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[star]  Titel: Von wegen menschlich

[folder]  Kategorie: Philosophie & Grenzwissen

[time]  Letzte Änderung: 25.3.2013 um 21:38 Uhr

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Ein nachdenklicher Schimpanse? (c) Sascha Priesemann, pixelio.de

Von wegen menschlich

Die "Zeit" berichtete von einer Studie, der zufolge Affen überhaupt nicht "nach-äffen" können. Obwohl Schimpansen dem Menschen genetisch zu 98,5% identisch sind, ist die vollständig fehlende Gabe der Imitation ein fundamentaler Unterschied zum Menschen. Ist der Mensch doch mehr als ein evolutionär hochentwickeltes Tier?

Schimpansen sind uns weniger ähnlich, als viele Studien nahelegen. Doch diese ernüchternde Erkenntnis kommt in der Fachwelt nicht gut an.

In einschlägigen Fachartikeln und den bunten Meldungen in Zeitungen werden die Unterschiede zwischen Schimpansen und Menschen mit jedem Tag ein bisschen kleiner. Demzufolge können unsere tierischen Verwandten all das, was auch wir können – sie trauern, trösten, malen, artikulieren, benutzen Werkzeuge und verfügen über eine Kultur. Es ist ein sehr menschliches Bild der Menschenaffen, das die Wissenschaft in den vergangenen Jahren gezeichnet hat.

Aber stimmt es überhaupt? Oder erscheinen uns die Schimpansen womöglich nur deshalb so ähnlich, weil ausschließlich solche Ergebnisse der Affenforschung derzeit gefragt sind? Wer sich mit der Forschung von Claudio Tennie beschäftigt, beginnt bald, sich diese Fragen zu stellen. Die Arbeiten des Verhaltensforschers lassen nicht nur an der romantischen Vorstellung vom ach so menschlichen Affen zweifeln. Sie kratzen auch am Mythos der unvoreingenommenen Wissenschaft und erwecken den Verdacht, dass sie vor allem das zur Kenntnis nimmt, was zu den herrschenden Moden passt.

– Zeit Online

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