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500 Jahre Reformation


Christliche Gemeindeströmungen seit der Reformation (c) Lightwish.de
Christliche Gemeindeströmungen seit der Reformation (c) Lightwish.de

Am 31. Oktober des Jahres 1517 hat das deutsche Mönchlein Martin Luther seine berühmten 95 Thesen an die Wittenberger Schlosskirche angeschlagen und damit die theologische Auseinandersetzung angefacht, die in der Reformation und der Abspaltung von der katholischen Kirche endete. Im Kern bestritt Luther die Ansicht der Kirche, dass Erlösung von der Sünde durch den Kauf von Ablassbriefen möglich sei. Jesus hat diesen Preis schließlich durch seinen Tod am Kreuz bereits bezahlt. Ohne den Mut Luthers würden wir womöglich heute noch in einer Zeit kirchlicher Oberherrschaft leben, in der Ketzer verbrannt werden und das Volk in ständiger Furcht vor der Hölle niedergehalten wird.

Welch Ironie, dass der Reformationstag heutzutage ausgerechnet vom katholisch-heidnischen Halloween überschattet wird, an dem alle nur ans Feiern und Süßigkeitensammeln denken.

Also zurück zur Reformation. Ich habe ein kleines Schaubild erstellt, in dem die verschiedenen christlichen Gemeindeströmungen abgebildet sind, die seit der Reformation entstanden sind. Zunächst wagten nur wenige, sich der Kirche zu widersetzen, denn auch die abgespaltene lutherische Kirche war brutal in der Verfolgung und Auslöschung Andersdenkender. Erst im 18. Jahrhundert begann sich eine gewisse Meinungsfreiheit durchzusetzen, was einen drastischen Anstieg verschiedenster christlicher Gemeinschaften zur Folge hatte. Jeder konnte die Bibel selbst lesen und zu eigenen theologischen Ansichten gelangen, die sich von den bestehenden Kirchen unterschieden. Das ist der Grund, warum es in unserer Zeit eine so überwältigende Zahl an Kirchen und Gemeinden gibt, die sich meist nur in wenigen theologischen Fragen unterscheiden, obwohl sie die selbe Grundlage (die Bibel) haben.

Ich habe versucht, die bekanntesten und einflussreichsten Gemeinschaften in einer Grafik darzustellen und mit Pfeilen die Einflüsse aufeinander abzubilden. Selbstverständlich erhebt dieses Schaubild nicht den geringsten Anspruch auf Vollständigkeit. Es stellt lediglich eine grobe Übersicht dar. Da ich die Grafik für eine Präsentation in meiner Gemeinde verwendet habe, sind in den unteren Bereichen auch einige lokale Gemeinden aufgeführt, die im Raum Ludwigsburg und Stuttgart relevant sind.

Zur Grafik in Originalgröße hier klicken!

Meine Quellen sind Wikipedia, mein eigenes bescheidenes Wissen und ein Pastor meines Vertrauens :-) Fragen, Anmerkungen und Korrekturen dürft ihr gerne in die Kommentarbox schreiben. Falls jemand die Grafik zur Verwendung in einer Gemeinde haben möchte, sende ich sie euch auf Anfrage gern ohne Wasserzeichen zu.

Erstellt am 02. November 2014 um 11:35 Uhr von Xan
Kategorie: Theologie & Glaube
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Aware-Studie: Leben nach dem Tod?


Nahtoderfahrung (c) www.livescience.com
Nahtoderfahrung (c) www.livescience.com

Am 7. Oktober 2014 wurden die Ergebnisse der so genannten Aware-Studie zum Thema Nahtoderfahrungen veröffentlicht und werden von den Medien nun offensichtlich als "Beweis" für ein Leben nach dem Tod verkauft.

Gibt es ein Leben nach dem Tod? Die Antwort darauf wird kontrovers diskutiert und mit Skepsis betrachtet. Manche Patienten, die klinisch tot waren, aber reanimiert werden konnten, berichten von Lichtern oder ähnlichen Erfahrungen. Bisher belächelte die Medizin solche Erzählungen und tat sie als Halluzinationen ab. Zu Unrecht, wie Wissenschaftler der Universität Southampton nun herausgefunden haben.

Die Forscher fanden Beweise für ein Leben nach dem Tod. Das berichtet der britische "Telegraph". Vier Jahre lang haben die Wissenschaftler 2060 Patienten in 15 Krankenhäusern in den USA, Großbritannien und Australien untersucht. Alle Probanden erlitten einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Es ist die bisher größte Studie zu Nahtod-Erfahrungen und außerkörperlicher Wahrnehmung. Das Ergebnis: Auch nach dem Tod blieb bei vielen das Bewusstsein erhalten. Ein Drittel der Patienten, die überlebt haben, berichten von Wahrnehmungen zu dem Zeitpunkt, als sie bereits klinisch tot waren und bevor die Ärzte sie erfolgreich reanimierten.

Besonders eindrücklich sind die Schilderungen eines 57-jährigen Sozialarbeiters aus Southampton. Er erinnerte sich daran, wie er nach dem Tod seinen Körper verlassen und dessen Wiederbelebung von der anderen Seite des Zimmers beobachtet habe. "Der Mann beschrieb alles, was in dem Zimmer passiert ist", sagte Dr. Sam Parnia, Leiter der Studie und mittlerweile in New York tätig. Der Sozialarbeiter berichtete detailliert von den Tätigkeiten des Klinikpersonals und den Geräuschen der Maschinen. Wohlgemerkt: Der Mann, den die Mediziner für glaubhaft halten, war drei Minuten lang klinisch tot.

Nach bisherigen Erkenntnissen kann das Gehirn nicht funktionieren, sobald das Herz nicht mehr schlägt. "In diesem Fall scheint die bewusste Wahrnehmung bis zu drei Minuten weiter funktioniert zu haben, obwohl das Gehirn sich normalerweise 20 bis 30 Sekunden nach dem Tod ausschaltet", erklärt Parnia. Damit scheint bewiesen, dass das Bewusstsein auch nach dem Tod erhalten bleibt. Wie lange diese Erfahrung andauern kann, wissen die Ärzte nicht.

Von den 2060 untersuchten Patienten überlebten 330. Von ihnen berichteten 140 von Wahrnehmungen, bevor die Ärzte sie aus dem Tod zurück holen konnten. Ein Fünftel der Probanden erinnerte sich an ein ungewöhnliches Gefühl von Friedlichkeit und Stille. Zwei Drittel nahmen wahr, wie die Zeit schneller oder langsamer wurde. Manche sahen ein helles Licht, die Sonne oder einen Blitz, andere wurden durch tiefes Wasser gezogen und hatten Angst vor dem Ertrinken. 13 Prozent der Patienten gaben an, vom Körper getrennt gewesen zu sein.

Studienleiter Parnia ist überzeugt, dass viele Menschen bewusste Erfahrungen machen. Die Erinnerung an diese würden Beruhigungsmittel und Medikamente aber erschweren oder unmöglich machen. Parnia und sein Team haben nun wissenschaftlich belegt, was bisher als Halluzination oder Einbildung abgetan wurde. Es ist ein Hinweis auf ein Leben nach dem Tod.


(von Hannes Winter - GMX.net, hier gehts zum Original-Artikel)


Ist ja sehr schön. Ich glaube ja auch an ein Leben nach dem Tod. Aber ich denke nicht, dass es so aussieht. Ein Blick in die Bibel zeigt viel mehr, dass die Toten zunächst mal wirklich absolut sind:

"Alles, was deine Hand zu tun vorfindet, das tue mit deiner ganzen Kraft; denn im Totenreich, in das du gehst, gibt es kein Wirken mehr und kein Planen, keine Wissenschaft und keine Weisheit!"
– Die Bibel, Prediger 9,10

Das echte Leben nach dem Tod, von dem die Bibel spricht, wird erst zum Ende dieses Zeitalters folgen (1. Korinther 15,50ff). Sollte ich heute sterben, werde ich nach biblischer Lehre also nicht sofort im Himmel sein, sondern erst mal "schlafen" (Hiob 14,10-12). Deshalb halte ich Nahtoderfahrungen und andere außersinnliche Wahrnehmungen nicht für das Leben nach dem Tod, sondern – wenn überhaupt – für einen Beweis, dass der Mensch nicht nur aus einem materiellen Körper besteht, sondern auch aus einem geistigen Bewusstsein. Ich kann mir gut vorstellen, dass das Bewusstsein noch ein paar Minuten ohne intakte Körperfunktionen weiter existieren kann und womöglich auch die Fähigkeit hat, ohne den Körper Dinge wahrzunehmen. Das Problem ist nur, dass in allen Fällen, in denen Menschen von ihren außersinnlichen Erfahrungen berichten können, der Körper nicht länger als ein paar Minuten ohne Funktion war, bis er reanimiert wurde. Ob man das wirklich als "tot" bezeichnen sollte, wage ich zu bezweifeln (die derzeitige, wissenschaftliche Definition von "tot" ist schließlich auch nur Menschenwerk).

Wir wissen außerdem nicht, wie lange das Bewusstsein der Menschen weiter exisitert hat, die nicht mehr reanimiert werden konnten! Vielleicht hatten sie ebenfalls eine kurze Nahtoderfahrung, doch dann musste das außersinnliche Bewusstsein auch "einschlafen" und schlummert nun bis zum Tag der Auferstehung. Das alte Problem bleibt bestehen: Kein Mensch kann uns sagen, wie es im Jenseits aussieht, weil niemand (lange genug) dort war. Der einzige, der glaubhafte Informationen darüber hat, ist Jesus Christus, denn der war 3 Tage im Reich der Toten. Was er zum Jenseits sagt, kann sprichwörtlich Leben retten:

"Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Die Stunde kommt und ist schon da, wo die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die sie hören, werden leben. Denn wie der Vater das Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohn verliehen, das Leben in sich selbst zu haben. Und er hat ihm Vollmacht gegeben, auch Gericht zu halten, weil er der Sohn des Menschen ist. Verwundert euch nicht darüber! Denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören werden, und sie werden hervorgehen: die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens; die aber das Böse getan haben, zur Auferstehung des Gerichts."
– Die Bibel, Evangelium nach Johannes, Kapitel 5,24-29

Erstellt am 09. Oktober 2014 um 11:11 Uhr von Xan
Kategorie: Philosophie & Grenzwissen
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Im Namen Gottes


Die IS-Kämpfer erobern weite Teile Syriens und des Iraks (c) Unbekannt
Die IS-Kämpfer erobern weite Teile Syriens und des Iraks (c) Unbekannt

Die Gewalt muslimischer Terroristen hat mal wieder einen dramatischen Höhepunkt erreicht. Die verblendeten IS-Kämpfer (Islamischer Staat) wollen am liebsten ein weltweites Kalifat mit der Scharia als Rechtssystem aufbauen. Leider hat ihnen das Machtvakuum in Syrien und dem Irak dafür eine gute Grundlage geliefert, denn weite Teile beider Länder befinden sich jetzt unter IS-Kontrolle. Die sunnitisch-islamistischen Kämpfer kennen keine Gnade für Menschen, die einer anderen Religion oder ethnischen Gruppe angehören. "Konvertiert, flieht oder sterbt", diese Aussage hören die schiitischen Muslime, Jesiden, Turkmenen, Christen oder andere Gruppierungen häufig. Grausame Videos und Fotos zeigen, dass diese Drohungen sehr ernst genommen werden müssen. Männer, Frauen und Kinder werden ohne Nachsicht getötet.

Da kann man sich schon mal fragen, welche Ideologie einen Menschen dazu bringt, so gottlos zu handeln. Im aktuellen Fall spielt offensichtlich der Koran eine Rolle. Ein gewaltbereiter Muslim kann in seiner Heiligen Schrift durchaus eine Menge Suren finden, die den bewaffneten Dschihad scheinbar unterstützen – was andere Muslime vehement bestreiten. Also nur eine Frage der Interpretation?

Meines Erachtens geht es eher um die Frage, an wen sich diese berüchtigten Zeilen des Koran richten. Denn – mal ganz rational betrachtet – hat hier um 610 v. Chr. ein arabischer Führer namens Mohammed seinen Anhängern Schrifstücke in die Hand gedrückt, mit der Behauptung, sie seien von Gott. In diesen Schriften fanden sie Anweisungen zu allen möglichen und unmöglichen Bereichen des Lebens, d.h. eben auch, wie sie sich im Krieg zu verhalten hatten. So gesehen sind viele Verse des Koran zunächst einmal nur historische Kriegs-Taktiken einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort, die nicht zwingend allen Muslimen zu allen Zeiten gelten – es sei den, man will sie so verstehen.

Ich zitiere nun eine Auswahl an Koran-Suren, die in dieser Weise verstanden werden können. Bitte lies nach den Zitaten unbedingt weiter, denn die Bibel hat ganz ähnlich brutale Verse zu bieten. Ich zitiere aus einer deutschen Koran-Übertragung nach Abu-Rida Muhammad Ibn Ahmad Rassoul, Verlag Islamische Bibliothek, August 2009. Worte in runden Klammern sind eine sinngemäße Ergänzung des Übersetzers; Worte in eckigen Klammern sind zur Verdeutlichung des Kontexts von mir.

"Und kämpft auf dem Weg Allahs gegen diejenigen, die gegen euch kämpfen, doch übertretet nicht. Wahrlich, Allah liebt nicht diejenigen, die übertreten. Und tötet sie, wo immer ihr auf sie stoßt, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben; denn die Verführung (zum Unglauben) ist schlimmer als Töten. Und kämpft nicht gegen sie bei der heiligen Moschee, bis sie dort gegen euch kämpfen. Wenn sie aber gegen euch kämpfen, dann tötet sie. Solcherart ist der Lohn der Ungläubigen. Wenn sie aber aufhören, so ist Allah Allverzeihend, Barmherzig. Und kämpft gegen sie, bis es keine Verwirrung (mehr) gibt und die Religion Allah gehört. Wenn sie aber aufhören, so soll es keine Gewalttätigkeit geben außer gegen diejenigen, die Unrecht tun."
– Koran, Sure 2,190-193

"Zu kämpfen ist euch vorgeschrieben, auch wenn es euch widerwärtig ist. Doch es mag sein, dass euch etwas widerwärtig ist, was gut für euch ist, und es mag sein, dass euch etwas lieb ist, was übel für euch ist. Und Allah weiß es, doch ihr wisst es nicht."
– Koran, Sure 2,216

"Lasst also für Allahs Sache diejenigen kämpfen, die das irdische Leben um den Preis des jenseitigen Lebens verkaufen. Und wer für Allahs Sache kämpft, alsdann getötet wird oder siegt, dem werden Wir einen gewaltigen Lohn geben."
– Koran, Sure 4,74

(Ich vermute, daher kommt der Glaube, dass islamische Selbstmordattentäter ohne Umwege direkt im Paradies landen.)

"Und kämpft gegen sie [die Ungläubigen], damit keine Verführung mehr stattfinden kann und (kämpft) bis sämtliche Verehrung auf Allah allein gerichtet ist. Stehen sie jedoch (vom Unglauben) ab, dann, wahrlich, sieht Allah sehr wohl, was sie tun."
– Koran, Sure 5,39

"Und wenn die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Götzendiener, wo immer ihr sie findet, und ergreift sie und belagert sie und lauert ihnen aus jedem Hinterhalt auf. Wenn sie aber bereuen und das Gebet verrichten und die Zakah [d.h. eine Art Tribut] entrichten, dann gebt ihnen den Weg frei. Wahrlich, Allah ist Allvergebend, Barmherzig."
– Koran, Sure 9,5

"Allah hat von den Gläubigen ihr Leben und ihr Gut für das Paradies erkauft: Sie kämpfen für Allahs Sache, sie töten und werden getötet; eine Verheißung – bindend für Ihn [Allah] – in der Thora und im Evangelium und im Qur`an. Und wer hält seine Verheißung getreuer als Allah? So freut euch eures Handels, den ihr mit Ihm abgeschlossen habt; denn dies ist wahrlich die große Glückseligkeit."
– Koran, Sure 9,111

"Wahrlich, jene, die ungläubig sind und die sich von Allahs Weg abwenden und dann als Ungläubige sterben – ihnen wird Allah gewiss nicht vergeben. So lasst (im Kampf) nicht nach und ruft nicht zum Waffenstillstand auf, wo ihr doch die Oberhand habt. Und Allah ist mit euch, und Er wird euch eure Taten nicht schmälern."
– Koran, Sure 47,34+35

Die ersten Muslime waren von Anfang an in militärische Auseinandersetzungen mit allen Andersgläubigen verwickelt. Ob die hier genannten Befehle Mohammeds nur damals galten oder ob ein Muslim dieser Kriegs-Ethik auch heute noch folgen soll, scheint Interpretation zu sein. Allerdings sind Muslime dazu angehalten, Mohammed in allen Bereichen des Lebens nachzueifern, und ich kenne keine Sure, die Allahs Anweisungen irgendwie zeitlich beschränkt. Ja, der Islam bezeichnet sich als friedliche Religion. Aber "Friede" im Sinne des Koran herrscht erst dann, wenn alle Ungläubigen – also alle nicht-Muslime – beseitigt sind. Sorry, aber echter Friede geht anders.

Nun noch ein paar Worte zur Bibel. Wie bereits erwähnt finden sich auch da viele Kriegsberichte, in denen die Israeliten unter ihren Führern Mose und Josua in Gottes Auftrag ganze Völker auslöschen.

"Wenn JHWH, dein Gott, dich in das Land bringt, in das du kommen wirst, um es in Besitz zu nehmen, und wenn er vor dir her viele Völker vertilgt, die Hetiter, die Girgasiter, die Amoriter, die Kanaaniter, die Pheresiter, die Hewiter und die Jebusiter, sieben Völker, die größer und stärker sind als du; und wenn sie JHWH, dein Gott, vor dir dahingibt, dass du sie schlägst, so sollst du unbedingt an ihnen den Bann vollstrecken; du sollst keinen Bund mit ihnen machen und ihnen keine Gnade erweisen."
– Die Bibel, 5. Buch Mose (Deuteronomium), Kapitel 7,1-2

Über die berühmte Eroberung von Jericho heißt es:

"Da erhob das Volk ein Kriegsgeschrei, und [die Priester] stießen in die Schopharhörner. Als nun das Volk den Schall der Hörner hörte und ein großes Kriegsgeschrei erhob, da stürzte die Mauer in sich zusammen, und das Volk drang in die Stadt ein, jeder gerade vor sich hin. So nahmen sie die Stadt ein. Und sie vollstreckten den Bann an allem, was in der Stadt war, mit der Schärfe des Schwertes, an Männern und Frauen, Jungen und Alten, Rindern, Schafen und Eseln. [...]"
– Die Bibel, 5. Buch Mose (Deuteronomium), Kapitel 7,1-2

Wie im Koran geht es Gott auch hier darum, die Ungläubigen zu vernichten (wobei ich erwähnen muss, dass die in der Bibel erwähnten Völker, die vernichtet werden sollten, nicht nur Götzendiener waren, sondern auch äußerst brutal. Sie opferten ihre eigenen Kinder im Feuer.)

Trotzdem haben wir es mit der totalen Vernichtung im Namen Gottes zu tun, da gibt es nichts zu beschönigen. Diese und andere Verse können – wie im Koran – als Legitimation für den Heiligen Krieg betrachtet werden, was die christlichen Kreuzfahrer im Mittelalter eindrücklich demonstriert haben.

Doch es gibt einen sehr, sehr großen Unterschied. Die Anweisungen, die Gott an Mose und Josua gab, galten ausdrücklich ihnen. Das sind keine Generalanweisungen an alle Gläubigen, die die Bibel lesen! Die Aufforderung zum Krieg galt ausdrücklich nur dem damaligen Volk Israel, als es das ihm versprochene Land Kanaan einnehmen sollte. (Wie ein gerechter und liebender Gott so was fordern kann, ist noch mal eine ganz andere Frage, die den Rahmen dieses Artikels aber definitiv sprengen würde. Vielleicht schreibe ich darüber auch mal was.) Die brutalen Eroberungszüge im Alten Testament der Bibel sind jedenfalls ausdrücklich historische Berichte. Zwar können und sollen wir auch aus denen was lernen, aber wir sollen sie ganz sicher nicht wortwörtlich imitieren und zum Schwert greifen. Da schiebt die Bibel selbst einen ganz klaren Riegel vor. Gott sagte durch Jesus Christus:

"Liebt eure Feinde, tut Gutes denen, die euch hassen; segnet, die euch fluchen, und betet für die, welche euch beleidigen! Dem, der dich auf die eine Backe schlägt, biete auch die andere dar; und dem, der dir den Mantel nimmt, verweigere auch das Hemd nicht."
– Die Bibel, Evangelium nach Lukas, Kapitel 6,27-29

"Stecke dein Schwert an seinen Platz! Denn alle, die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen!"
– Die Bibel, Evangelium nach Matthäus, Kapitel 26,51-52

Der Apostel Paulus bestätigt Jesu Worte nochmals als allgemeine und für alle Christen zu allen Zeiten geltende Grundsätze:

"Segnet, die euch verfolgen; segnet und flucht nicht! Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden! Seid gleichgesinnt gegeneinander; trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen; haltet euch nicht selbst für klug! Vergeltet niemand Böses mit Bösem! Seid auf das bedacht, was in den Augen aller Menschen gut ist. Ist es möglich, soviel an euch liegt, so haltet mit allen Menschen Frieden."
– Die Bibel, Brief des Paulus an die Römer, Kapitel 12,14-18

Jesus und Paulus machen hier ganz klare Ansagen. Im Koran jedenfalls kann ich solche Worte nicht finden. Und auch sonst nirgendwo. Jesus lässt keinen Spielraum für eine Interpretation der Bibel, die zum Krieg aufruft. Das ist der entscheidende Unterschied. Ich wünschte, der Koran wäre in dieser Hinsicht ebenso deutlich. Durch Waffengewalt kann man keinen wahren Frieden schaffen. Den gibt es nur bei Jesus.

"Frieden hinterlasse ich euch; meinen Frieden gebe ich euch. Nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch; euer Herz erschrecke nicht und verzage nicht!"
– Die Bibel, Evangelium nach Johannes, Kapitel 14,27

Erstellt am 24. September 2014 um 21:45 Uhr von Xan
Kategorie: Aktuell
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Exodus – Gods and Kings


Christian Bale als Mose im Film "Exodus" von Ridley Scott
Christian Bale als Mose im Film "Exodus" von Ridley Scott

Da ist sie, eine weitere biblische Geschichte in moderner Verpackung! Vor kaum einem halben Jahr kam "Noah" mit seiner Sintflut-Story ins Kino, nun bekommt Mose seine weiß-der-Herr-wievielte Verfilmung. An sich nichts Besonderes, wenn nicht Ridley Scott, der Großmeister der Epik, höchstpersönlich Regie führen würde! Und wenn nicht Christian Bale, unser geliebter Batman, den Gottesmann vom Nil verköpern würde!

Doch, ich denke, da könnte was draus werden. Zwar zeigt der Trailer bisher "nur" spektakuläre Special Effects und Gänsehaut-Schlachten, aber wie der bibelfeste Leser weiß, bietet das Buch Exodus genug Stoff, um dem gleichnamigen Film mit dem Untertitel "Gods and Kings" auch eine wahrhaft göttliche und tiefgründige Handlung zu verleihen.

"Exodus" wird voraussichtlich am 12. Dezember 2014 in den amerikanischen Kinos anlaufen, in Deutschland leider erst am 25. Dezember. Da werd ich wohl Weihnachten im Kino verbringen: Erst Mittelerde, dann Ägypten ... ;-)

Bleibt zu hoffen, dass die Hollywood-Varianten der Bibelgeschichten in den Köpfen der Zuschauer nicht nur epische, moderne Märchen bleiben, sondern auch interesse an der tatsächlichen Geschichte wecken – und am Schöpfer des Universums, dem Gott Noahs und Moses, um den es dabei eigentlich geht.

Erstellt am 10. September 2014 um 23:11 Uhr von Xan
Kategorie: Aktuell
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In den Tagen Noahs


Methushalem mit seinem Ur-Enkel Shem im Film "Noah" von Darren Aronofsky
Methushalem mit seinem Ur-Enkel Shem im Film "Noah" von Darren Aronofsky

Auf den ersten Blick scheint das 5. Kapitel der Genesis auf den ersten Seiten der Bibel nur ein langes, langweiliges Geschlechtsregister zu sein. Doch darin steckt viel mehr, als es auf den ersten Blick scheint.

Vermutlich wundern wir uns zunächst mal über die scheinbar übertriebenen Altersangaben von mehreren hundert Jahren. Man könnte argumentieren, dass solche mythischen Berichte durch die lange, mündliche Überlieferung verfälscht wurden und bestenfalls noch eine symbolische Bedeutung haben. Aber ich halte es auch für möglich, dass unsere Vorväter wirklich so alt geworden sind. Schließlich war die Erde vor der Sintflut eine völlig andere Welt, in der völlig andere Lebensbedingungen herrschten.

Setzen wir die Erschaffung Adams mit dem Jahr 0 gleich, erhalten wir folgende Lebenszeiten der zehn Patriarchen:

Adam: 0-930
Seth: 130-1042
Enosch: 235-1140
Kenan: 325-1235
Mahalaleel: 395-1290
Jared: 460-1422
Henoch: 622-987
Methusalah: 687-1656
Lamech: 874-1651
Noah: 1056-2006

Wenn diese Angaben korrekt sind, ist das nicht nur erstaunlich, sondern sagt auch etwas über die Zuverlässigkeit des ganzen Buches Genesis: Wenn jemand über die Schöpfung und den Sündenfall gut informiert war, dann wohl Adam, denn der war dabei. Mit Sicherheit hat er sein Wissen an seine Söhne weitergegeben – und an die folgenden 8 Generationen, denn Adam lebte immer noch, als sein Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Enkel Lamech bereits ein erwachsener Mann war! Adam hat eine Begegnung mit Noah nur um eine einzige Generation verpasst.

Es ist also durchaus möglich, dass Adam mit Lamech von Angesicht zu Angesicht gesprochen hat. Lamech hat Adams Geschichte vom Anfang bis zum Ende direkt von Adam selbst hören können. Noah hätte diese Information dann aus zweiter Hand bekommen. Adams Geschichte wurde also nicht über viele Generationen hinweg immer weiter ausgeschmückt, übertrieben und verfälscht, sondern konnte durch Noah ziemlich original in die "neue Welt" nach der Sintflut hinübergetragen werden.

Es ist sogar möglich, dass Adam und der Rest seiner Nachkommen genau wussten, was Gott für Noahs Tage und für den Rest der Geschichte im Sinn hatte. Adam hatte mit Gott selbst von Angesicht zu Angesicht gesprochen und (wer weiß, wie lange!) in direkter Gemeinschaft mit dem Allmächtigen gelebt. Es ist nicht auszudenken, welche Geheimnisse Adam gekannt haben könnte. Wenn wir uns die Namen der vorsintflutlichen Männer im hebräischen Originaltext anschauen, werden wir feststellen, dass sie eine Bedeutung tragen, die weit über ihre Zeit hinausweist:

Adam = אדמ "Mensch"
Seth = שת "gesetzt" (im Sinne von "bestimmt")
Enosh = אנוש "Sterblicher, (kranker) Mensch" (im Gegensatz zu Adam)
Kenan = קין (kain) "klagen, Klagender" (z.B. in Jeremia 9,16 und 2. Samuel 1,17)
Mahalalel = מהלל אל (mahalal el) "gepriesener Gott"
Jared = ירד (yarad) "er kommt herunter"
Henoch = חנך (chanak) "einweihen, unterrichten, belehren" (z.B. in Sprüche 22,6)
Methushelach = מתו שלח "sein Tod sendet/bringt"
Lamech = למוך (la muk) "zu den Niedrigen, Armen" (z.B. in Levitikus 25,47 und 27,8)
Noah = נוח "ruhen, Ruhe geben"

Liest man die Bedeutung der Namen hintereinander weg, könnte sich daraus folgender Satz ergeben:

(Dem) Menschen (ist) bestimmt Sterblichkeit und Klage, (doch) der gepriesene Gott steigt herab (und) lehrt (dass) sein Tod bringen wird für (die) Erniedrigten Ruhe.

Die Namens-Bedeutung der zehn Patriarchen aus Genesis 5
Die Namens-Bedeutung der zehn Patriarchen aus Genesis 5
Handelt es sich nur um einen interessanten Zufall? Ist es zu weit hergeholt oder zu stark interpretiert? Das überlasse ich der Entscheidung des Lesers. Auf jeden Fall kann man in den Namen eine Kurzfassung des Evangeliums erkennen. Gott kam in Jesus Christus auf die Erde, wurde getötet und hat dadurch Vergebung der Sünden für die leidgeplagte Menschheit erwirkt. Und diese Namen standen nachweislich schon lange vor Jesu Geburt in der Torah. Faszinierend!

Aber es gibt noch einen weiteren Aspekt in diesem Geschlechtsregister, der göttliche Struktur und Planung nahelegt: Methushelach lebte 969 Jahre, das ist die längste Lebensdauer eines Menschen in der Bibel. Sein Name bedeutet: "sein Tod wird bringen“. Aber was genau brachte Methushelachs Tod? Aus dem Geschlechtsregister erfahren wir, dass Methushelach 1656 Jahre nach Adams Erschaffung starb. Und Noah wurde 1056 Jahre nach Adams Erschaffung geboren. Weiter steht geschrieben:

"Noah war 600 Jahre alt, als die Wasser der Sintflut auf die Erde kamen."
– Genesis 7,6

Die Sintflut brach somit genau 1656 Jahre (1056+600) nach Adams Erschaffung über die Welt herein. Genau in diesem Jahr starb Methushelach. Sein Tod würde die Sintflut bringen! Vielleicht war Methushelach Teil einer vorsintflutlichen Prophezeiung, durch die das Ende der alten Welt im Voraus angekündigt wurde. Was auch immer daran sein mag – eines steht fest: Gott hat einen Plan mit dieser Welt, und er will uns daran teilhaben lassen.

_______________

Anmerkung: Die Namens-Bedeutungen von Kenan und Lamech werden in vielen Enzyklopädien anders wiedergegeben (Kenan wird übersetzt mit "Schmied" und Lamech mit "Starker, Überwinder". Dass die oben gewählten Übersetzungen genau so gut möglich sind, wird für Kenan hier und für Lamech hier sehr schön herausgestellt.

Erstellt am 08. Juni 2014 um 09:53 Uhr von Xan
Kategorie: Geschichte & Mythologie
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Warum überquerte das Huhn die Straße?


Frage: Warum überquerte das Huhn die Straße?

KINDERGÄRTNERIN: Um auf die andere Straßenseite zu kommen.

PLATON: Für ein bedeutenderes Gut.

ARISTOTELES: Es ist die Natur von Hühnern, Straßen zu überqueren.

KARL MARX: Es war historisch unvermeidlich.

SADDAM HUSSEIN: Dies war ein unprovozierter Akt der Rebellion und wir hatten jedes Recht, 50 Tonnen Nervengas auf dieses Huhn zu feuern.

CAPTAIN JAMES T. KIRK: Um dahin zu gehen, wo noch kein Huhn vorher war.

MARTIN LUTHER KING, JR.: Ich sehe eine Welt, in der alle Hühner frei sein werden, Straßen zu überqueren, ohne dass ihre Motive in Frage gestellt werden.

MOSES: Und Gott kam vom Himmel herunter, und Er sprach zu dem Huhn: "Du sollst die Straße überqueren". Und das Huhn überquerte die Straße, und es gab großes Frohlocken.

FOX MULDER: Sie haben das Huhn mit Ihren eigenen Augen die Straße überqueren sehen! Wieviele Hühner müssen noch die Straße überqueren, bevor Sie es glauben?

FREUD: Die Tatsache, dass Sie sich überhaupt mit der Frage beschäftigen, warum das Huhn die Straße überquerte, offenbahrt Ihre unterschwellige sexuelle Unsicherheit.

BILL GATES: Ich habe gerade das neue Huhn Office 2000 herausgebracht, das nicht nur die Straße überqueren, sondern auch Eier legen, wichtige Dokumente verwalten und Ihren Kontostand ausgleichen kann.

DARWIN: Hühner wurden über eine große Zeitspanne von der Natur in der Art ausgewählt, dass sie jetzt genetisch bereit sind, Straßen zu überqueren.

EINSTEIN: Ob das Huhn die Straße überquert hat oder die Straße sich unter dem Huhn bewegte, hängt von Ihrem Referenzrahmen ab.

BUDDHA: Mit dieser Frage verleugnest Du Deine eigene Hühnernatur.

BILL CLINTON: Ich war zu keiner Zeit mit diesem Huhn allein.


Weitere Vorschläge nehme ich gern entgegen :-)

Erstellt am 27. Mai 2014 um 23:18 Uhr von Xan
Kategorie: Philosophie & Grenzwissen
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Der Tag des Zorns


Ein paar Gedanken von mir zum 2. Petrusbrief, Kapitel 3, und über die Frage, warum sich Jesu Wiederkunft noch immer herauszögert.

Der Tag des Herrn steht bevor?
Der Tag des Herrn steht bevor?

Für jeden Juden war und ist der Tag des Herrn, (auch: Tag Gottes, Tag des Zorns, Tag des Gerichts, usw) ein stehender Begriff für den Tag, an dem der lang erwartete Erlöser Israels, der Gesalbte Gottes, sein ewiges Friedensreich aufrichten wird. Da ich glaube, dass Jesus von Nazareth dieser Gesalbte ist, entspricht der "Tag des Herrn" für mich der Wiederkunft Jesu und dem Ende der Welt, an dem Jesus alle Menschen richten wird.

In seinem ersten Brief schrieb Petrus, dass der Tag des Herrn nahe herbei gekommen sei und dass wir Grund zur Freude hätten, da Jesus bald wiederkommen würde. Seinen zweiten Brief verfasste er als alter Mann in einer römischen Todeszelle, während er dem Ende seines Lebens entgegensah. Schon damals begannen einige daran zu zweifeln, dass Jesus überhaupt wiederkommen würde und verbreiteten diese Meinung in der Gemeinde. Es musste also erklärt werden, warum Jesus immer noch auf sich warten ließ. In den ersten beiden Kapiteln seines zweiten Briefes ruft Petrus der jungen Christengemeinde zunächst die wahre Lehre in Erinnerung und nennt Beispiele für das unmoralische Verhalten der Irrlehrer. Im dritten Kapitel hingegen greift er die konkrete Irrlehre auf:

"Geliebte, dies ist nun schon der zweite Brief, den ich euch schreibe, um durch Erinnerung eure lautere Gesinnung aufzuwecken, damit ihr an die Worte gedenkt, die von den heiligen Propheten vorausgesagt worden sind, und dessen, was euch der Herr und Retter durch uns, die Apostel, aufgetragen hat. Dabei sollt ihr vor allem das erkennen, dass am Ende der Tage Spötter kommen werden, die nach ihren eigenen Lüsten wandeln und sagen: Wo ist die Verheißung seiner Wiederkunft? Denn seitdem die Väter entschlafen sind, bleibt alles so, wie es von Anfang der Schöpfung an gewesen ist!"
– Vers 1-4

Das ist die Irrlehre, um die es geht, und sie ist bis heute Realität für uns. Die meisten Menschen rechnen nicht mehr mit Jesu Wiederkunft, geschweige denn, dass er die Welt richten wird. Deshalb stellt Petrus anhand von drei Punkten klar, warum Jesus immer noch auf sich warten lässt:

1. – Die Geschichte wiederholt sich


"Dabei übersehen sie aber absichtlich, dass es schon vorzeiten Himmel gab und eine Erde aus dem Wasser heraus [entstanden ist] und inmitten der Wasser bestanden hat durch das Wort Gottes; und dass durch diese [Wasser] die damalige Erde infolge einer Wasserflut zugrundeging. Die jetzigen Himmel aber und die Erde werden durch dasselbe Wort aufgespart und für das Feuer bewahrt bis zum Tag des Gerichts und des Verderbens der gottlosen Menschen."
– Vers 5-7

Die Herauszögerung vom Ende der Welt ist eigentlich nichts Neues. Unsere Welt ist schon mal untergegangen: In den Tagen Noahs, als die Sintflut hereinbrach. Von der Schöpfung bis zur Sintflut vergingen ungefähr 1650 Jahre, und man geht davon aus, dass Noah ungefähr 120 Jahre an der Arche baute. Während dieser langen Zeit spotteten die Leute über ihn und gingen genau wie heute davon aus, dass alles so bleiben wird, wie es schon immer war. Doch Jesus selbst warnte vor diesem Irrtum: "Sie aßen, sie tranken, sie heirateten, sie ließen sich heiraten bis zu dem Tag, an dem Noah in die Arche ging und die Sintflut kam und brachte sie alle um." (Lukas 17,27) Mit anderen Worten: Sie lebten ganz normal tagein tagaus, ohne sich auf das Ende vorzubereiten. Jesus Christus und das Ende der Welt werden überraschend kommen, wenn niemand mehr damit rechnet.

Zwar zeigte Gott dem Noah einen Regenbogen als Zeichen dafür, dass er die Welt nie wieder im Wasser untergehen lassen würde, aber das bedeutet nicht, dass die Welt gar nicht mehr untergehen wird. Das nächste Mal wird eben kein Wasser kommen, sondern Feuer. Ich gehe davon aus, dass die Sintflutgeschichte auch deshalb gern ins Reich der Märchen verbannt wird: Sie ist ein warnendes Zeugnis dafür, dass das Ende der Welt ganz real kommen wird. Ein Zeugnis, das die Gottlosen laut Petrus absichtlich übersehen. Die Frage ist: Sind wir darauf vorbereitet?

2. – Göttliche Dimensionen


"Dieses eine aber sollt ihr nicht übersehen, Geliebte, dass ein Tag bei dem Herrn ist wie tausend Jahre, und tausend Jahre wie ein Tag!"
– Vers 8

Diese Gegenüberstellung von göttlichem und menschlichem Zeitempfinden ist gewiss nicht wörtlich zu verstehen. Wahrscheinlich steht die Zahl 1000 hier symbolisch für eine sehr große Zeitspanne. Petrus will also nicht sagen, dass für Gott seit Jesu Auferstehung erst 2 Tage vergangen sind, sondern dass Gott generell in völlig anderen Dimensionen denkt als wir. Ich stelle es mir gerne so vor, dass Gott außerhalb unserers Raum-Zeit-Kontinuums existiert und von dort die gesamte Weltgeschichte auf einmal im Blick hat; für ihn verschwimmt die Zeit gewissermaßen auf einen Punkt. Eilig hat er es jedenfalls nicht. Wir sollten nicht denken, Gott hätte uns vergessen, nur weil Jesus nach unserem Empfinden lange auf sich warten lässt!

3. – Zeit ist Gnade!


"Der Herr zögert nicht die Verheißung hinaus, wie etliche es für ein Hinauszögern halten, sondern er ist langmütig gegen uns, weil er nicht will, dass jemand verlorengehe, sondern dass jedermann Raum zur Buße habe."
– Vers 9

Dieser letzte, wichtige Punkt wird gern übersehen. Könnte es sein, dass Jesus um Unseretwillen auf sich warten lässt? Käme er morgen wieder, wie viele Leute hätten dann keine Gelegenheit mehr, Vergebung für ihre Sünden zu finden? Und wäre er bereits vor 500 Jahren gekommen, hätten wir nie existiert! Wäre doch schade. Stattdessen schenkt er uns Zeit. Viel Zeit, Buße zu tun und Gott zu suchen. Das war übrigens auch schon bei Adam und Eva so. "Wenn ihr vom Baum der Erkenntnis esst, müsst ihr sterben", war das einzige, klipp und klare Gesetz im Garten von Eden. Die Menschen aßen vom verbotenen Baum – starben aber erst nach über 900 Jahren. Wenn Gott uns Zeit schenkt, ist das Gnade. Die sollten wir nicht verschwenden.

Schluss


Den Briefschluss nutzt Petrus, um den Tag des Herrn bildgewaltig zu illustrieren.

"Es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb in der Nacht; dann werden die Himmel mit Krachen vergehen, die Elemente aber vor Hitze sich auflösen und die Erde und die Werke darauf verbrennen. Da nun dies alles aufgelöst wird, wie sehr solltet ihr euch auszeichnen durch heiligen Wandel und Gottesfurcht, indem ihr das Kommen des Tages Gottes erwartet und ihm entgegeneilt, an welchem die Himmel sich in Glut auflösen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden! Wir erwarten aber nach seiner Verheißung neue Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt. Darum, Geliebte, weil ihr dies erwartet, so seid eifrig darum bemüht, dass ihr als unbefleckt und tadellos vor ihm erfunden werdet in Frieden!"
– Vers 10-14

Petrus will der Gemeinde hier gewiss keine Angst einjagen. Ich glaube, es geht ihm eher darum, dass wir das richtige Ziel nicht aus den Augen verlieren. Unsere diesseitige Welt ist nun mal nicht so, wie Gott sie sich vorgestellt hat. Deshalb dürfen wir dem Tag entgegeneilen, an dem Gott Himmel und Erde erneuert. Die Zerstörung geht Hand in Hand mit der Erneuerung. Diese Aussicht sollte uns laut Petrus motiveren, auch im Diesseits schon nach Gottes Grundsätzen zu leben. Die Irrlehrer, die Jesu Wiederkunft leugnen, können auch keine Hoffnung auf eine neue Welt haben, in der Gerechtigkeit herrscht. Aber genau das ist Thema der ganzen Bibel.

Der Rest des Briefes spricht eigentlich für sich:

"Und seht die Langmut unseres Herrn als [eure] Rettung an, wie auch unser geliebter Bruder Paulus euch geschrieben hat nach der ihm gegebenen Weisheit, so wie auch in allen Briefen, wo er von diesen Dingen spricht. In ihnen ist manches schwer zu verstehen, was die Unwissenden und Ungefestigten verdrehen, wie auch die übrigen Schriften, zu ihrem eigenen Verderben. Ihr aber, Geliebte, da ihr dies im voraus wisst, so hütet euch, dass ihr nicht durch die Verführung der Frevler mit fortgerissen werdet und euren eigenen festen Stand verliert! Wachst dagegen in der Gnade und in der Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus! Ihm sei die Ehre, sowohl jetzt als auch bis zum Tag der Ewigkeit! Amen."
– Vers 15-18

Erstellt am 08. März 2014 um 17:41 Uhr von Xan
Kategorie: Theologie & Glaube
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