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Troja - Achilles und der Tod

"Uns Menschen verfolgt die schier unermessliche Ewigkeit. Und so fragen wir uns: Werden unsere Taten die Zeiten überdauern? Werden Menschen unsere Namen hören, lange nachdem wir tot sind, und sich fragen, wer wir waren? Wie tapfer wir kämpften? Wie leidenschaftlich wir liebten?"

Odysseus

Wenn wir Wolfgang Petersens Version von Homers "Ilias" Glauben schenken, haben sich die Menschen schon 1200 Jahre vor Christus ernsthafte Gedanken über den Tod und den Sinn in einem vergänglichen Leben gemacht.[1] Vielleicht sogar noch viel mehr als wir heute. Wir werden vom Leben so sehr abgelenkt und beansprucht, dass wir nicht mehr über das Ende nachdenken. Der Grieche Achilles galt nicht nur als unbesiegbar, sondern war sich auch bewusst, was nach dem Tod auf ihn wartet. Dadurch wusste er als Soldat das Leben mehr zu schätzen als viele Könige in ihren prunkvollen Palästen. Dem entsprechend philosophisch äußerte er sich auch seinem Vetter Patroklos gegenüber:

"Bist du bereit zu kämpfen? Bereit zu Töten? Leben auszulöschen?"

Achilles

"Das bin ich."

Patroklos

"Nachts sehe ich ihre Gesichter. All die Männer, die ich tötete. Da stehen sie, am fernen Ufer des Styx. Sie warten auf mich. Sie sagen: Willkommen, Bruder. Wir Menschen sind elende Kreaturen. Ich habe dir beigebracht, wie man kämpft, aber nicht, warum man kämpft."

Achilles

"Ich kämpfe für dich."

Patroklos

"Für wen wirst du kämpfen, wenn ich tot bin? Soldaten kämpfen für Könige, denen sie noch nie begegnet sind. Sie tun, was man ihnen sagt, sie sterben, wenn man es ihnen befiehlt..."

Achilles

"Soldaten gehorchen eben."

Patroklos

"Du bist verloren, wenn du den Befehlen eines Narren gehorchst. Geh...!"

Achilles

Achilles kämpft, um sich einen Namen zu machen. Für ihn ist die Unsterblichkeit erreicht, wenn er als großer Held in die Geschichtsbücher eingeht und sein Name somit nicht in Vergessenheit gerät. Und selbst, wenn er nach seinem Tod nichts mehr davon hat, muss man ihm zugute halten, dass er in seinem hoffnungslosen Leben alles getan hat, was man erreichen kann. Er betrachtete sein kurzes Leben als Geschenk, das es voll auszukosten galt; aber gleichzeitig erkannte er, dass sein Leben im Lichte der Ewigkeit absolut nichtig und bedeutungslos war. So erklärte er auch seiner Gefangenen, der trojanischen Tempelpriesterin Briseis:

"Soll ich dir was verraten? Was man dir in deinem Tempel nicht beibringt? Die Götter beneiden uns. Sie beneiden uns, weil wir sterblich sind. Weil jeder Augenblick unser letzter sein könnte. Alles ist so viel schöner, weil wir irgendwann sterben. Nie wirst du bezaubernder sein, als in diesem Moment. Nie wieder werden wir hier sein."

Achilles

"Ich dachte, du wärst nur brutal. Einem brutalen Menschen könnte ich vergeben."

Briseis

In der folgenden Nacht versucht die Priesterin, Achilles im Schlaf mit einem kleinen Dolch zu töten. Schließlich muss sie jedoch feststellen, dass Achilles mehr über Gott und den Tod weiß, als sie in ihrem Tempel.

"Tu es. Nichts ist leichter."

Achilles

"Hast du keine Angst?"

Briseis

"Sterben müssen wir alle. Ob heute oder in 50 Jahren, was macht das schon. Tu es!"

Achilles

"Du wirst noch mehr töten, wenn ich Dich nicht töte."

Briseis

"Viele."

Achilles

Ohne Hoffnung auf ewiges Leben sind Vergnügen und Spaß tatsächlich der einzige Sinn im Leben und das Beste, was jemand tun kann:

"Wenn die Toten nicht auferstehen, dann lasst uns essen und trinken; denn morgen sind wir tot!"

Die Bibel, 1. Brief an die Korinther, Kapitel 15,32

Letztendlich wurde Achilles mit einem vergifteten Pfeil an seiner einzigen verwundbaren Stelle getroffen: Der berüchtigten Ferse. Achilles starb den Heldentod in den Trümmern Trojas. Und möglicherweise wünschte er sich in den letzten Sekunden seines Lebens nichts sehnlicher, als der ewigen Dunkelheit zu entgehen. Doch es war zu spät. Der Fährmann Charon wartete bereits, um Achilles über den berüchtigten Fluss Styx in den ewig dunklen Hades zu befördern.[2] Bist Du auf Deinen Tod vorbereitet? Bist Du Dir bewusst, dass auch für uns jeder Augenblick der Letzte sein könnte? Lebst Du Dein Leben dem entsprechend?

Verwendete Literatur

[1] "Troy", Wolfgang Petersen, 2004
[2] Homers "Ilias"


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Hektor und Achilles im Film "Troja" von Wolfgang Petersen
Letztes Update:
» 06.01.2012 um 18:02 Uhr

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