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Hölle, Totenreich und Auferstehung

"Gewiss, die Hölle ist ein Hinterhalt, für diejenigen, die das Maß (an Frevel) überschreiten, eine Heimstatt, lange Zeiten darin zu verweilen; sie werden darin weder Kühlung noch Getränk kosten, außer heißem Wasser und stinkender Brühe, als angemessene Vergeltung..."

Koran, Sura 78, 21-26

Gottes Strafe für menschliche Sünde
Für die feurige Höllen-Vorstellung unserer modernen Gesellschaft scheinen Koran und Kirche hauptverantwortlich zu sein. Auch wenn das ernsthafte Nachdenken über das jenseitige, ewige Feuer ungemütlich ist, lohnt es sich doch herauszufinden, was uns tatsächlich nach dem Leben erwartet. Natürlich macht das nur Sinn, wenn wir an einen Schöpfergott glauben, denn der Evolutionslehre fehlt aufgrund ihres rein materialistischen Fundaments jegliche Hoffnung auf ein wie auch immer geartetes Leben nach dem Tod. Also nehmen wir die Heilige Schrift (Torah/Bibel) und lesen auf den ersten Seiten, direkt nach der Erschaffung des Menschen, eine Warnung Gottes an Adam:

"...von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du gewisslich sterben!"

Genesis Kapitel 2,17

Natürlich hat Adam gegessen. Tausende von Jahren später sprach der Prophet Hesekiel im Namen Gottes bestätigend:

"...Die Seele die sündigt, soll sterben!"

Prophet Hesekiel, Kapitel 18,4

Und noch später schrieb der Apostel Paulus einen bestätigenden Text an die Christen in Rom:

"Der Lohn der Sünde ist der Tod."

Brief an die Römer, Kapitel 6,23

Bis jetzt hat sich das bestätigt, denn bis jetzt waren alle Menschen auf Erden Sünder, und statistisch gesehen sterben von 10 Menschen alle 10. Wir werden also schlichtweg ausgelöscht sein und nicht mehr existieren. Das ist zunächst die einzige Konsequenz unseres Handelns auf Erden, nicht aber ein ewiger Aufenthalt im Feuer. Die Seele "schläft" im Tod ohne Bewusstsein - bis zum jüngsten Tag. Erst dann bekommen wir einen neuen Körper, in dem es möglich ist, ewig zu leben. Gott hat uns am Anfang erschaffen, und genau so wird er uns am Ende der Welt mit allen Erinnerungen sprichwörtlich wieder auf-er-wecken.

Auferstehung und Totenreich

"Und viele, die im Staub der Erde schlafen, werden aufwachen, die einen zum ewigen Leben, die andern zu ewiger Schmach und Schande."

Prophet Daniel, Kapitel 12,2

Das sagte der Prophet Daniel voraus, lange vor der Geburt von Jesus Christus, dem Sohn Gottes, der durch seine Gerechtigkeit von den Toten auferstanden ist. Und durch diesen Christus werden auch wir eines Tages auferstehen. Wer daran nicht glaubt, braucht sich sowieso keine Sorgen über Auferstehung und Hölle zu machen, wenngleich das die Möglichkeit ihrer Existenz nicht schmälert. Paulus schrieb:

"...Nun aber ist Christus aus den Toten auferweckt; er ist der Erstling der Entschlafenen geworden. Denn weil der Tod durch einen Menschen kam, so kommt auch die Auferstehung der Toten durch einen Menschen; denn gleichwie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig gemacht werden."

1. Brief an die Korinther, Kapitel 15,20-22

Und hier scheiden sich die Geister. Was wird mit uns passieren, wenn wir auferstanden sind? Jesus sprach zu Lebzeiten mehrfach warnend von einem Ort des Feuers:

"...Geht weg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln!"

Evangelium nach Matthäus, Kapitel 25,41

Was ist mit dem ewigen Feuer gemeint? Martin Luther übersetzte an vielen Stellen der Bibel die griechischen Worte Hades und Gehenna sowie das hebräische Wort Sheol allesamt mit Hölle. Es lässt sich darüber streiten, ob diese Übersetzung so gelungen ist, denn Hades und Sheol meint eigentlich das Totenreich oder den Tod selbst. Der Name der skandinavischen Todesgöttin und ihres Reiches lautet Hel. (Vgl. auch das engl. Hell). Etymologisch könnte also aus Sheol zunächst Hel und dann Hell bzw. Hölle geworden sein. Viele sehen das als Beweisgrundlage dafür, dass eine wirkliche Feuer-Hölle gar nicht existiert. Das Wort Gehenna jedoch ist die griechische Form des hebräischen Gehinnom und bedeutet Tal Hinnom. Dieses Tal war die städtische Müllkippe hinter Jerusalem. Dort wurden unter anderem Leichen verbrannt. Wenn Jesus von Gehenna spricht, könnte er dieses Bild von brennenden Menschen durchaus bewusst als Beispiel für die Hölle gewählt haben. Vorsicht ist jedoch bei der Wortwahl geboten: Mir scheint, wenn Jesus vom ewigen Feuer (oder eben Gehenna) spricht, bezieht er sich stets auf den Schwefelsee, auf den ich später näher eingehe. Wenn wir sterben, sind wir aber zunächst nur im Totenreich, und da gibt es kein Feuer.

Ewige, feurige Hölle?
Was ist nun aber mit dem Feuer im Jenseits? Die folgenden Zitate Jesu sprechen deutlich für eine Feuer-Hölle:

"...Es ist besser für dich, dass du einäugig in das Reich Gottes gehst, als dass du zwei Augen hast und wirst in die Hölle [Gehenna!] geworfen, wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht verlöscht."

Evangelium nach Markus, Kapitel 9,47+48

"Und sie werden hingehen: diese zur ewigen Strafe, aber die Gerechten in das ewige Leben."

Evangelium nach Matthäus, Kapitel 25,46

Hier wird sogar auf die Dauer der Hölle eingegangen, auch wenn die Redewendung "wo der Wurm nicht stirbt" sehr umstritten ist. Die natürlichste Annahme ist schließlich, dass man sofort stirbt, wenn man in ein derartiges Feuer geworfen wird. Man kann argumentieren, dass sich das Wort ewig im zweiten Vers auf das Feuer, nicht aber auf die Qual der Menschen bezieht, denn ewige Strafe kann auch bedeuten, dass der Mensch einmalig ausgelöscht wird und nur der Beschluss dieser Strafe ewig ist, d.h. dass er keine Möglichkeit hat, jemals wieder lebendig zu werden. Viele Kritiker greifen auch direkt die Übersetzung des Wortes ewig an, denn im griechischen Text steht da Aion, also Äon, was man als Ewigkeit, aber auch als Zeitalter übersetzen mag. Jedoch ist der oben genannte Vers geradezu prädestiniert für einen Lösungsansatz, denn hier ist Aion sowohl auf die Strafe, als auch auf das Leben bezogen. Wenn also die Strafe nicht ewig ist, dann wäre auch das Leben nach dem Tod nicht ewig, sondern nur ein Zeitalter lang - und das ist sehr unwahrscheinlich. Soweit die Theorie und die Warnungen Jesu.

Unser diesseitiges Leben scheint einen enormen Einfluss auf das nächste Leben zu haben. Wenn wir im jetzigen Leben stets rebellisch gegenüber Gott sind, wird sich unser Herz, unser gesamter Charakter, verhärten. Sollten wir diese Einstellung nach der Auferstehung beibehalten, (was wahrscheinlich ist), erst dann trifft uns die Strafe des Feuers, weil uns nicht noch einmal vergeben werden kann. Das wäre ja, als würden wir Jesus ein zweites Mal ans Kreuz nageln.

Der zweite Tod: Schwefelsee
Nach der Auferstehung wird Gott also entscheiden, was mit uns passiert.

"...Und das Meer gab die Toten heraus, die in ihm waren, und der Tod und das Totenreich gaben die Toten heraus, die in ihnen waren; und sie wurden gerichtet, ein jeder nach seinen Werken. Und der Tod und das Totenreich wurden in den Feuersee geworfen. Das ist der zweite Tod. Und wenn jemand nicht im Buch des Lebens eingeschrieben gefunden wurde, so wurde er in den Feuersee geworfen."

Die Offenbarung Jesu Christi, Kapitel 20,13-15

Im Buch der Offenbarung, in der Vision des Sehers Johannes - und nur hier - kommt plötzlich ein Feuer- oder Schwefelsee ins Spiel. Während der letzten Zeit dieser Welt wird unter anderem Satan in diesen See geworfen und bleibt dort für 1000 Jahre gebunden. Nun heißt es, der Tod und das Totenreich (Hades), von dem bisher die Rede war, werden selbst in diesen Feuersee geworfen. Das wirft die Frage auf, ob der Feuersee nur symbolisch gemeint ist, denn schließlich können Tod und Totenreich nicht wirklich irgendwo hineingeworfen werden. Auf jeden Fall wird der Tod selbst vernichtet:

"Aber ich will sie aus dem Totenreich erlösen und vom Tode erretten. Tod, ich will dir ein Gift sein; Totenreich, ich will dir eine Pest sein; Rache kenne ich nicht mehr."

Prophet Hosea, Kapitel 13,14

Der Tod ist verschlungen vom Sieg. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?

1. Brief an die Korinther, Kapitel 15,54+55

Gott selbst wird in der Bibel häufig mit verzehrendem Feuer gleichgesetzt. Dieser Feuersee könnte also auch Gottes reinigende Präsenz meinen, die am Ende alles Böse "verzehrt", d.h. auch böse Menschen. Von diesem Feuersee spricht die Bibel tatsächlich sehr ungemütlich, egal wie man Aion übersetzt. Die Bezeichnung Hölle, so wie wir sie uns vorstellen, würde hier viel besser passen als für den Hades:

"...Und der Rauch von ihrer Qual wird aufsteigen von Äon zu Äon; und sie haben keine Ruhe Tag und Nacht, die das Tier anbeten und sein Bild und wer das Zeichen seines Namens annimmt."

Die Offenbarung Jesu Christi, Kapitel 14,11

Diese "Qual" kann bedeuten: Ein ständig anklagendes Gewissen, dass ich mich gegen Gott entschieden habe und es nie wieder rückgängig machen kann, die Hoffnungslosigkeit, Einsamkeit und Dunkelheit, gekoppelt mit den körperlichen Schmerzen des Brennens. Spätestens jetzt ist es angebracht, nach der Gerechtigkeit Gottes zu fragen. Ist es gerecht, für die bösen Taten eines vielleicht 80-jährigen Menschenlebens eine äonische (oder sogar ewige!) unvorstellbar grausame Strafe erleiden zu müssen?

Theorien zur Gerechtigkeit Gottes
Wie wir bisher gesehen haben, werden die meisten Bibelstellen über die Hölle sehr verschieden ausgelegt. Es gibt eine Reihe von populären Theorien, mit denen man versucht, die Gerechtigkeit dieser Strafe Gottes zu verstehen:

Allversöhnung:
Dieser Lehre zufolge wird den Sündern nach einer bestimmten Zeit in der Hölle von Gott vergeben. Dann werden alle in Gottes Reich versammelt. Man kann es deshalb mit dem katholischen Fegefeuer vergleichen, was ja auch zeitlich begrenzt ist.

Annihilation:
Vor allem die Zeugen Jehovas und die Adventisten vertreten die Vernichtungslehre (engl. "annihilation"). Die Sünder werden ins Feuer geworfen, sind dann aber ausgelöscht und existieren überhaupt nicht mehr, d.h. sie fühlen auch keine Qualen.

Trennung:
Damit ist gemeint, dass die Hölle "nur" das Verlassen-sein von Gott meint, nicht aber körperliche Schmerzen. Natürlich ist es sehr fraglich, was übrig bleibt, wenn ein Mensch vollkommen von Gott verlassen ist. Schließlich hat Gott uns erschaffen, und leben können wir nur durch ihn.

Anerkennung:
Die Hölle wird die vollkommene Gerechtigkeit Gottes anerkennen; die Verlorenen werden dort wissen, dass ihre Strafe gerecht ist und dass sie allein die Schuld dafür tragen. Diese Überlegung klingt für mich am verständlichsten.

Bei all den Theorien dürfen wir auf keinen Fall vergessen: Der Satan hat schon früher versucht, uns glauben zu machen, dass wir die Konsequenzen unserer Taten nicht tragen müssen. Mit dieser Lüge ist er bis heute äußerst erfolgreich:

"Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben..."

Genesis Kapitel 3,4

Wir sollten uns von unserem menschlichen, sehr subjektiven Verständnis der Gerechtigkeit nicht zu sehr täuschen lassen. Denn bei all den Versuchen, die Aussagen der Bibel so hinzudrehen, dass sie für uns möglichst günstig sind, können wir die Wahrheit ja doch nicht ändern. Wenn wir nicht wissen oder nicht mehr nachvollziehen können, was wirklich stimmt, bietet es sich doch an, vom Schlimmsten auszugehen... keiner kann uns garantieren, dass es die Hölle nicht gibt. Und niemand kann mit Gewissheit sagen, wie sie aussieht. Wie viele und welche Menschen in die Hölle kommen, ob sie ewig dort sein werden und ob überhaupt jemand hinein kommt, wissen wir nicht. Das bleibt Gottes gerechtem Urteil überlassen. In jedem Fall gilt jedoch: Ich will da nicht hin! Wir Menschlein haben das Glück, dass unsere Schuld durch Jesus bereits beglichen wurde. Wenn wir uns bewusst und ernsthaft auf Gottes Seite stellen, dann, glaube ich, brauchen wir uns um das nächste Leben keine Sorgen zu machen.

"...Denn dies ist gut und angenehm vor Gott, unserem Retter, welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen."

Brief an Timotheus, Kapitel 2,3+4

Am Ende aller Tage...
Zum Schluss eine kleine Anekdote: Der jüngste Tag ist angebrochen, hier stehen wir vor unserem Schöpfer. Mit Sicherheit wird er uns nach unseren Taten fragen, streng, gerecht und endgültig richten. Vielleicht wird er uns aber auch nur fragen, wie Jesus damals den Simon Petrus fragte:

"...Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb?"

Evangelium nach Johannes, Kapitel 21,16

Dann kommt es nur darauf an, diese Frage ehrlich mit "Ja" beantworten zu können.



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