Der Sinn des Lebens für Babys: Schlafen, Essen, Mama, Papa. Von Kindern kann man so viel lernen. (c) Josh Willink, pexels.com

Was ist der Sinn des Lebens?

Menschen scheinen etwas zu brauchen, das sie ausfüllt und ihrer Existenz Sinn gibt. Wir möchten wissen, warum wir hier sind und ob wir im Leben eine Art Bestimmung haben: Eine Aufgabe, für die wir geboren wurden. Natürlich gibt es auch eine elegante Möglichkeit, diese drängende Frage zu betäuben, nämlich indem man den Sinn des Lebens im Spaß und Vergnügen des Augenblicks sucht. Aber ist das wirklich alles?

Ohne Gott ist alles sinnlos

Die große Ernüchterung zuerst: Wenn es keinen intelligenten Schöpfer im Universum gibt, hat unser Leben absolut keinen Sinn. Wenn wir nur eine Ansammlung zufällig zusammengewürfelter Atome sind, enthalten unsere Gehirne auch nur zufällige elektromagnetische Impulse und wir dürften nicht einmal unseren Gedanken trauen, mit denen wir über die Sinnfrage nachdenken. Wir wären dem Chaos der Evolution ausgeliefert. Fressen oder gefressen werden. Eine Bestimmung könnten wir bestenfalls darin sehen, das Fortbestehen unserer Art zu sichern. Aber existieren, um die Existenz zu bewahren – worin liegt da der Sinn? In einer derart tragischen Welt wäre das einzig Erstrebenswerte, das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten und auf einen schmerzlosen Tod zu hoffen.

Zwar könnte jemand auf die Idee kommen, sein Leben selbst mit Sinn zu füllen, beispielsweise durch Sport, Vereine oder Hilfsprojekte, aber tun wir das nicht auch nur, weil wir irgendeinen Nutzen davon haben? Konsequent zu Ende gedacht führt die Frage nach dem Sinn des Lebens in einem rein materialistischen Weltbild zu einer sehr egoistischen Haltung, die sich leider bei vielen Menschen beobachten lässt. Der Apostel Paulus hat das schon vor langer Zeit auf den Punkt gebracht:

"Wenn die Toten nicht auferstehen, dann lasst uns essen und trinken; denn morgen sind wir tot!"
– 1. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 15,32

Ganz ehrlich? Wenn du dir absolut sicher bist, dass es keinen Gott gibt, dann nimm im Leben alles mit, was du kriegen kannst. Hauptsache du hast Spaß. Meiner Meinung nach lässt sich Gott aber nicht so einfach "weg-erklären", wie das manch einer gern hätte. Jedenfalls bin ich zutiefst davon überzeugt, dass Gott tatsächlich existiert, dass die Toten einst auferstehen werden und dass der Schöpfer sich uns durch die Bibel mitteilen möchte. Daraus folgt, dass ich die Frage nach dem Sinn nur mit den Aussagen der Bibel beantworten kann, denn wenn jemand etwas über die Gründe unseres Daseins weiß, dann doch wohl der Schöpfer selbst.

Es ist schwer, die Sinnfrage mit einem kurzen Satz zu beantworten, denn in der Bibel findet man verschiedene Antworten, die ganz unterschiedliche Lebensbereiche betreffen. Ich werde mich auf die drei beschränken, die mir am Relevantesten erscheinen.

Machet sie euch untertan

Der erste Aspekt ist beinahe offensichtlich, er lautet schlicht und einfach: Wir sind hier, um Nachkommen zu zeugen und über den Planeten zu herrschen. In der Schöpfungsgeschichte der Bibel ist es das Erste, was Gott zu den Menschen sagt:

"Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht."
– 1. Buch Mose (Genesis), Kapitel 1,28 (Luther-Übersetzung)

Das Herrschen über die Tiere ist wohl als Teil einer natürlichen, gottgewollten Ordnung gedacht, die den Kreislauf und das Gleichgewicht des Lebens sichert. Menschen sind vermutlich die einzigen Lebewesen auf dem Planeten, die in großem Stil zu logischem Denken fähig sind und sich selbst und ihr Handeln reflektieren können. Damit sind wir sprichwörtlich zum Herrschen geboren – aber Gott dachte bei "herrschen" sicher nicht an Massentierhaltung, Regenwald-Abholzung und ökologische Ausbeutung. Ein wahrhaft weiser Herrscher dient seinen Untergebenen, leitet sie an, bringt ihr Potenzial zur Entfaltung und schafft – wenn nötig – Gerechtigkeit unter ihnen. Ich denke, in diesem Sinn hat uns Gott zu Verwaltern über den Planeten eingesetzt. Das ist eine enorme Verantwortung, die momentan sehr leichtfertig mit Füßen getreten wird.

Nachwuchs zu bekommen und für eine Familie zu sorgen ist ebenfalls eine Aufgabe, in der Menschen aufgehen und glücklich werden können. Die Gemeinschaft mit Familie und Freunden halte ich zwar für durchaus sinnvoll, aber das Vermehren an sich kann meiner Ansicht nach nicht der Sinn sein, denn es sichert lediglich die Grundlage der Existenz. Darauf kann jedoch eine Art "höherer" Zweck des Daseins aufbauen, auf den ich jetzt zu sprechen komme.

Die Ewigkeit in unserern Herzen

Der Hauptaspekt unseres Daseins lautet meiner Ansicht nach vereinfacht und sehr plump formuliert: Gott hat uns erschaffen, damit wir seine Freunde werden. Mehr als einmal stellen die biblischen Autoren klar, dass Gott die Menschen liebt[1] und dass er sich nach Gemeinschaft mit ihnen sehnt. ("Adam, wo bist du?")[2] Israels Stammvater Abraham, der "Vater des Glaubens" und Vorbild vieler Menschen, wurde "Freund Gottes" genannt.[3] Besonders deutlich wird es auch am Leben von Jesus Christus, der in seinem Denken und Handeln den Allmächtigen selbst widerspiegelte. Jesus war der Menschenfreund schlechthin. Wo immer er konnte, heilte er Menschen und versuchte, sie von ihren gottlosen Wegen abzubringen und ihre Gottesbeziehung in Ordnung zu bringen.

Gott hat uns Menschen offensichtlich so konzipiert, dass wir einem leeren Gefäß gleichen. Wir sind stets auf der Suche nach etwas, das uns dauerhafte Zufriedenheit verspricht. Leider bringt alles, was wir auf Erden finden, nur ein kurzes Glück und hinterlässt anschließend eine um so größere Leere in uns; seien es Frauen, Häuser, Autos, Spiele, Pornos oder Sonstwas. Es scheint so, als sei Gott selbst das einzige Wasser, das unser Gefäß langfristig voll machen und sogar zum Überlaufen bringen kann. Aus meiner eigenen Erfahrung und der von tausend anderen Menschen kann ich sagen, dass es die Beziehung zum Schöpfer ist, die unser Streben nach dem gewissen "Etwas" beendet und uns in geistiger Hinsicht Ruhe bringt. Der Ewige selbst hat die "Ewigkeit in unser Herz gelegt",[4] sodass wir nur bei ihm unseren Frieden finden können. Er selbst ist die Antwort auf die Frage, warum wir hier sind und wohin wir gehen. Und damit wird er gleichzeitig zur absoluten Autorität.

Meiner bescheidenen Meinung nach sollte die Freundschaft zu Gott weniger eine "kumpelhafte" Beziehung sein, sondern mehr einer Vater-Sohn-Beziehung gleichen. Wir dürfen niemals vergessen, dass wir die Geschöpfe sind und Gott der Schöpfer. Ich halte deshalb ein gesundes Maß an Ehrfurcht und Demut dem Allmächtigen gegenüber für angebracht, was auch beinhaltet, möglichst nach Gottes Grundsätzen zu leben. Wenn er uns erschaffen hat und unser Bestes will, dann wird er sehr genau wissen, was gut für uns ist. Gottes Weisungen dienen eben diesem Zweck und lassen sich wie folgt zusammenfassen:

"Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft und deinem ganzen Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst."
– Evangelium nach Lukas, Kapitel 10,27 (Luther-Übersetzung)

Wenn jeder Mensch seine gesamte Kraft in die Erfüllung dieses Grundsatzes stecken würde und den ganzen Sinn seines Lebens darin sähe, seine Mitmenschen zu lieben – was wäre das für eine Welt! Wir hätten vermutlich den Himmel auf Erden. Und wer die Beziehung zu Gott als den Sinn seines Lebens sieht und mit dem Allmächtigen durch Gebet im Kontakt bleibt, wird frei davon, nach immer neuen vergänglichen Gütern zu streben. Eine gesunde Gottesbeziehung äußert sich in einer Art Grund-Zufriedenheit, die es uns ermöglicht, mit den Dingen zufrieden zu sein, die wir haben, und nicht immer "mehr" zu wollen.

Haschen nach Wind

Etwa 1.000 Jahre vor Christus lebte Salomo, der für seine enorme Weisheit bekannte König von Israel. Er hatte so ziemlich alles, was ein Mann sich nur wünschen kann: Macht, Reichtum, Frauen, Kinder, Wissen, Weisheit – und auch er war auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Letztlich befand er alles, was man auf Erden erreichen kann, für nichtig und sinnlos, als wäre es "Haschen nach Wind".[5] Wer in diesem Leben Wohlstand, Wissen und Weisheit erlangt, wird letztlich genau so sterben wie ein einfältiger Bettler. Deshalb kam Salomo zu folgendem Schluss:

"Freue dich, Jüngling, in deiner Jugend, und dein Herz mache dich fröhlich in den Tagen deiner Jugendzeit! Und lebe nach dem, was dein Herz wünscht und wonach deine Augen ausschauen! Doch wisse, dass um all dieser Dinge willen Gott dich zur Rechenschaft ziehen wird!
– Der Prediger (Kohelet), Kapitel 11,9 (Elberfelder Übersetzung)

"Lasst uns am Ende die Summe von allem hören: Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das gilt für alle Menschen."
– Der Prediger (Kohelet), Kapitel 12,13 (Schlachter Übersetzung)

Das Fazit des Predigers ist einfach: Genieße das Leben, iss und trink mit deiner Familie und deinen Freunden – aber vernachlässige dabei die anderen beiden Aspekte nicht. Das bedeutet: Lebe nicht auf Kosten anderer, sondern hilf ihnen, in geistiger und materieller Hinsicht zu der Zufriedenheit zu gelangen, die du selbst (hoffentlich) erfährst. Und vergiss nie, dass du eines Tages vor deinem Schöpfer Rechenschaft ablegen musst.


Verwendete Literatur

[1] Evangelium nach Johannes, Kapitel 3,16
[2] 1. Buch Mose, Kapitel 3,9
[3] Jesaja 41,8; Jakobus 2,23
[4] Der Prediger (Kohelet), Kapitel 3,11
[5] Der Prediger (Kohelet), Kapitel 1,14

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Kommentare

Xan (www.lightwish.de)
Hey Xeno,

vermutlich gehst du davon aus, dass jeder Mensch seinen eigenen, persönlichen Sinn im Leben finden kann, der eine vielleicht in materiellen Dingen, der andere bei Quetzalcoatl, der dritte beim Gott der Bibel. Aber meine Theorie ist ja gerade, dass das nicht so ist, sondern dass es eine objektive Wahrheit gibt, die die einzige Quelle ist, an der Menschen langfristige, wahre Erfüllung finden können. Ich hab auch lange genug den Sinn in materiellen Dingen gesucht (Filme, Spiele, usw.) und diese Dinge sind ja an sich nichts Schlimmes. Aber ich habe festgestellt, dass weder ich noch irgendjemand den ich kenne, damit langfristig und grundlegend zufrieden wird. Sobald ich beginne, diese Dinge als Fundament meines Lebens zu betrachten, hat mein Leben keinen wirklichen Sinn.

Ich gebe dir völlig recht damit, dass man sich nur dann effizient um die Probleme anderer kümmern kann, wenn man mit sich selbst (und den eigenen Problemem) im Reinen ist. Ironischerweise ist es meiner Erfahrung nach eben gerade der Schöpfer, der uns z.B. durch die Bibel am besten bei diesen Problemen helfen kann! Und uns dadurch, wie ich schon gesagt habe, dazu freisetzen kann, uns auch um andere zu kümmern.

Worin findest du den Sinn deines Lebens? Was macht dich langfristig und grundlegend zufrieden, auch wenn z.B. die äußeren Umstände unserer Welt chaotisch sind?

(Antworte mir am Besten per Mail, wir sollten keine Diskussion in den Kommentaren führen. Danke!)
Geschrieben am 23. Januar 2017 um 18:19 Uhr
Xeno
Und nochmal aloha :)

das alle Menschen nach einer egoistischen Suche angetrieben werden, joar, seh ich auch so. Das ist ja die Suche nach dem Sinn ihres ganz persönlichen Lebens, also nach dem, was ihr Leben erfüllt und sie dann glücklich macht.
Allerdings würde ich eben NICHT danach unterscheiden, was ein jeder als seine persönliche Lösung für diese Suche findet, also im Sinne von: ist die Lösung eher materiell oder eher spirituell, sondern ich würde, wenn überhaupt, danach unterteilen, ob diese Lösung (alias: der Sinn dieses Lebens) etwas ist, wovon nur diese eine Person profitiert (und hier in zwei Unterpunkte: nur diese eine Person hat was davon, aber es wird auch keinem anderen noch geschadet -> Gemeinschaftswohl plusminus Null, oder Variante zwei, die richtig üble: es geht auch noch auf Kosten anderer, die Gemeinschaft hat darunter zu leiden, das es dem einen gut geht), oder ob es was sozialeres ist, wovon mehr Leute profitieren - sprich, es haben mehr als nur dieser eine was davon, der restlichen Gemeinschaft geht's dann auch etwas besser.

Denn wenn die Lösung für eine Person zB. irgend ein aztekischer blutsüchtiger Gott ist, dann ist die Lösung zwar höchst spirituell, aber das Resultat davon könnte der Gemeinschaft nicht sonderlich gefallen... spätestens, wenn da Altare mit Blutopfern usw. auftauchen und hier und da Leute verschwinden ^.^
Hingegen können die gänzlich materiellen Bastelein eines Hobby-Bastlers durchaus auch viele andere glücklich machen, auch wenn der Bastler immer wieder was neues basteln muss... des bastelns - seines Lebensinhalts/Lebenssinss wegen *g*

Und ja, ich wäre auch froh, wenn die Menschen wieder etwas sozialer werden würden, Geiz ist geil und der andere kapitalistische und damit sozial schädliche Kram hilft keinem friedlichen Zusammenleben.
Aber solches Verhalten ist nicht angeboren oder vorprogrammiert, sondern wird angelernt ;) insofern besteht noch Hoffnung :)

Allerdings verstehe ich auch durchaus die Leute, die erstmal ihre eigenen weltlichen und anderen Probleme lösen wollen, bevor sie sich allen anderen Problemen zuwenden können. Denn man sollte auch keineswegs erwarten, das es andere machen, sondern selbst was dafür machen... mit gutem Beispiel voran gehen. Manche sagen ja auch, hilfst du dir selbst, hilft dir Gott. Sich ausschließlich für andere aufreiben, kanns schließlich auch nicht sein ^.^ ausser natürlich, man wird damit tatsächlich glücklich.

Tschö erstmal wieder
Geschrieben am 23. Januar 2017 um 13:47 Uhr
Xan (www.lightwish.de)
Hi Xeno,

es ist zunächst einmal gar nicht meine Absicht, zwischen gläubigen und nichtgläubigen Menschen zu unterscheiden. Ich sehe es tatsächlich so, dass alle Menschen, unabhängig von ihren Weltbildern, von der selben, egoistischen "Suche nach dem gewissen Etwas" angetrieben werden. Das scheint (leider?) völlig normal zu sein, wir wurden offensichtlich so konzipiert.

Ein Unterschied entsteht erst bei der Frage, worin wir die "Erfüllung" suchen. Meine Erfahrung besagt eben, dass alle möglichen materiellen Güter unser "Gefäß" nur sehr kurzzeitig stillen, danach brauchen wir wieder "mehr" (wir Junkies). Und das resultiert in der Praxis eben in Egoismus, weil wir quasi ständig auf der Suche nach Stoff sind.

Meiner Meinung nach macht es deshalb einen Unterschied, wenn du die "Erfüllung" bei deinem Ursprung (dem Schöpfer) suchst. Wenn du diese Grund-Zufriedenheit erlangst, die die Beziehung zum Schöpfer bietet, endet die Suche und du bekommst den Kopf frei, um auch mal völlig uneigennützig zu handeln. (Ob du es dann auch tust oder nicht – das ist eine andere Frage!)

Ich möchte damit gewiss NICHT sagen, dass Gläubige in der Praxis immer nur "gut / selbstlos" handeln und Ungläubige immer "schlecht / egoistisch". Denn letztlich sind wir alle Menschen mit einem egostischen Trieb. Jedoch stelle ich im harten Alltag eine gewisse Tendenz fest, und ist nicht gerade dieses praktische Resultat nachher entscheidend?

Und ja, du hast Recht, es gibt sicher viele Gläubige, die nur deshalb "gut" handeln, weil sie sich dadurch das Paradies erhoffen oder Angst vor der kirchlichen Höllen-Vorstellung haben. Vielleicht bin ich sogar einer davon (du wirst es nicht glauben, aber die eigenen, tiefsten Beweggründe zu verstehen, ist manchmal gar nicht so einfach). Aber ich hoffe und glaube, dass wir zu Menschen werden können, die wirklich völlig selbstlos handeln. Letztlich wird der Schöpfer darüber entscheiden, der die Herzen sieht.

Mehr kann ich auch nicht sagen :))
liebe Grüße und bis bald mal wieder.
Geschrieben am 19. Januar 2017 um 18:51 Uhr
Xeno
Aloha mal wieder ^.^

irgendwie... kommt mir der Text zwar alles in allem gut durchdacht, aber im wesentlichen Punkt nicht konsequent zu Ende gedacht vor. Daher gleich zum Einstieg, Zitat Nr. 1 (quasi die nichtgläubige Variante, welche du mMn. konsequent zu Ende gedacht hast):

"Zwar könnte jemand auf die Idee kommen, sein Leben selbst mit Sinn zu füllen, beispielsweise durch Sport, Vereine oder Hilfsprojekte, aber tun wir das nicht auch nur, weil wir irgendeinen Nutzen davon haben? Konsequent zu Ende gedacht führt die Frage nach dem Sinn des Lebens in einem rein materialistischen Weltbild zu einer sehr egoistischen Haltung, die sich leider bei vielen Menschen beobachten lässt."


und demgegenüber Zitat Nr 2, die mMn. nicht so konsequent zu Ende gedachte:

"Wir sind stets auf der Suche nach etwas, das uns dauerhafte Zufriedenheit verspricht. Leider bringt alles, was wir auf Erden finden, nur ein kurzes Glück und hinterlässt anschließend eine um so größere Leere in uns. ... Aus meiner eigenen Erfahrung und der von tausend anderen Menschen kann ich sagen, dass es die Beziehung zum Schöpfer ist, die unser Streben nach dem gewissen "Etwas" beendet und uns in geistiger Hinsicht Ruhe bringt."

Wenn mir die Frage erlaubt ist, warum findest du es nur im ersten Zitat für die Nichtgläubigen egoistisch, wenn jeder seinem Leben selbst einen Sinn gibt/geben muss, um glücklich, zufrieden, erfüllt zu sein, und bei den Gläubigen nicht?

Denn auch die Gläubigen suchen doch letztlich nur etwas, um ihr ganz persönliches Ego zu befriedigen; du nennst es hier nur: "unser Streben nach dem gewissen "Etwas" beendet und uns in geistiger Hinsicht Ruhe bringen". Sind doch aber eigentlich nur schönere Worte für das selbe egoistische Verhalten - den eigenen, diesen einen bestimmten und stetig nagenden Hunger stillen.
Die Gläubigen sind nur eben für sich zu der Erkenntnis gekommen, das die Lösung und Antwort für sie und ihre Sucht, ihren Hunger, ihr Verlangen halt "Gott" heisst, und nicht zB Fußball oder Pizza (wobei mich bei einigen Gläubigen eher das Gefühl beschleicht, das die mehr am Paradies interessiert sind, und Gott nur notwendiges Beiwerk ist ^.^).
Aber ob es nun Paradies oder Gott ist, in beiden Fällen ists doch nur genau das, was dir [i]DEIN Leben sinnvoll machen soll[/i], was deinem Leben den ersehnten Sinn und die (dauerhafte) Erfüllung geben soll.
Wirst du damit nicht auch nur von genau jenem egoistischem Trieb (zu Gott) getrieben, der die Nichtgläubigen zu ihren Sachen treibt? Würde ein Gläubiger für sich zB. zur Erkenntnis kommen, das sein Leben nur von Satan erfüllt werden kann, statt von Gott, er würde sich Satan statt Gott zuwenden, und dessen Regeln befolgen.

Gut, man kann Gott und den Gläubigen nun zugute halten, das sie dazu Regeln von Gott einhalten müssen, deren Auswirkungen allgemeinhin als "gut" eingestuft werden, weil auch andere was davon haben... aber werden diese Regeln nicht hauptsächlich nur deswegen befolgt, weils ohne deren befolgen kein Zutritt zu Gottes Reich gibt?
Das noch andere Menschen davon profitieren, kann man mMn. auch als Nebeneffekt ablegen, denn es werden sicher auch göttliche Regeln eingehalten, von denen sonst kein weiterer was hat. Warum? Weil auch das Gottes Regeln wären oder sind, die es nach bestem Wissen und Gewissen zu befolgen gilt, sonst möglicherweise Zonk am Himmelstor :p
Andererseits gilt das auch für Nichtgläubige, da es auch dort genug Menschen gibt, welche halt Erfüllung darin sehen, anderen zu helfen. Sie helfen anderen, weils ihnen selbst dadurch gut geht, und das der Geholfene davon auch ein besseres Leben hat, ist ein positiver, aber für den Helfenden ein eigentlich unwichtiger Nebeneffekt.

Sind daher nicht alle nur rein egoistisch getrieben, weil alle nur ihre eigenen Triebe und Hunger befriedigen und stillen wollen, Gläubige wie Nichtgläubige gleichermaßen? ;) Bei den einen wird's nur positiver eingefärbt, weil andere noch Nutznießer davon sein können, und die das toll finden, das jemand anders ihnen Arbeit abnimmt, und sie so selbst weniger machen müssen, um ihren Hunger zu stillen. Egal, zu welchem Lager der nun gehört.

Unter diesem Gesichtspunkt wäre es auch mal interessant zu erfahren, welche Einstellung die ehrlichere oder aufrichtigere wäre :) Die, die sich selbst als egoistisch ansieht und auch dazu steht, oder die andere, die sich für öfter mal selbstlos handelnd hält, obwohl sie in allerletzter Instanz auch nur für sich selbst arbeitet, weil sie sich Gott oder das Paradies erhoffen, (bzw. die Strafe fürchten).

Schöne Grüße
Xeno ^.^
Geschrieben am 19. Januar 2017 um 15:44 Uhr