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Ein paar Worte zu den Zeugen Jehovas


Jeder kennt sie, fast jeder lacht über sie: Jehovas Zeugen, die unermüdlichen Verkündiger von Gottes Königreich, gemeinhin auch als gefährliche Sekte bekannt. Ich schreibe diese Zeilen, um einige Dinge klarzustellen und ins rechte Licht zu rücken.

Lektüre der Zeugen Jehovas (c) Lightwish.de
Lektüre der Zeugen Jehovas (c) Lightwish.de

Es ist noch nicht lange her, da hatte ich auf dieser Website einen Artikel, der gegen die Zeugen Jehovas wetterte, weil sie den Weg der Erlösung für sich allein pachten. Zu meiner Schande muss ich auch gestehen, dass ich aufgrund ihrer scheinbar kuriosen Überzeugungen schlecht von ihnen dachte. Ich habe ihre Ansichten verworfen, ohne jemals ernsthaft darüber nachzudenken. Die öffentliche Berichterstattung und die Meinung der Menschen in meinem Bekanntenkreis hat dazu geführt, dass Jehovas Zeugen viel zu voreilig in der Schublade "vom Satan" gelandet sind. Ich bitte demütig um Vergebung.

Fakt ist: Ich habe viel Schlechtes über Zeugen Jehovas gehört. Angeblich würden sie Aussteiger terrorisieren, ihre Kinder schlagen, die Weltherrschaft anstreben, jeden Spaß im Leben verbieten, und das ist erst der Anfang. Ich weiß nicht, inwiefern solche Anschuldigungen berechtigt sind und will darüber kein Urteil fällen. Mit Sicherheit gibt es auch solche und solche Zeugen Jehovas. Aber eines weiß ich: Meine persönlichen Erfahrungen mit ihnen sind durchweg positiv. Sie sind zuverlässig, immer höflich, geduldig, humorvoll, hilfsbereit und haben ein enormes Wissen über die Heilige Schrift. Seit ich mich genauer mit ihrer Lehre befasse, habe ich mindestens drei wertvolle Dinge von ihnen gelernt:

1. – Das "Paradies" wird nicht im Himmel, sondern auf einer erneuerten Erde sein.
2. – Es gibt keine ewige Höllenqual, sondern die Toten sind schlicht und einfach tot.
3. – Im hebräischen bzw. griechischen Urtext der Bibel steckt weniger Dreieinigkeit als in so manch deutscher Übersetzung. Ich sage nicht, dass dieses Dogma falsch ist – nur, dass wir es mit Vorsicht genießen sollten und sehr genau hinschauen müssen, was die Bibel eigentlich sagt.

Klar kann ich das alles nach wie vor nicht mit Gewissheit sagen. Aber wenn ich die Bibel ohne die theologische Brille der Kirche lese, komme ich ehrlicherweise zu diesem Schluss. Im übrigen habe ich persönlich an den Zeugen Jehovas wesentlich weniger auszusetzen als an der katholischen Kirche.

Das bedeutet nun nicht, dass ich völlig mit den Zeugen Jehovas sympathisiere. Es gibt auch Aspekte ihrer Lehre, die ich nicht unterstützen möchte. Beispielsweise die Tatsache, dass sie den Weg der Erlösung mehr oder weniger für sich beanspruchen. Oder dass sie Teile der Heiligen Schrift nicht zeitgemäß anwenden, sondern wörtlich und im Kontext einer 2000 – 3000 Jahre alten Welt sehen. Manches sehen sie auch mit geradezu pharisäischer Strenge und Gesetzlichkeit. Das führt dazu, dass sie Bluttransfusionen ablehnen oder Geburtstage nicht feiern. Aber wer weiß? Vielleicht liegen sie auch damit gar nicht so falsch.

So ist das nun mal: Jede christliche Vereinigung hat Stärken und Schwächen. Die einen legen mehr Wert auf die Taufe, die anderen weniger. Die einen schweben geradezu im heiligen Geist, die anderen sitzen ruhig da und studieren die Bibel. Wieder andere halten ihre Gottesdienste in protzigen Kirchengemäuern, andere beim BurgerKing. Man kann immer auf beiden Seiten vom Pferd fallen. Liebe Christen, lernt von den anderen christlichen Glaubensrichtungen, statt sie zu verlachen! Der Apostel Paulus gibt dazu eine wirklich simple Anleitung: "Prüft aber alles und das Gute behaltet. Meidet das Böse in jeder Gestalt." (1. Thessalonicher 5,21+22) Wer Jesus Christus als Sohn Gottes anerkennt, ihm nachfolgt und glaubt, dass er aus den Toten auferstanden ist, darf sich "Christ" nennen. Das sollte uns vereinen, alles andere sind – streng genommen – Detailfragen.

"Johannes sprach zu ihm: Meister, wir sahen einen, der trieb böse Geister in deinem Namen aus, und wir verboten`s ihm, weil er uns nicht nachfolgt. Jesus aber sprach: Ihr sollt`s ihm nicht verbieten. Denn niemand, der ein Wunder tut in meinem Namen, kann so bald übel von mir reden. Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns. Denn wer euch einen Becher Wasser zu trinken gibt deshalb, weil ihr Christus angehört, wahrlich, ich sage euch: Es wird ihm nicht unvergolten bleiben."
– Markus 9,38-41

Und das sage ich allen: Wenn das nächste Mal die freundlichen Bibelforscher an eurer Tür klingeln, seid höflich und hört euch wenigstens an, was sie zu sagen haben. Vielleicht bittet ihr sie sogar auf einen Kaffee herein. Ihr müsst ihre Lehre nicht annehmen. Möglicherweise liegen sie mit ihrer Überzeugung auch völlig daneben. Aber wehe denen, die über Zeugen Jehovas lachen, ohne ihnen wenigstens einmal ernsthaft zugehört zu haben.

Erstellt am 11. Januar 2014 um 16:36 Uhr von Xan
Kategorie: Theologie & Glaube
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Studiert Geschichte!


Mal wieder was zum Nachdenken:

"Wer nicht Geschichte studiert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen. Wer hingegen Geschichte studiert, ist dazu verdammt, hilflos dabeizustehen, während sie alle anderen wiederholen."

Erstellt am 09. Januar 2014 um 23:11 Uhr von Xan
Kategorie: Geschichte & Mythologie
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Russell Crowe als Noah


Russell Crowe als Noah im Film von Darren Aronofsky
Russell Crowe als Noah im Film von Darren Aronofsky

Mir scheint, Hollywood ist nun endgültig auf den Trichter gekommen, dass man mit biblischen Geschichten ganz grandiose Blockbuster machen kann. Jedenfalls dürfen wir nächstes Jahr einen viel versprechenden Russell Crowe als Noah bestaunen:

Erstellt am 30. Dezember 2013 um 23:35 Uhr von Xan
Kategorie: Aktuell
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Das Problem mit Jesu Stammbaum


Wer in der Bibel nach Widersprüchen sucht, wird schnell fündig. Scheinbar jedenfalls. In Bezug auf das Geschlechtsregister von Jesus Christus musste ich feststellen, dass es in kaum einem anderen Kapitel so viele Unklarheiten auf einem Fleck gibt.

Prüft alles, da Gute behaltet.
Prüft alles, da Gute behaltet.

Das Geschlechtsregister von Jesus Christus wurde sowohl im Matthäus-Evangelium als auch im Lukas-Evangelium überliefert. Die beiden Versionen unterscheiden sich gravierend voneinander, was viele Leute zum Anlass nehmen, die Autorität der gesamten Bibel in Frage zu stellen. Dabei ist das Problem sehr leicht zu lösen: Der eine Stammbaum führt wahrscheinlich über Jesu Mutter Mirjam, der andere über seinen Stiefvater Joseph. Im Artikel "Prophezeiungen über Jesus Christus" habe ich das mal schön bildlich dargestellt. Soweit so gut, doch es gibt noch ein viel schwierigeres Problem. Schauen wir uns mal den Bericht von Matthäus an:

"Geschlechtsregister Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams. Abraham zeugte den Isaak; Isaak zeugte den Jakob; Jakob zeugte den Juda und seine Brüder; Juda zeugte den Perez und den Serach mit der Tamar; Perez zeugte den Hezron; Hezron zeugte den Aram; Aram zeugte den Amminadab; Amminadab zeugte den Nachschon; Nachschon zeugte den Salmon; Salmon zeugte den Boas mit der Rahab; Boas zeugte den Obed mit der Ruth; Obed zeugte den Isai; Isai zeugte den König David.

Der König David zeugte den Salomo mit der Frau des Uria; Salomo zeugte den Rehabeam; Rehabeam zeugte den Abija; Abija zeugte den Asa; Asa zeugte den Josaphat; Josaphat zeugte den Joram; Joram zeugte den Usija; Usija zeugte den Jotam; Jotam zeugte den Ahas; Ahas zeugte den Hiskia; Hiskia zeugte den Manasse; Manasse zeugte den Amon; Amon zeugte den Josia; Josia zeugte den Jechonja und dessen Brüder zur Zeit der Wegführung nach Babylon.

Nach der Wegführung nach Babylon zeugte Jechonja den Schealtiel; Schealtiel zeugte den Serubbabel; Serubbabel zeugte den Abihud; Abihud zeugte den Eljakim; Eljakim zeugte den Asor; Asor zeugte den Zadok; Zadok zeugte den Achim; Achim zeugte den Eliud; Eliud zeugte den Eleasar; Eleasar zeugte den Mattan; Mattan zeugte den Jakob; Jakob zeugte den Joseph, den Mann der Maria, von welcher Jesus geboren ist, der Christus genannt wird.

So sind es nun von Abraham bis zu David insgesamt vierzehn Generationen und von David bis zur Wegführung nach Babylon vierzehn Generationen und von der Wegführung nach Babylon bis zu Christus vierzehn Generationen."

– Evangelium nach Matthäus, Kapitel 1,1-17

Jesus Christus ist sowohl über Mirjam als auch über Joseph ein Nachkomme König Davids.
Jesus Christus ist sowohl über Mirjam als auch über Joseph ein Nachkomme König Davids.
Der Autor trennt das Geschlechtsregister in drei 14er-Blöcke. Sein Interesse an dieser Zahl ist schleierhaft, vielleicht sollte es als Merkhilfe dienen, oder er wollte die besondere Bedeutung der Abstammung von König David hervorheben, denn der Zahlenwert des Namens "David" beträgt vierzehn. Auf jeden Fall musste Matthäus ganz schön murksen, um den Stammbaum in drei 14er-Blöcke zu quetschen. Ein Vergleich mit 1. Chronik 3,10-12 zeigt, dass er vier Generationen übersprungen hat, um das Register abzukürzen. Das wäre nicht weiter tragisch, denn im Sprachgebrauch der Bibel kann auch ein Enkel als "Sohn" seines Großvaters bezeichnet werden. Jesus wurde auch "Sohn Davids" genannt, obwohl mindestens 30 Generationen dazwischen liegen. Das Problem ist viel mehr, dass in der Namensliste von Matthäus trotz Auslassungen ein Name zu viel steht! Von David bis zur Wegführung nach Babylon sollten 14 Generationen stehen. Doch wer genau nachzählt, wird feststellen, dass Matthäus 15 Namen nennt.

Ein Erklärungsversuch besagt, dass David hier nicht mitgezählt werden darf, da er bereits im ersten 14er-Block genannt wurde. Aber dann dürfte streng genommen auch Jechonja im dritten Block nicht mitgezählt werden, womit dort nur noch 13 Namen stünden. Im Kommentar der John McArthur-Studienbibel wird vorgeschlagen, dass Jechonja sowohl im zweiten als auch im dritten Block stehen muss, weil er sowohl die letzte Generation vor dem babylonischen Exil repräsentiert als auch die erste Generation nach dem Exil. Das scheint mir dann aber doch zu sehr konstruiert. Außerdem sagt Matthäus ausdrücklich, dass es von *David* bis zur Wegführung 14 Generationen sind, nicht von Salomo bis zur Wegführung.

So weit, so schlecht, also hab ich Google gefragt und bin dadurch auf die Website prueft-alles.com gestoßen, deren Autor Maurits im übrigen ein sehr nobles Motto verfolgt. Er hat auch sogleich eine klare und einfache Lösung des Namen-Problems gefunden. Hätte ich mal den Bibeltext genauer gelesen, hätte ich auch selbst drauf kommen können: Matthäus nennt zwar im zweiten Block 15 Namen, aber der letzte Name, Jechonja, sollte nicht mitgezählt werden. Warum? Ganz einfach. Es heißt ja nicht, dass es von David bis zu Jechonja 14 Namen sind, sondern von David bis zur Wegführung. Matthäus nimmt hier keine Person als Fixpunkt, sondern ein Ereignis. Und der Bibeltext verrät uns, dass Jechonja "zur Zeit" der Wegführung geboren wurde. Genau genommen war er gerade mal 18 Jahre alt und erst seit 3 Monaten König, als Nebukadnezar vor den Toren Jerusalems stand (2. Könige 24,8-12). Aber Jechonjas Generation war faktisch die erste nach der Wegführung. Er selbst zeugte auch erst nach dem Exil Söhne. Und genau darum geht es Matthäus. So kämen wir auf folgende Dreiteilung:

1. Abraham – 2. Isaak – 3. Jakob – 4. Juda – 5. Perez – 6. Hezron – 7. Aram – 8. Amminadab – 9. Nachschon – 10. Salmon – 11. Boas – 12. Obed – 13. Isai – 14. David

1. David – 2. Salomo – 3. Rehabeam – 4. Abija – 5. Asa – 6. Josaphat – 7. Joram – 8. Usija – 9. Jotam – 10. Ahas – 11. Hiskia – 12. Manasse – 13. Amon – 14. Josia

1. Jechonja – 2. Schealtiel – 3. Serubbabel – 4. Abihud – 5. Eljakim – 6. Asor – 7. Zadok – 8. Achim – 9. Elihud – 10. Eleasar – 11. Mattan – 12. Jakob – 13. Joseph – 14. Jesus

Das klingt doch einigermaßen logisch, wie ich finde, auch wenn es unserem westlichen Sinn nach Ordnung und Gleichheit etwas widerstreben mag. Die Hebräer sind da eben ein ganz eigenes Völkchen. Und wer sich nach all den Namen und Zahlen immer noch am Kopf kratzt und skeptisch drein guckt, dem kann ich beruhigt sagen:

"Die törichten Streitfragen aber und Geschlechtsregister, sowie Zwistigkeiten und Auseinandersetzungen über das Gesetz meide; denn sie sind unnütz und nichtig."
– Brief an Titus, Kapitel 3,9

Shalom :-)

Erstellt am 15. Dezember 2013 um 00:37 Uhr von Xan
Kategorie: Geschichte & Mythologie
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25 Sintflut-Sagen im Vergleich


Die Arche auf den Wassern der Sintflut (c) Vicky Gitto & Andrea Fumagalli, www.yr.com
Die Arche auf den Wassern der Sintflut (c) Vicky Gitto & Andrea Fumagalli, www.yr.com

Das alte "Märchen" von Noah und der Sintflut dürfte allgemein bekannt sein. Nicht ganz so populär sind die vielen anderen Sintflut-Berichte aus den exotischsten Teilen der Welt, die zwar grenzenlos fantasievoll und nicht selten absurd klingen, sich aber im Kern mit der hebräischen Sintflut-Sage decken, die wir aus der Bibel kennen. Tatsächlich gibt es mehrere hundert solcher Legenden, was auf eine kollektive Erinnerung im Bewusstsein der Völker hindeutet.

Nach mehreren Wochen Recherche kann ich endlich das Ergebnis meiner Arbeit präsentieren: Eine Übersicht, die 25 verschiedene Sintflut-Sagen in direkten Vergleich stellt und die Gemeinsamkeiten mit dem hebräischen Sintflut-Bericht aufzeigt.

25 Sintflut-Sagen im Vergleich
25 Sintflut-Sagen im Vergleich
Für eine besonders große Darstellung kannst du folgenden Direktlink in die Browserzeile eingeben: www.lightwish.de/images/tab-flood-legends.jpg

Im Übrigen sei noch angemerkt, dass ich bereits die Geschichten aussortiert habe, die offensichtlich vom biblischen Flutbericht beeinflusst worden sind. Die Ureinwohner Amerikas oder Australiens gaben ihre Flutgeschichten oft mündlich an europäische Forschungsreisende weiter. Somit kann nicht immer ausgeschlossen werden, dass die Eingeborenen während der Kolonialzeit von christlichen Missionaren beeinflusst wurden und ihre Flutgeschichte auch nur von diesen übernommen haben. Bei den meisten Flutberichten existiert allerdings eine schriftliche Grundlage, die nicht von übereifrigen Christen interpoliert wurde. (Beispielsweise ist der sumerische Flutbericht im Gilgamesch-Epos mehr als 2.000 Jahre älter als das Christentum selbst.)

Hier geht`s zum allgemeinen Sintflut-Artikel, in dem ich auch begründe, warum ich die Geschichte für gar nicht so unrealistisch halte. Weitergabe erwünscht !

Das war`s dann wieder von mir. Viel Spaß beim Erforschen der alten Kulturen, ich jedenfalls hab jetzt erst mal genug davon ... ;-)

Erstellt am 23. Oktober 2013 um 16:28 Uhr von Xan
Kategorie: Geschichte & Mythologie
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There is always a bigger fish...


Ein "großer Fisch", der Noah verschluckt haben könnte (c) Unbekannt
Ein "großer Fisch", der Noah verschluckt haben könnte (c) Unbekannt

Ist es möglich, dass der arme Prophet Jona drei Tage und drei Nächte im Magen eines Fisches überlebte, wie es die Bibel überliefert? Nun, vor etwa 120 Jahren gab es einen ähnlichen Fall. Hier ist die komplette Story:

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Im Februar 1891 befand sich das Walfangschiff Star of the East in der Nähe der Falklandinseln auf der Jagd nach Walen. Eines Morgens sichtete man in drei Meilen Entfernung (ungefähr 5,5 km) einen Wal. Zwei kleine Boote wurden zu Wasser gelassen. Der Harpunierer schoss und traf den Wal. Das Tier war außerordentlich groß. Wegen seiner Verletzung gab es seltsame Laute von sich. Es schwamm in rasender Geschwindigkeit fort, wobei es die Männer im Boot mitschleppte. 5 Meilen schwamm der Wal geradeaus, dann wendete er und kam fast genau dorthin zurück, wo er von der ersten Harpune getroffen wurde. Vom zweiten Boot erhielt das Tier einen weiteren Harpunenstoß. Der Schmerz machte den Wal offensichtlich rasend, denn er tobte so fürchterlich, dass Boote versuchten, außerhalb der Reichweite des Tieres, das sich anscheinend im Todeskampf befand, zu gelangen. Ein Boot schaffte es, das andere aber hatte weniger Glück. Der Wal stieß dagegen und warf es um. Die Männer fielen ins Wasser, und bevor die Besatzung des anderen Bootes sie retten konnte, war einer ertrunken, und James Bartley war verschwunden. Als der Wal vor Erschöpfung ruhiger wurde, suchte man im Wasser nach Bartley, aber er war nicht aufzufinden. Man nahm an, dass er vom Schwanz des Wales getroffen worden und dann auf den Meeresgrund gesunken war.

Der Wal war tot. Die Männer beeilten sich, mit ihrem Werkzeug das Fleisch des Tieres zu zerschneiden und das Fett zu bergen. Am nächsten Morgen ging es weiter. Sie kamen bald bis zum Magen. Als die Arbeiter damit beschäftigt waren, ihn zu reinigen, entdeckten sie zu ihrem Schrecken, dass etwas Zusammengekrümmtes darin lag, das krampfartige Zeichen von Leben äußerte. Der Magen wurde aufgeschnitten. Man fand darin den vermissten Seemann zusammengekrümmt und bewußtlos. Er wurde an Deck gelegt und mit einem Meerwasserbad behandelt. Als er zu Bewusstsein kam, war sein Geist völlig verwirrt. Man verlegte ihn in die Kapitänskabine. Dort blieb er zwei Wochen lang ein tobender Wahnsinniger. Kapitän und Schiffsleute pflegten ihn mit viel Sorgfalt, und schließlich wurde er wieder Herr seiner Sinne.

Nach drei Wochen hatte er sich von dem Schock erholt und nahm seine Arbeit wieder auf. Während des kurzen Aufenthaltes im Bauch des Wales aber, bei dem die Haut des Mannes der Wirkung der Magensäfte ausgesetzt gewesen war, hatte sie sich auf auffällige Weise verändert. Seine Hände und sein Gesicht waren so gebleicht, dass sie weiß wie bei einem Toten aussahen. Die Haut war runzelig geworden. Bartley versicherte, dass er in seinem Fleischgehäuse vermutlich gelebt hätte bis er verhungert wäre, denn er habe die Besinnung nicht aus Mangel an Luft, sondern durch seine Angst verloren.

Nach seinen Berichten erinnerte er sich an das Gefühl, von der Nase des Wales in die Luft gehoben zu werden und wieder ins Wasser zu fallen. Dann habe es ein erschreckendes Geräusch wie von einem Sturz gegeben. Er sei von einer furchtbaren Finsternis umgeben gewesen und habe gefühlt, wie er durch eine Art glatten Gang rutschte, der sich zu bewegen und ihn weiterzutragen schien. Dieses Gefühl habe nur kurz gedauert. Dann habe er gemerkt, dass er mehr Raum hatte. Er tastete seine Umgebung ab, und seine Hände kamen mit einer ihm nachgebenden, schleimigen Substanz in Berührung, die immer dann, wenn er sie anrührte, zurückzuweichen schien.

Schließlich dämmerte ihm, dass er von dem Wal verschluckt worden war, und der Schrecken über diese Lage überwältigte ihn. Er konnte leicht atmen, aber die Hitze war schrecklich. Sie war nicht versengend oder erstickend, sie schien ihm vielmehr seine Lebenskraft aus ihm herauszuziehen. Er wurde sehr schwach, und ihm wurde übel. Er wusste, dass es keine Hoffnung gab, diesem fremdartigen Gefängnis zu entkommen. Er versuchte, dem Tod tapfer entgegenzusehen, aber die grausige Stille, die furchtbare Finsternis, das entsetzliche Wissen um die Umstände und die schreckliche Hitze überwältigten ihn schließlich, und er musste in Ohnmacht gefallen sein. Denn das nächste, woran er sich erinnerte war, dass er sich in der Kabine des Kapitäns wiederfand.

Bartley war kein furchtsamer Mann, aber er sagt, dass es viele Wochen gedauert habe, bevor er eine Nacht schlief, ohne dass quälende Träume von zornigen Walen und den Schrecken seines fürchterlichen Gefängnisses ihn beunruhigt hätten. Die Haut Bartleys hat nie wieder ihr natürliches aussehen zurückgewonnen. Sie blieb gelb und runzelig und sah aus wie altes Pergament.

Die Geschichte wurde von dem französischen Naturwissenschaftler Henri de Parville bestätigt. Er meint, dass die Erzählungen des Kapitäns und der Mannschaft des englischen Walfangschiffes glaubwürdig seien. Dazu bemerkt er: "Es werden viele Fälle berichtet, in denen Wale in der Raserei ihres Todeskampfes Menschen verschluckt haben. Aber dieses ist der erste Fall, bei dem ein Opfer lebend wieder ans Tageslicht kam. Nach dieser Illustration komme ich doch dazu, zu glauben, dass Jona tatsächlich lebend aus dem Wal herauskam, wie es die Bibel berichtet." (Übrigens: Die Bibel spricht stets von einem "Fisch" – nie ausdrücklich von einem Wal. Vielleicht war`s auch der Leviathan ...)

James Bartley blieb ein gezeichneter Mensch. Seine Augen hatten schwer gelitten. An eine Arbeit als Matrose war nicht mehr zu denken. Als schwer sehbehinderter Schuster lebte er noch 13 Jahre in seiner Heimatstadt Gloucester/England. Dort liegt er auch begraben.

Quelle: Arthur Gook, "Can A Young Man Trust?"
Wikipedia-Artikel

Erstellt am 21. Juli 2013 um 14:59 Uhr von Xan
Kategorie: Geschichte & Mythologie
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Der Anti-Terror-Plan von Jesus


Terrorismus ist doch nichts anderes als das Entführen, Verletzen und Töten von unbeteiligten Zivilisten mit dem Zweck, kranke Ansichten und Meinungen durch mörderische und hinterhältige Gewalt zu verbreiten. Jede Art von Terror ist durch nichts, aber auch überhaupt nichts zu rechtfertigen.

Terroristen sind keine Helden, Widerstandskämpfer oder Vorbilder, sondern sie sind nichts anderes als ein ehrloses, brutales und menschenverachtendes Pack, das zu dumm und zu feige ist, ihre Ziele und Ideologien anders zu äußern und zu vertreten. Wie anders ist Jesus und sein Anti-Terror-Plan:

1. Jesus Christus war ein Friedefürst unter den Menschen. Gott hasst Streit und sagt: Selig sind die Friedfertigen, selig sind die Barmherzigen, selig sind die Sanftmütigen (Bergpredigt Matthäus 5-7). Er kam um Leben zu geben, und nicht zu nehmen. Er war das Leben selbst. Er brachte Auferstehung für die Toten (Auferweckung der Tochter des Jairus, des Lazarus) und liebt es, wenn Menschen errettet werden (darüber ist Freude im Himmel, siehe Lukas 15,7). Jesus Christus hatte eine Botschaft: Er schafft Friede zwischen Gott und Menschen, was das Alte Testament in den Psalmen schon oft ankündigt: "Er schafft deinen Grenzen Frieden und sättigt dich mit dem besten Weizen." (Psalm 147,14). Diese Botschaft steht gewalttätigem christlichem Fundamentalismus entgegen.

2. Jesus Christus gibt das Gebot: "Liebt eure Feinde!" und betet für die, die euch verfolgen (Matthäus 5, 43). Der Umgang mit Menschen, die ihm feindlich entgegenstehen, ist friedlich und liebend. Es gibt keine menschliche Vergeltung in der Bibel. Wenn dich einer auf die eine Backe schlägt, so halte ihm auch die andere hin. Diesen Satz kennt selbst jeder Atheist.

3. Jesus selbst verurteilte Petrus sehr hart, als dieser sein Schwert zog und dem Knecht des Hohenpriesters das Ohr abhieb. Seine Antwort war: "Wer das Schwert nimmt, wird durch das Schwert umkommen." (Matthäus 26,52)

4. Die bedeutendste Tat Jesu war sein Opfer am Kreuz. Er opferte keine Menschen, sondern sich selbst. Wo gibt es größere Liebe, als dass sich jemand opfert für andere? (Johannes 15,13)

5. Jesus sagte ausdrücklich, dass es im christlichen Sinne gar nicht zu kämpfen lohnt, denn sein Reich ist nicht von dieser Welt. Jesus antwortete Pilatus: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darum kämpfen." (Johannes 18,36) Warum aber kämpfte Anders Breivik, der Massenmörder aus Norwegen? In denselbem Sinne bekräftigte auch Paulus im zweiten Korintherbrief, dass wir nicht mit "fleischlichen Waffen" kämpfen, denn die Waffen unsres Kampfes sind nicht das Schwert, sondern der Glaube und die Worte Gottes (siehe Epheser 6 – die geistliche Waffenrüstung).

6. In der Gegenwart Jesu verwandelten sich gewalttätige in sanftmütige Menschen. Paulus war bis zu seiner Bekehrung ein Verfolger der Gemeinde und tötete Christen. Danach lehrte er in ganz Mediterranien über Nächstenliebe, das Band des Friedens und Zusammenleben in der Gemeinde. Simon der Zelot war einer der Jünger Jesu. Die Zeloten waren Terroristen, die die Befreiung der Juden von der römischen Herrschaft mit Gewalt suchten. Er folgte Jesus drei Jahre lang friedlich nach und änderte sein Denken.

Quelle: www.soulsaver.de/blog/2013/04/der-anti-terror-plan-von-jesus-/

Erstellt am 17. April 2013 um 17:28 Uhr von Xan
Kategorie: Aktuell
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