibt."

– Blaise Pascal

Die Pascalsche Wette nimmt an, dass Glaube nichts kostet. Das allerdings ist subjektiv. Glaube kann sowohl Vorteile als auch Nachteile haben, und das hängt stark von unserem Gottesbild ab. Religiöse Dogmen könnten als Kosten für den Glauben betrachtet werden: Fasten, Geld spenden, Gebete sprechen, etc. Ob und was davon tatsächlich notwendig ist, steht freilich auf einem anderen Blatt. Gehen wir der Einfachheit halber davon aus, dass diese Pflichten erfüllt werden müssen, um in den Himmel zu kommen. Wenn wir den Gewinn des Himmels mit "unendlich" bewerten, ist es selbst bei enormen Kosten für den Glauben, die ja immer endlich sind, immer noch die bessere Entscheidung, an Gott zu glauben – sofern die Wahrscheinlichkeit seiner Existenz größer ist als Null. Der Glaube würde sich trotzdem "lohnen".

Wie Pascal selbst sagte, kann die Wahrheit nicht durch eine Wette entschieden werden. Das stimmt. Aber ich bin davon überzeugt, dass wir mit unserem Verstand sehr wohl entscheiden können, ob Gott existiert oder nicht. Nur wer sich aus Faulheit nicht den Kopf darüber zerbrechen möchte, sollte laut der Pascalschen Wette an Gott glauben, da es rational betrachtet die günstigere Entscheidung ist. Aber auch das entspricht gewiss nicht dem, was sich der Allmächtige von uns wünscht:

"Angenommen, es gäbe einen Gott, der uns beobachtet und darüber entscheidet, welche Seelen in den Himmel kommen, und Gott möchte den Himmel nur mit moralisch guten Menschen besiedeln. Er wird wahrscheinlich aus jenen Seelen auswählen, die eine bedeutende Anstrengung zur Enthüllung der Wahrheit geleistet haben. [...] Wenn Menschen ein Bewusstsein für das gute und schlechte Handeln haben, folgt daraus, dass sie auch ein Bewusstsein für Gut und Böse besitzen. Dieses Bewusstsein erfordert ein umfassendes Wissen über unser Universum, und zum Beispiel auch darüber, ob es Gott wirklich gibt. Diese Menschen kümmern sich darum, ihre Glaubensinhalte zu bestätigen, zu testen und letztendlich zu erfahren, ob ihr Glauben vermutlich korrekt ist oder nicht. Deshalb verdienen nur Menschen, die stets die Sittlichkeit ihrer Entscheidungen überprüfen, einen Platz im Himmel – außer Gott möchte den Himmel mit moralisch faulen, unverantwortlichen oder unzuverlässigen Menschen füllen. [...] Wenn jemand in den Himmel kommen möchte, muss er einige bedeutende Fragen klären – und dazu gehört auch diese: Existiert Gott?"
– Richard Carrier, "The End of Pascal`s Wager: Only Nontheists go to Heaven", 2002

Die ernsthafte Suche nach Gott ist also wesentlich wichtiger als pure Spekulation. Es geht hier nicht um Glücksspiel, nicht um das Abwägen von Vor- und Nachteilen, sondern um Wahrheit. Man kann und sollte mit dieser Wette niemandem zum Glauben "überreden". Denn ein auf Pascals Weise kalkulierender und spekulierender Mensch ist eigentlich nur scheinbar gläubig, und obendrein egoistisch, da er nur eiskalt berechnet und für sich den größten Gewinn erzielen möchte. Würden wir an Gottes Stelle einer solchen Person die unendliche Belohnung nicht zu Recht verwehren?

Wenn du ernsthaft die Wahrheit suchst, solltest du Gottes Existenz in Betracht ziehen – auch, wenn dir dieser Gedanke nicht in den Kram passt. Und dann gilt es, herauszufinden, wie dieser Gott ist. Es gibt nur eine Wahrheit, und die richtet sich nicht nach unseren Vorlieben.

Was bleibt noch zu sagen? Wer den Glauben an den Gott der Bibel als Last oder Unterdrückung betrachtet, hat etwas grundlegend falsch verstanden. Gott zwingt uns nicht in religiöse Verpflichtungen. Glaube sollte viel mehr eine freundschaftliche Beziehung zwischen Schöpfer und Schöpfung sein. Investiert man in gute Beziehungen nicht freiwillig Zeit und Kraft? Die positiven Nebeneffekte sind Freiheit, Sinn im Leben, ein Zuhause, Hoffnung, größer werdende Erkenntnis und nicht zuletzt das ewige Leben. Diese Entscheidung sollte in der Tat nicht schwer fallen.

Erstellt am 18. Februar 2013 um 11:44 Uhr von Xan
Kategorie: Theologie & Glaube
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