Holy Wood » Avatar - Alles ist verkehrt herum

Avatar - Alles ist verkehrt herum

James Cameron produzierte zum zweiten Mal den erfolgreichsten Film der Welt. Bereits eine Woche nach dem Kinostart waren die Produktionskosten von mehr als 200 Millionen US-Dollar wieder eingespielt.
Eine Sensation. Auch wenn der Streifen nicht auf eine tiefgründige Story baut, die man drei mal überdenken muss, bevor man sie versteht. Die mächtigen, bildgewaltigen Szenen sind die eigentliche Sensation. Und die Schuldgefühle, die im sensiblen Zuschauer geweckt werden (sollen): Die Menschen, die verrufenen "Himmelswesen", kristallisieren sich als grausame, selbstsüchtige Zerstörer heraus, die teilweise selbst nicht wissen, was sie der Natur mit ihrer Gier nach Macht und Herrschaft antun. Der versehrte Soldat Jake Sully bekommt die Möglichkeit, in der menschenfeindlichen Welt Pandora ein neues Leben anzufangen. Er soll mittels Gehirntransfusion in einen Avatar-Körper der eingeborenen Na'vi schlüpfen, um diese kennenzulernen und auszuspionieren. Als er seine Mission beginnt, werden jedoch die Fronten nach und nach herumgedreht.[1]

Cameron entblößt uns Menschen als die "Aliens", die die heile Welt Pandora zu Grunde richten. Jake erscheint sein Leben im Avatar-Körper bei den Eingeborenen immer mehr als sein wahres Ich. Träumst du, du seist ein Schmetterling, oder bist du ein Schmetterling und träumst, ein Mensch zu sein?

"Alles ist verkehrt herum. Da draußen ist die wirkliche Welt. Und das hier drinnen ist der Traum. [...] Ich erinnere mich kaum noch an mein früheres Leben."

(Jake Sully)

Ab einem bestimmten Punkt musst du dich, genau wie Jake, entscheiden, ob du General Quaritch, dem "bösen weißen Mann" beim Ausrotten der Na'vi-Indianer hilfst, oder ob du "moralisch korrekt" handelst, und den Na'vi in ihrem naturverbundenen Leben zur Seite stehst.

"Hey Sully - denkst du, du bist einer von denen? Dann wach mal wieder auf!"

(General Quaritch)

Materialismus gegen Esoterik
Die Na'vi glauben an "Eywa", eine Art Gottheit, in Anlehnung an die "Mutter Erde Gaia", die alle Lebewesen und den ganzen Planeten miteinander vereint. In ihr und durch sie existiert alles. Die Toten kehren zu ihr zurück und werden eins mit der Natur. Gefundenes Fressen für Esoteriker, Christen, Ökos, Philosophen, Anthroposophen und was in unserer Welt sonst noch alles kreucht und fleucht. Ein Glaube dieser Art hat zwar erkannt, dass es etwas "Übergeordnetes" geben muss, macht aber den schweren Fehler, die Schöpfung anstelle des Schöpfers anzubeten.

Der Film repräsentiert den Kampf zwischen egoistischem Materialismus und dem Glauben an eine - wie auch immer geartete - höhere Macht oder Energie. Raketen geldgieriger Konzernchefs zerfetzen den riesigen Heimatbaum der Na'vi und bringen ihn zum Einsturz, weil darunter wertvolle Rohstoffe lagern. Manch einer mag sich im Angesicht dieser berührenden Szenen mit Tränen in den Augen fragen, wie man so kalt und gefühllos sein kann. Aber sobald es in der Realität um den eigenen Vorteil geht, sind derartige Gedanken vergessen. Sicher, es gibt auch Menschen, die immer edle Motive haben. Das scheinen aber weniger als die Hälfte zu sein. Sagt in unserer Welt nicht immer die Mehrheit, was getan oder unterlassen wird? Wenn ja, wie kann es dann möglich sein, dass "ein paar wenige Bösewichter" an allem Schuld sind? So gut der Film auch gemeint sein mag, er wird die gegenwärtige Ausbeutung der Natur auf unserem Planeten leider auch nicht stoppen. Das ist kein Pessimismus, sondern eine realistische Einschätzung der Menschheit.

Eine neue Erde
Pandora ist eine sagenhafte Welt mit umwerfenden, fantastischen Bildern. Für viele überraschend: die Bibel spricht ebenfalls von einer solchen Erde. Sie dokumentiert, dass Gott eine neue Welt schaffen wird, welche die jetzige übertrifft. Es geht nicht um den Volksglauben, vom "in den Himmel kommen", wo man irgendwie im körperlosen Zustand dahin siecht. Die Bibel spricht etwas anders über diese neue Erde. Und es kommt noch besser: Es wird auch einen Auferstehungskörper geben:

"...Und es gibt himmlische Körper und irdische Körper; [...] Und wie wir getragen haben das Bild des irdischen, so werden wir auch tragen das Bild des himmlischen.

Die Bibel, 1. Brief an die Korinther, Kapitel 15,41+48

Dieser Körper wird frei sein vom Fluch der Sünde, von den Problemen dieser Erde. Die schönsten Menschen dieser Erde dürften nur ein Schatten von dem sein, wie die ersten Menschen waren - so wie Gott sie gedacht hat, und so, wie es auf seiner künftigen Erde wieder sein wird. Die neue Welt, die Gott erschafft, wird unsere kühnsten Träume weit übertreffen, auch jene des Films Avatar. Und es wäre schade, wenn man die verpassen würde.

Wenngleich die Gottheit, die in "Avatar" skizziert wird, in keiner Weise persönlich ist und auch keinen schöpferischen Charakter hat, wehrt sich die "Naturgöttin" Eywa am Ende des Films gegen die gnadenlose Industrialisierung. Raubtiere und die atmosphärischen Eigenschaften des Planeten vernichten und vertreiben die gesamten Streitkräfte der Menschen, die daraufhin in ihre sterbende Welt zurück geschickt werden - in unsere Realität. Leider kann eine unpersönliche Gottheit wie Gaia oder Eywa in dieser Realität weder erschaffen noch beschützen. Wir sind der "Mehrheit" und dem Chaos ausgeliefert, wenn wir keinen intelligenten, persönlichen und allwissenden Gott voraussetzen, vor dem sich jeder rechtfertigen muss.

Dieser tatsächlich existierende Gott hat seine Persönlichkeit eindeutig gezeigt, als er in Form seines "Avatars" Jesus Christus auf die Erde kam. Nur er eröffnet uns den Weg ins "wahre" Pandora. Wie passend, dass dieser Film gerade in der Weihnachtszeit Premiere feiert.

Verwendete Literatur

[1] "Avatar", James Cameron, 2009


» Zurück
Jake Sully im Film "Avatar" von James Cameron
Letztes Update:
» 02.01.2012 um 22:51 Uhr

Inhaltsverzeichnis
Verwandte Themen