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Ein Sohn ist uns gegeben – Sein Name ist ...


Yoda, Thor, Miraculix und Aragorn: Sinnbilder für Christus.
Yoda, Thor, Miraculix und Aragorn: Sinnbilder für Christus.

Der ursprüngliche Gedanke von Weihnachten ist, die Geburt von Jesus Christus zu feiern. Ironischerweise wissen das viele Weihnachtsmarkt-Junkies und Glühwein-Schlürfer überhaupt nicht mehr, oder es ist ihnen egal. Weihnachten wird zweckentfremdet und als Fest der Freude und der Familie umgedeutet. Trotzdem kommt niemand an Jesus vorbei. Dieses kleine Baby in der Futterkrippe zwingt dich früher oder später zu einer Entscheidung: Ist die ganze Weihnachtsgeschichte nur eine fromme Legende oder kam tatsächlich Gottes Sohn zur Welt? Denn wenn das so ist und du es ernst nimmst, verändert es alles. Dein Leben, deine Hoffnung, deine Prioritäten, den Sinn des Lebens. Was bedeutet Baby-Jesus für dich?

Vor etwa 2.700 Jahren trat in Israel ein Prophet namens Jesaja auf, der die Geburt des Gottessohnes voraussah und uns einige "Spitznamen" dieses Sohnes verriet. So steht es geschrieben:

"Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; ..."
– Prophet Jesaja, Kapitel 9,5

Spitznamen sagen etwas über uns aus. Und Jesu Spitznamen haben im Voraus verraten, was er für einer sein wird. Bei den vier Spitznamen, die Jesus hier verpasst bekommt, denke ich aber weniger an ein hilfloses Baby, sondern an vier Gestalten von ganz anderem Kaliber.

Wunder-Rat

Als "wunderbarer Ratgeber" ist Jesus ein bißchen wie Jedi-Meister Yoda aus Star Wars. Er hat immer einen schlauen Spruch auf Lager und kann auch bei schwierigsten Lebensproblemen weiterhelfen. Jesus tut das vielleicht nicht immer ganz so konkret, wie wir es gerne hätten, aber er ist dennoch sehr effektiv. Jemand wollte wissen: "Was muss ich tun, dass ich selig werde?" und Jesus wusste Rat. Jemand bemerkte, dass er häufig Dinge tat, die er eigentlich falsch fand und Dinge unterließ, die er für richtig hielt, und so fragte er Jesus in Bezug auf diesen inneren Konflikt: "Ich elender Mensch, wer wird mich davon erlösen?" und Jesus war die Antwort. Der Gottessohn gibt auch Rat, indem wir uns an seinem Leben orientieren können. In den heftigsten Lebenssituationen war er stets das perfekte Vorbild. Wer sein Leben kennen möchte, kommt natürlich am Lesen der Evangelien nicht vorbei ... ;-)

Gott-Held

Als "göttlicher Held" (hebräisch "gibbor" = Held, Krieger, Mächtiger) ist Jesus wie Thor aus "The Avengers". In seinem Leben wirkte Jesus zwar nicht gerade wie ein starker Held, wenn man bedenkt, unter welch einfachen Umständen er zur Welt kam und wie bedauernswert er am Kreuz starb. Trotzdem gab es die eine oder andere Gelegenheit, bei der Jesus sein "wahres Selbst" offenbarte:

"Und nach sechs Tagen nahm Jesus mit sich Petrus und Jakobus und Johannes, dessen Bruder, und führte sie allein auf einen hohen Berg. Und er wurde verklärt vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. [...] Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören! Als das die Jünger hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und fürchteten sich sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührte sie an und sprach: Steht auf und fürchtet euch nicht!"
– Evangelium nach Matthäus, Kapitel 17, 1-2; 5-8

Das ist Ehrfurcht gebietend. Schon mal damit gerechnet, dass dir Jesus so begegnen könnte? Jesus hat unvorstellbare Macht. Als er kurz vor seiner Kreuzigung von Handlangern der jüdischen Führer gefangen genommen wurde, wollten ihn seine Nachfolger mit dem Schwert verteidigen. Jesus hielt sie aber unter schwerem Tadel zurück und entgegnete, dass ihm jederzeit mehr als zwölf Legionen (d.h. etwa 72.000) Engel zu Hilfe eilen könnten, wenn er nur wollte. Jesus schien in seinem Leben schwach zu sein, aber er ist sehr wohl in der Lage, uns zu schützen und letzten Endes Gerechtigkeit auf Erden zu schaffen!

Ewig-Vater

Als "Vater der Ewigkeit" erinnert Jesus an den Druiden Miraculix aus den Asterix-Comics. Dessen Zaubertrank verleiht den Bewohnern eines kleinen gallischen Dorfes übermenschliche Kraft, sodass sie den zahlenmäßig überlegenen römischen Belagerern standhalten können.

Jesus bietet dir auch eine Art Zaubertrank: Er will uns "Wasser des Lebens" geben. Damit meint er das wahre, unendlich lange, unendlich gute Leben, frei von Zwängen und Abhängigkeiten, das er jedem von uns ermöglichen möchte:

"Das ist aber der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben hat; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag."
– Evangelium nach Johannes, Kapitel 6,40

Dieses ewige Leben beginnt nicht erst im Jenseits, sondern schon im Diesseits. Menschen neigen dazu, immer "mehr" zu wollen (sonst wäre Weihnachten wohl kaum zu einer derartigen Orgie des Konsums entartet!), aber Jesus will unser Denken verändern. Erst wenn wir kapieren, dass es nicht um uns geht, können wir langfristig glücklich werden. Das Leben wird dadurch nicht unbedingt einfacher, aber definitiv sinnvoller. Wer sein Denken von Jesus verändern lässt, wird stark in Geist und Persönlichkeit, kennt seinen Platz im Leben und weiß, dass er niemals allein ist. Er kann zielorientiert, ausgeglichen und hoffnungsvoll Leben, ohne Angst vor dem Tod. Auf diese Weise verleiht uns Jesus die Fähigkeit, mit Problemen richtig umzugehen, was immer kommen mag. Die Probleme der Gallier haben auch trotz Zaubertrank nicht aufgehört, denn sie müssen sich nach wie vor mit römischen Legionären herumschlagen. Aber der Zaubertrank gibt ihnen die Kraft, damit fertig zu werden.

Friede-Fürst

Als "Fürst des Friedens" zeigt Jesus Parallelen zu König Aragorn aus "Herr der Ringe", der letztlich den furchtbaren Sauron und seine Ork-Horden vernichtet und Frieden nach Mittelerde gebracht hat. Viele Menschen fragen, warum Gott nichts gegen Krieg und Leid unternimmt. Dabei übersehen sie, dass Gott sehr wohl etwas tut: Er hat seinen Sohn zu uns gesandt. Durch Jesus hat Gott zur Nächstenliebe ermahnt, Menschen geheilt und ein ewiges Reich des Friedens angekündigt. Der Allmächtige hat sogar den Tod seines Sohnes in Kauf genommen, um etwas gegen das Leid auf unserer Welt zu tun. Er rät uns, diesem Jesus in Worten und Taten ähnlicher zu werden. Das ist der Weg zum Frieden. Das ist Gottes Art, Einfluss zu nehmen.

"Frieden hinterlasse ich euch; meinen Frieden gebe ich euch. Nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch; euer Herz erschrecke nicht und verzage nicht!"
– Evangelium nach Johannes, Kapitel 14,27

Es wird der Tag kommen, da Jesus auf die Erde zurückkehren und das angekündigte Friedensreich auch als politische Macht auf unserem Planeten errichten wird. Er wird von Jerusalem aus über alle Völker regieren und endlich vollständige Gerechtigkeit schaffen. Da wird unsere Weltpolitik enden! So steht es geschrieben.

Deine Entscheidung

Jetzt weißt du, mit wem du es zu tun hast. Denk daran, wenn du das nächste Mal das Jesusbaby in der Futterkrippe siehst! Dieser kleine Knilch ist Berater, Bodyguard, Arzt und Präsident. Dafür stehen seine vier Spitznamen. Niemand kann ernsthaft einfach an Jesus vorbeigehen. Entweder ist die ganze Geschichte erlogen – dann macht es keinen Sinn, Weihnachten zu feiern und du müsstest viele historische Belege mutwillig ignorieren – oder es ist wahr, dann können und sollten wir Jesus' krasse Fähigkeiten für uns beanspruchen.

Erstellt am 23. Dezember 2016 um 13:32 Uhr von Xan
Kategorie: Theologie & Glaube
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Wer tötete den Riesen Goliat?


Der Riese Boagrius im Film "Troja" von Wolfgang Petersen
Der Riese Boagrius im Film "Troja" von Wolfgang Petersen

In der Bibel berichtet das 1. Buch Samuel, wie der Hirtenjunge David den Riesen Goliat bezwang:

"Da trat aus dem Lager der Philister ein Vorkämpfer hervor mit Namen Goliath, aus Gat; der war sechs Ellen und eine Spanne groß [...] und der Schaft seines Speeres war wie ein Weberbaum, [...] Und es geschah, als sich der Philister aufmachte und daherkam und sich David näherte, da eilte David und lief der Schlachtreihe entgegen, auf den Philister zu. Und David streckte seine Hand in die Tasche und nahm einen Stein heraus; und er schleuderte und traf den Philister an seine Stirn, so daß der Stein in seine Stirn drang und er auf sein Angesicht zur Erde fiel. So überwand David den Philister mit der Schleuder und mit dem Stein, und er erschlug den Philister und tötete ihn."
– 1. Buch Samuel, Kapitel 17, 4-50 (Schlachter-Übersetzung)

Die Geschichte dürfte allgemein bekannt sein – aber stimmt sie auch? Spitzfindigen Bibel-Kritikern ist nämlich aufgefallen, dass im 2. Buch Samuel noch einmal auf die Geschichte Bezug genommen wird, aber da wird Goliat plötzlich von einem anderen Mann getötet:

"Und es erhob sich noch ein Kampf mit den Philistern bei Gob. Da erschlug Elchanan, der Sohn des Jaare-Orgim, ein Bethlehemiter, den Goliath, den Gatiter; und dieser hatte einen Speer, dessen Schaft wie ein Weberbaum war."
– 2. Buch Samuel, Kapitel 21,19 (Schlachter-Übersetzung)

Wem gebührt nun der Ruhm, den Riesen getötet zu haben – David oder Elchanan? Die Angelegenheit ist umso merkwürdiger, wenn man bedenkt, dass das 1. und 2. Buch Samuel ursprünglich eine Einheit bildete. Samuel wird doch am Ende seines Buches nicht vergessen haben, was er am Anfang geschrieben hat?

Um den Widerspruch aufzulösen, wurden schon viele mehr oder weniger zufriedenstellende Erklärungen gegeben. Man hat vermutet, dass es zwei Riesen Goliat gegeben hat, beide aus der Stadt Gat und beide mit einem Speer, "dessen Schaft wie ein Weberbaum war". Aber das ist nun wirklich extrem unwahrscheinlich.

Ist David Elchanan?

Eine zweite Erklärung besagt, dass Elchanan ein anderer Name für David war, wie auch Salomo mehrere Namen hatte. Dafür spricht, dass Elchanan ein "Bethlehemiter" genannt wird, und David ebenfalls aus Bethlehem stammt. Jedoch wird Elchanan "Sohn des Jaare-Orgim" genannt, Davids Vater hieß aber Isai. Außerdem steht die Heldentat des Elchanan im Kontext einer Auflistung der Kämpfe gegen vier Riesen, den "Söhnen des Rapha", die alle von David bzw. seinen Kriegern erschlagen wurden. Schon beim ersten Riesen (Ischbi-Benob) heißt es über David, der zu diesem Zeitpunkt bereits in fortgeschrittenem Alter gewesen sein muss:

"David aber wurde müde. Ischbi-Benob aber, einer der Söhne des Rapha, [...] sagte, er wolle David erschlagen. Und Abisai, der Sohn der Zeruja, half [David] und schlug den Philister tot. Damals schworen die Männer Davids ihm und sprachen: Du sollst nicht mehr mit uns zum Krieg ausziehen, damit du die Leuchte Israels nicht auslöschst!"
– 2. Buch Samuel, Kapitel 21,15-17 (Schlachter-Übersetzung)

David sollte fortan nicht mehr in den Krieg ziehen, denn als König war er das Aushängeschild und die Hoffnung (die "Leuchte") Israels. Sie wollten nicht riskieren, dass er im Kampf fällt. Der Bibeltext bezeugt also schon selbst, dass David beim Kampf gegen den zweiten, dritten und vierten Riesen gar nicht anwesend war! Die Erklärung, dass David Elchanan ist, überzeugt also auch nicht gerade.

Lachmi, der Bruder des Goliat

Es gibt aber noch eine dritte Möglichkeit. Bei vielen Unklarheiten und Schwierigkeiten erklärt sich die Bibel selbst, und das ist auch hier der Fall. Ein Vergleich mit einem anderen Bibelbuch zeit, dass im 2. Buch Samuel ganz einfach ein Abschreibfehler vorliegt. Denn die Chronik der Könige Israels überliefert Folgendes:

"Und es kam nochmals zum Kampf mit den Philistern. Da erschlug Elchanan, der Sohn Jairs, den Lachmi, den Bruder Goliaths, den Gatiter, dessen Speerschaft wie ein Weberbaum war."
– 1. Buch der Chronik, Kapitel 20,5 (Schlachter-Übersetzung)

Das ist meines Erachtens die korrekte Antwort: Elchanan tötete nicht Goliat, sondern dessen Bruder! Das bedeutet, entweder ist Samuel am Ende seines Buches etwas müde geworden, oder die Abschreiber nach ihm haben den Fehler eingebaut. Genau genommen sind es sogar drei Fehler, die sich im hebräischen Originaltext rekonstruieren lassen.

Wer tötete Goliat? Zwei widersprüchliche Bibelstellen als Interlinear-Übersetzung im Vergleich
Wer tötete Goliat? Zwei widersprüchliche Bibelstellen als Interlinear-Übersetzung im Vergleich
Erstens: Das Zeichen des direkten Objekts, das in der Chronik direkt vor dem Namen "Lachmi" kommt, ist "-et" (את). Der Abschreiber muss es mit "bet" (בית) verwechselt haben und heraus kam "Bet ha-Lachmi", nämlich "der Bethlechemiter".

Zweitens: Im Text der Chronik steht direkt vor dem Namen "Goliat" das Wort für "Bruder", nämlich "achi" (אחי). Das wurde fälschlicherweise als Zeichen des direkten Objekts gelesen, nämlich "-et" (את), also das gleiche Zeichen, das zuvor beim Namen Lachmi richtig gewesen wäre! Damit wurde Goliat zum Objekt des Verbs "getötet", während sein "Bruder" gar nicht mehr auftaucht.

Drittens: Der letzte Fehler bezieht sich auf den Vater des Elchanan. Der Chronik-Text nennt ihn "Ja'ur" und erwähnt die Namensvariation "Ja'ir", die von den meisten deutschen Bibelübersetzungen verwendet wird. Im 2. Buch Samuel wird er stattdessen "Ja're-Orgim" genannt, was ungefähr "Wald der Weber" bedeutet, ein höchst ungewöhnlicher Name. Der Namenszusatz "Orgim" muss hier wohl unbeabsichtigt hineingerutscht sein. Denn am Ende des Satzes steht in Bezug auf Goliats Waffe ebenfalls "orgim", hier aber zusammen mit "kimnor", das bedeutet "wie ein Weberbaum", was absolut Sinn ergibt. Das heißt, der Name von Elchanans Vater müsste nur "Ja're" (יערי) lauten, und das ist ebenfalls eine Namensvariation von "Ja'ir" (יעור).

Elchanan war also nicht aus Betlechem, sondern tötete einen Mann namens Lachmi. Er tötete nicht "den Goliat", sondern "Goliats Bruder". Und sein Vater hieß nicht "Ja'ir-Weber", sondern einfach nur "Ja'ir". Der Schreiber hat hier keinen Widerspruch in die Bibel eingebaut, sondern nur ein paar winzige, hebräische Buchstaben falsch abgeschrieben, die sich durch einen Vergleich mit dem Chronikbuch korrigieren lassen.

Erstellt am 19. Dezember 2016 um 22:39 Uhr von Xan
Kategorie: Geschichte & Mythologie
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