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Letzte Änderung: 14. September 2015 um 23:55 Uhr

Der Naturforscher Charles Darwin


Evolution und Schöpfung

Dass die Welt von Gott erschaffen wurde, stand in 5000 Jahren menschlicher Zivilisation außer Frage. Doch innerhalb der letzten 200 Jahre änderte sich alles. Die zerstörerische Industrialisierung setzte mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit ein, während wir von dem seltsamen Gedanken bestimmt wurden, unsere Existenz rational erklären zu wollen. Dazu gehört natürlich auch die Entstehung des Universums.

Damit Leben in uns bekannter Form überhaupt entstehen kann, bedarf es gewisser Grundvoraussetzungen. Ein Blick ins Weltall zeigt sehr deutlich, wie viele Planeten eben diese Voraussetzungen nicht erfüllen: Alle außer der Erde. Lassen wir eine zielgerichtete Planung außer acht, verbleibt somit nur eine Möglichkeit: Wir sind das Ergebnis einer unermesslich langen Verkettung unwahrscheinlicher Zufälle. Aus dem Chaos des Urknalls am Anfang des Universums sei in einem mehr als 13 Milliarden Jahre währenden Prozess die Erde entstanden, inklusive allen Lebens darauf. Und inklusive dieser kognitiven Intelligenz, die uns in die Lage versetzt, über all das nachzudenken.

Der Naturforscher Charles Darwin formulierte im Jahr 1859 in seinem Werk "Die Entstehung der Arten", wie sich der Mensch mittels Selektion und Mutation entwickelt haben könnte: Aus Aminosäuren wurden Proteine, Proteine bildeten Zellen, Zellen wiederum Bakterien, und so weiter – bis "die Evolution" aus affenähnlichen Primaten den Menschen hervorbrachte. Vielleicht verlief es aber auch ganz anders. Dieser Artikel soll keinen Versuch darstellen, die darwinsche Evolutions-Theorie zu widerlegen. Ich möchte aber aufzeigen, dass durchaus schwerwiegende Probleme in diesem Weltbild existieren, die eine teleologische (zielgerichtete) Entstehung des Lebens mindestens ebenso wahrscheinlich machen.

Evolutions-Mechanismen

Darwins Theorie beruht auf der natürlichen Auslese. Das bedeutet, dass immer die Lebewesen mit den besseren Eigenschaften überleben würden. Die Giraffe mit dem längeren Hals wird überleben und ihre Gene weitergeben, weil Giraffen mit kürzerem Hals schlicht und ergreifend nicht an die frischen Blätter hoher Bäume gelangen können und deshalb tendenziell früher verhungern. Diese Mutation innerhalb einer Art ist beispielsweise an den verschiedenen Schnabelformen der Finken auf den Galapagos-Inseln nachgewiesen und sollte als Mikro-Evolution bezeichnet werden.

Nach dieser Erkenntnis schloss Darwin, dass die Mutation innerhalb gigantischer Zeiträume auch über die Arten hinweg gelten müsse: Dass sich also auch ein Lurch zu einem Hund entwickeln kann, und nicht zuletzt der Affe zum Mensch. Diese Makro-Evolution ist aber Theorie ohne empirischen Beweis – und eine wahrscheinlich viel zu schnelle Schlussfolgerung. Es ist noch niemals festgestellt worden, dass Evolution eine Spezies mit signifikant veränderter Desoxyribonukleinsäure und neuer Information hervorgebracht hat.[1][2] Wir sollten die Evolutions-Theorie also mit Vorsicht genießen und die Möglichkeit einer von Gott gelenkten Schöpfung gleichermaßen in Betracht ziehen.

Am Anfang war die Information

Heute wissen wir, was Darwin nicht wissen konnte: In den Zellen aller Lebewesen herrscht eine geradezu unvorstellbare Menge an Information. Die Bildung aller Organe, die Herstellung aller körpereigenen Substanzen und alle Abläufe in den Lebewesen geschehen informationsgesteuert. Evolution kann nur dann funktionieren, wenn es in der Materie eine Möglichkeit gäbe, wie durch Zufallsprozesse Information entsteht. Information ist aber eine nicht-materielle Größe und kann aufgrund dessen nicht aus Materie erzeugt werden. Sie kann nur aus bereits vorhandener Information hervorgehen.[3]

Eine Frage der Wahrscheinlichkeit

Gehen wir davon aus, dass aus dem Urknall tatsächlich die Erde mitsamt des Ur-Ozeans und darin wabernden Aminosäuren entstanden ist. Das wäre theoretisch denkbar, wenn sich überall im Universum umherfliegende Materie-Teilchen aufgrund der Gravitation zu immer größeren Klumpen zusammenfinden. Irgendwo und irgendwann würde vielleicht auch ein erd-ähnlicher Himmelskörper entstehen. Das Universum müsste nur groß und alt genug sein.

Die Entstehung des Lebens auf der Erde ist dagegen wesentlich unwahrscheinlicher. Um ein sehr einfaches Protein zu erzeugen, den "Grundbaustein des Lebens", müssen etwa 100 Aminosäuren des richtigen Typs genau in der richtigen Sequenz angeordnet werden, und es gibt 20 verschiedene in Frage kommende Aminosäure-Typen. Die Wahrscheinlichkeit, dass alle 100 Aminosäuren eine vorher festgelegte Reihenfolge einnehmen, liegt bei ungefähr 1:10130. Schon diese Zahl ist größer als die aller Atome im Universum.[4] In Wirklichkeit reden wir aber über mehrere 100.000 verschiedener Proteine, von denen jedes einzigartig ist und aus weit mehr als 100 Aminosäuren besteht. Die Chance, dass solche Moleküle von selbst entstehen, ist verschwindend gering. Es geschieht nicht.[5] Das ist aber noch nicht alles.

Frag` ein Protein!

Modell des sauerstoff-transportierenden Proteins Hämoglobin (c) Richard Wheeler, Wikipedia.deModell des sauerstoff-transportierenden Proteins Hämoglobin (c) Richard Wheeler, Wikipedia.de

Damit ein Protein einen Nutzen bringt, müssen die Aminosäuren nicht nur in der richtigen Reihenfolge zusammengefügt werden, sondern das Molekül muss sich dann auch noch zu einer ganz bestimmten Form zusammenfalten. Und selbst nachdem es diese komplizierte Struktur angenommen hat, hat es nur dann einen Sinn, wenn es sich auch fortpflanzen kann – und dazu sind Proteine nicht in der Lage. Diese Aufgabe übernimmt die DNA (Erbsubstanz). Die DNA ist ein Meister der Verdopplung, ansonsten hat sie aber kaum Fähigkeiten.[6] Wir stehen also vor einer paradoxen Situation: Ohne DNA kann es keine Proteine geben, und DNA kann ohne Proteine nichts bewirken.

Nicht reduzierbare Komplexität

Es geht aber immer noch weiter. DNA, Proteine und die anderen Bestandteile des Lebendigen können nichts ausrichten, wenn sie nicht durch eine Art Hülle zusammengehalten würden. Kein Atom oder Molekül hat jemals allein etwas Lebendiges hervorgebracht. Ein beliebiges Atom, das wir aus unserem Körper entnehmen, ist nicht lebendiger als ein Sandkorn. Ohne die Zelle sind sie nur interessante chemische Verbindungen, aber ohne solche Verbindungen hätte auch die Zelle keinen Sinn. Oder, wie der Physiker Paul Davies es formulierte: "Wenn kein Molekül ohne die anderen funktionsfähig ist, wie konnte dann jedes einzelne Mitglied dieser Molekülgesellschaft je zustande kommen?"[7]

Die Entstehung der ersten Zelle ist mit Selektion durch natürliche Auslese nicht zu erklären, denn die kann nur auf Organismen wirken, die bereits in der Lage sind, sich fortzupflanzen. Man spricht beim Aufbau von Zellen deshalb auch von "nicht reduzierbarer Komplexität": Wenn auch nur eines der komplizierten Bestandteile einer Zelle fehlen würde, wäre sie nicht in der Lage, sich fortzupflanzen. Die erste Zelle muss also irgendwie plötzlich voll funktionsfähig aufgetaucht sein.[8][9]

Konzentration von Aminosäuren

Nun kann man vielleicht erwidern, dass sich Aminosäuren im Ozean zu einer Brühe konzentriert und in zufälliger Reihenfolge in allen erdenklichen Kombinationen zu Proteinen zusammengeschlossen hätten, wobei nur die "nützlichen" Proteine die Zeit überdauerten und sich nach und nach zu den Molekülen formten, die für das Leben notwendig sind. Diese wiederum hätten zusammen mit der DNA (die ebenfalls zufällig zeitgleich entstanden sein müsste!) die erste einfache Zelle gebildet. Doch selbst dann gäbe es in der Praxis noch ein paar grundlegende Probleme: Aminosäuren konzentrieren sich im Ozean nicht, sondern verdünnen sich. Zudem würden die brauchbaren Aminosäuren stark durch andere Chemikalien verunreinigt, was die Proteinbildung verhindert. Und selbst gereinigte Aminosäuren (welche von intelligenten Chemikern gemacht wurden) bilden unter natürlichen Bedingungen keine Proteine. Es geschieht eher das Gegenteil – die Proteine zerfallen zu Aminosäuren.[10]

Zuletzt müssten Aminosäuren noch eine sinnvolle "Schrift" bilden, welche von einer komplizierten Maschine, die aus Proteinen besteht, gelesen wird. Für das Lesen müssen also schon ganz bestimmte Proteine vorhanden sein![11] In Anbetracht dieser Tatsachen kommen auch atheistische Biologen und Naturforscher zu dem Schluss:

"... Monomere werden nicht zu Polymeren, wenn man sie nass macht – außer bei der Entstehung des Lebens auf der Erde. Wie das damals geschah und warum es ansonsten nicht geschieht, ist eine der großen unbeantworteten Fragen der Biologie."
– Bill Bryson, Naturwissenschaftler, "Eine kurze Geschichte von fast allem", Taschenbuch 2005, S. 368

Die kambrische Explosion

Ein weiteres Problem der Evolutions-Theorie besteht in einer großen Lücke im Fossilbericht, die es eigentlich nicht geben dürfte. In den Erdschichten eines (geologisch betrachtet) sehr kurzen Zeitraums, dem so genannten Kambrium, tauchen schlagartig Fossilien fast aller heutiger Tierstämme mit voll ausgereiften Körperbauplänen auf.[12] Darwin wusste: Wenn seine Theorie zutraf, sollten die älteren Gesteinsschichten direkt unter der kambrischen Schicht eine Reihe von Übergangs-Fossilien zum Vorschein bringen; von einfachen zu komplexen Formen, die durch eine Kette vieler gescheiterter, aber auch gelungener, sich steigernder Schritte miteinander verbunden sind. Doch wo sind all diese Übergangsformen? Es gibt sie nicht im Fossilbericht. Wir finden stattdessen voll ausgeformte, voneinander getrennte Gruppen.[13]

"Auf die Frage, warum wir in der vorkambrischen Zeit keine reichen, fossilführenden Ablagerungen finden, vermag ich keine befriedigende Antwort zu geben."
– Charles Darwin, "Die Entstehung der Arten", Reclam-Verlag, S. 463

"... Wir finden viele von ihnen [den Fossilien] bereits in einem fortgeschrittenen Zustand der Evolution, wenn sie das erste Mal auftreten. Es ist so, als wären sie einfach ohne jegliche Evolutionsgeschichte dort hingepflanzt worden."
– Richard Dawkins, Evolutionsbiologe, "Der blinde Uhrmacher", S. 266

Zu Lebzeiten ging Darwin deshalb davon aus, dass der Fossilbericht unvollständig sein müsste. Doch nach über einem Jahrhundert eifriger Ausgrabungen sind die fehlenden Bindeglieder immer noch nicht gefunden. Stattdessen stellte man die Theorie auf, dass die vorkambrischen Lebewesen möglicherweise zu klein oder zu weich gewesen sind, um konserviert werden zu können. Jedoch wurden in verschiedenen Gesteinsformationen aus vorkambrischer Zeit (z.B. der Chengjiang-Faunengemeinschaft) auch zahllose Tiere ohne harte Schalen konserviert, darunter Embryos und Eier.[14] Warum sollten diese winzigen Weichteile fossilisiert worden sein, während die viel größeren Vorläufer von den Tieren der kambrischen Explosion verwesten?

Urmensch-Rekonstruktionen

Wie im Vor-Kambrium die Bindeglieder zwischen den Fossilien fehlen, so fehlen auch die Bindeglieder zwischen den affenähnlichen Primaten und dem modernen Menschen. Zwar werden häufig Skelette als "missing link" präsentiert, bleiben aber letztlich nur spekulative Rekonstruktionen spärlicher Funde. Das tatsächliche Skelett könnte ganz anders ausgesehen haben. Erschwerend kommt hinzu, dass Fossilien nur ein selektives Bild der prähistorischen Bevölkerung liefern: Damit ein Skelett überhaupt erhalten bleibt, muss es sehr schnell luftdicht eingeschlossen werden, zum Beispiel durch Schlamm, Sand oder Eis. Solche Umstände sind meist die Ursache eines unnatürlichen Todes, und deshalb lässt sich kaum abschätzen, inwiefern fossile Gebeine überhaupt als Repräsentanten einer Bevölkerungsgruppe dienen können. Wenn die Kreatur bereits beim Eintritt des Todes verletzt oder deformiert war, kann sie nicht als Ideal ihrer Art gelten.

Ein grundsätzliches Problem der Paläoanthropologie ist in meinen Augen folgendes: Sobald man irgendwo ein ungewöhnliches Skelett-Teil entdeckt, das ein Menschenaffe sein könnte, wird es einer bestimmten Epoche und einer hypothetischen Urmensch-Art zugeordnet. Aber durch die gezielte Suche nach abnormen Skeletten wird irgendwann für jede Art eine hinreichend große Anzahl Fragmente vorhanden sein, womit die Beweisgrundlage für die Existenz dieser Art quasi künstlich erschaffen wird. Wenn beispielsweise ein Bruchteil einer Bevölkerungsgruppe überdurchschnittlich große Schädel besaß, könnte die gezielte Suche nach Großschädeln zu der falschen Annahme verleiten, dass früher alle Individuen dieser Population einen so großen Schädel besaßen.

Hinzu kommt, dass jede Art verschieden große und unterschiedlich schwere Exemplare beinhaltet, wobei die Variationsspanne riesig ist. Das und die bereits genannte Möglichkeit von Skelett-Deformationen machen die Abgrenzung in unterschiedliche Arten (Homo ergaster, Homo erectus, Homo habilis, Homo heidelbergensis, etc.) sehr kompliziert. Es hat zur Folge, dass für viele hypothetische Bindeglied-Arten nur sehr, sehr wenige Knochen als Beweisgrundlage existieren. Bisher konnte keine davon endgültig als Bindeglied zwischen Affe und Mensch validiert werden. Stattdessen werden die Funde sehr kontrovers diskutiert, revidiert und gelegentlich auch wieder verworfen.

Der Nebraska-Irrtum

Der Nebraska-Mensch, wie er in der "Illustrated London News" vom 24. Juni 1922 abgebildet war.Der Nebraska-Mensch, wie er in der "Illustrated London News" vom 24. Juni 1922 abgebildet war.

Wie weit wissenschaftliche Interpretationen daneben liegen können, zeigt der fast in Vergessenheit geratene Nebraska-Mensch. Im Jahre 1922 fand man in Nebraska einen einzigen Zahn, der von Professor Henry Fairfield Osborn vom American Museum of Natural History als Affen-Mensch identifiziert und "Hesperopithecus harold cooki" getauft wurde. Kurz darauf veröffentlichte die Illustrated London News eine Konzeptzeichnung des Nebraska-Menschen. Mit dem Zahn als einziger Grundlage war der Künstler jedoch gezwungen, irgendetwas zu zeichnen, das wie eine Kreuzung aus Affe und Mensch aussah. Das Bild dieses angeblichen "missing link" wurde auf einer Doppelseite präsentiert und durch den weltweiten Einfluss der Zeitschrift ins Bewusstsein der Bevölkerung eingebrannt.

Erst sechs Jahre später stellte sich heraus: Der Zahn gehörte zu keinem Urmenschen, nicht einmal zu einem Affen, sondern zu einer ausgestorben geglaubten Schweine-Art.[15] In jüngerer Vergangenheit wurden sogar lebende Exemplare dieser Art entdeckt.[16] Ein Nebraska-Mensch hat nie existiert.

Natürlich können in der wissenschaftlichen Forschung Fehler nicht vermieden werden. Derart grobe Fehleinschätzungen wie beim Nebraska-Menschen werfen dennoch beunruhigende Fragen auf: Wie ist es möglich, dass intelligente Menschen so in die Irre geführt werden konnten? Könnte es noch zahlreiche andere Funde geben, die ebenfalls völlig falsch interpretiert worden sind? Natürlich gibt es mittlerweile bessere Untersuchungsmethoden und die Forscher sind mit ihren Einschätzungen hoffentlich vorsichtiger geworden. Eine bewusste Fossil-Fälschung wie der Piltdown-Mensch von 1912 dürfte mittlerweile schnell entlarvt werden. Trotzdem sind Fehlinterpretationen nach wie vor möglich, insbesondere weil viele Wissenschaftler vom Weltbild der Evolutions-Theorie befangen sind.

Aufrecht gehende Schimpansen?

In Äthiopien wurde 1974 eine verhältnismäßig große Ansammlung von Knochen-Fragmenten des selben Individuums gefunden. Man nannte die 47 Knochen Lucy und ordnete sie der Art Australopithecus afarensis zu, was "südlicher Affe aus Afar" bedeutet. Diese schlichte Bezeichnung trifft es ziemlich gut, denn wäre ihnen nicht der aufrechte Gang zugeschrieben worden, so wären die Australopithecus-Arten nur eine unspektakuläre, ausgestorbene Affen-Gattung. Die Fortbewegung auf zwei Beinen wurde ihnen aufgrund einiger fossiler Fußspuren in versteinerter Vulkan-Asche und eines einzelnen, fossilen Kniegelenkes zugewiesen. Letzteres lag etwa 1,5 Kilometer entfernt von Lucys Fundstelle.[17] Beide Indizien deuten auf einen sehr weit entwickelten, aufrechten Gang hin, während sich alles andere kaum vom heutigen Schimpansen unterscheidet: Ihr Schädelvolumen ist das selbe (oder kleiner); ihre Hände und Füße sind dafür ausgelegt, in Bäumen zu klettern. Die fehlende Stirn, der geringe Augenabstand, die scharfen Backenzähne sowie die langen Arme und kurzen Beine sind Merkmale eines heutigen Schimpansen.[18] Das bedeutet, dass die Fußabdrücke und das Kniegelenk durchaus von einem anderen Individuum stammen können (z.B. von einem kleinen Homo sapiens[19]), womit die Australopithecinen kein Bindeglied, sondern lupenreine Affen wären.

Im Jahre 1891 fand der niederländische Anthropologe Eugène Dubois auf der indonesischen Insel Java das Fragment eines Schädeldaches mit mächtigem Überaugenwulst und einen Backenzahn. Beides ordnete er zunächst einer ausgestorbenen Schimpansen-Art zu. Doch im darauf folgenden Jahr fand er etwa 15 Meter davon entfernt einen menschlichen Oberschenkelknochen. Besessen von dem Wunsch, das fehlende Bindeglied zu finden, nahm er an, beide Funde gehörten zum selben Lebewesen, nämlich zu einem aufrecht gehenden Affenmenschen, den er entsprechend Pithecanthropus erectus taufte. Dabei ist es ebenso möglich, dass der Knochen zu einem Menschen gehört und das Schädel-Fragment zu einem Affen.[20] Trotzdem wurde der "Java-Mensch" mit prächtiger Behaarung fantasievoll in Szene gesetzt und seine Entdeckung weltweit proklamiert.

Zivilisation der Neandertaler

Die durch Funde am besten gesicherte Art der Gattung Homo ist der Neandertaler (Homo neanderthalensis). Er unterscheidet sich vom modernen Menschen nur durch ein kräftiger gebautes Skelett und ein etwas größeres Schädelvolumen. Fossil-Funde zeigen, dass Neandertaler ihre Toten begruben, ihre Kranken versorgten und Halsbänder, Ketten und ähnlichen Schmuck benutzten.[21] Sie kontrollierten Feuer und benutzten Werkzeuge wie z.B. eine Nähnadel mit Öse für den Faden,[22] und es besteht kein Grund zu der Annahme, dass sie nicht auch sprechen konnten.[23] Nun stellt sich die Frage, inwiefern eine sprechende, fingerfertige und sich kleidende Kreatur als "primitives Bindeglied" angesehen werden kann. Im Licht der biblischen Kosmologie sind die Neandertaler womöglich robuste Homo sapiens aus vorsintflutlicher Zeit.

In der darwinschen Evolutions-Theorie klafft eine Lücke. (c) Zeichner: Unbekannt, Illustration: Lightwish.deIn der darwinschen Evolutions-Theorie klafft eine Lücke. (c) Zeichner: Unbekannt, Illustration: Lightwish.de

Schon immer gab es unterschiedlich gebaute Menschen-Rassen, aber deren körperliche Statur ist kein Maßstab für das geistige Niveau. Beispielsweise offenbaren die Knochen der noch heute lebenden, australischen Aborigines große Unterschiede zum "modernen Menschen". Und wer würde die Aborigines als "primitiv" bezeichnen? Man könnte sogar argumentieren, dass die Aborigines höher entwickelt sind als der moderne Europäer, denn schließlich sind es nicht die Aborigines, die aufgrund ihrer so genannten "technischen Überlegenheit" den Planeten zu Grunde richten. Gerne sehen wir unsere moderne Gesellschaft an der Spitze der Evolution, aber derartige Anmaßungen stehen uns nicht zu.

Der Anfang der Raumzeit

Wenn wir in der Zeit bis zum Urknall zurückreisen könnten, kämen wir zu einem Zustand, an dem Raum und Zeit auf einen unendlich kleinen Punkt konzentriert waren und an dem die Krümmung der Raumzeit, die Dichte der Materie und die Energie unendlich war. Außerhalb (oder vor) dieser Singularität gab es weder Raum noch Zeit, was tragischerweise unsere Vorstellungskraft übersteigt. Wir sollten aber davon ausgehen, dass auch der Urknall eine Ursache hatte. Irgendetwas muss den Anstoß gegeben haben; jemand muss die Naturkonstanten definiert haben, und zwar außerordentlich präzise. Da diese Ursache zwangsläufig außerhalb der Raumzeit liegt, entzieht sie sich jeglicher physikalischer Beschreibung und lässt sich mit Albert Einsteins Relativitätstheorie nicht erklären. Selbst wenn eine Evolution in allen Details erklärt und bewiesen werden könnte, würden wir an der ersten Ursache des Universums scheitern.

"Beim Urknall und in anderen Singularitäten – so die Theorie – büßen alle Gesetze ihre Geltung ein, sodass es noch immer in Gottes Belieben stünde zu wählen, was geschehen ist und wie alles begonnen hat."
– Stephen Hawking, "Die kürzeste Geschichte der Zeit", S. 165

Es gibt verschiedene Theorien, die versuchen, die Welt im atomaren Bereich zu beschreiben und das Problem der auftretenden Singularitäten zu umgehen. Mittels Quantenmechanik und String-Theorie lassen sich die Zustände während des Urknalls zwar ansatzweise erklären, jedoch lässt sich die Quantentheorie mit der Relativitätstheorie nicht vereinbaren. Eine große, vereinheitlichte Theorie zu finden, ist schon seit Langem das Ziel der Physik, da damit die Welt in all ihren Facetten beschrieben werden könnte. Ob es eine solche Theorie gibt und ob wir sie jemals finden können, ist aber sehr fraglich.[24] Um das Universum ausreichend erklären zu können, haben wir also nach wie vor nur die Möglichkeit eines Schöpfers. Selbst wenn wir davon ausgehen, dass wir nur Teil eines Multiversums sind oder dass unser Universum aus einem zuvor existierenden Universum hervorgegangen ist, wird damit das Problem der ersten Ursache nur verlagert. Um dieser "Problematik" zu begegnen (und vielleicht, um das Wort "Gott" trotzdem nicht erwähnen zu müssen) sprechen immer mehr Wissenschaftler von "Intelligent Design".

Wer ist Gottes Schöpfer?

Wenn es einen Schöpfer gibt, ist die Frage nach dessen Herkunft absolut berechtigt. Wie bereits angedeutet, können wir nur vier Dimensionen wahrnehmen: Drei Raumdimensionen, also Ausdehnung der Materie, und eine Zeitdimension. Wenn wir annehmen, dass Gott das Universum erschaffen hat, muss er selbst zwangsläufig außerhalb der erschaffenen Dimensionen, also außerhalb unserer Raumzeit existieren und schon immer existiert haben. Außerhalb der Zeit zu sein bedeutet, ewig zu sein. Und was ewig ist, kann nicht erschaffen worden sein – es ist einfach. Es hat weder Anfang noch Ende. Vielleicht müssen wir uns irgendwann eingestehen, dass wir nicht alles wissen können, und dafür das einsehen, was wir schon längst hätten wissen können:

"Er [Gott] hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr [der Menschen] Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende."
– Die Bibel, Prediger 3,11

Schon bei Themen, die messbar und zu beobachten sind, versagt die Wissenschaft und verliert sich in endlosen Debatten und Erklärungsversuchen. Die Hilflosigkeit des Naturalismus gegenüber nicht greifbaren Dingen wie Information, Liebe, dem Gewissen oder Gefühlen sei an dieser Stelle nur nebenbei erwähnt.

Evolution als Ideologie

Obwohl der Ursprung, der Aufbau und das Leben auf der Erde so sehr auf einen Schöpfer hinweisen, fällt es vielen Menschen schwer, das zu akzeptieren. Vielleicht steht hinter dem Gebilde der Evolution viel mehr als nur der Versuch, die Entstehung des Lebens zu erklären. Könnte es – ganz unbewusst – nicht auch eine willkommene Legitimation für den Atheismus sein? Denn so würde jeder das tun können, was er für richtig hält, ohne sich irgendwann vor dem Schöpfer rechtfertigen zu müssen. Schließlich bestünde ja die theoretische Wahrscheinlichkeit, dass er nicht existiert – und wenn sie noch so gering ist. So gesehen ist die evolutionsbiologische Wissenschaft subjektiv geprägt, denn sie will nicht die Wahrheit über die Entstehung des Lebens herausfinden, sondern sie will beweisen, dass es keinen Schöpfer gibt:

"Die Evolutions-Theorie ist eine weltweit anerkannte Theorie; nicht, weil sie bewiesen werden könnte, sondern weil sie die einzige Alternative zur Schöpfung ist, an welche wir nicht glauben wollen."
– David Meredith Seares Watson, "Adaptation" (Nature 124:233), 10.08.1929

"Wir schlagen uns auf die Seite der Wissenschaft, trotz der offensichtlichen Absurdität mancher ihrer Konstrukte, [...] denn wir haben uns bereits festgelegt, und zwar auf Materialismus. [...] Wir können einen göttlichen Fuß in der Tür nicht zulassen."
– Prof. Richard Lewontin, "Billions of Billions of Demons", New York Review of Books, 09.01.1997

Ich bin davon überzeugt, dass der Glaube an Gott in erster Linie keine Frage der Überzeugung ist, sondern eine Frage der Moral. Irgendetwas in uns entscheidet von vorn herein, ob wir bereit sind, an einen Gott zu glauben und die Konsequenzen zu akzeptieren, oder ob wir unser eigenes Ding drehen wollen. Dann bauen wir unser Weltbild auf diese Überzeugung auf, und glauben, was wir glauben wollen.

Wenn man das übernatürliche Eingreifen eines intelligenten Urhebers von Anfang an ausklammert und das Modell von Evolutions- und Urknall-Theorie zum Paradigma macht, dann darf man im Nachhinein nicht folgern, dass es keinen Urheber gibt, weil in den verschiedenen Abhandlungen kein Urheber vorkommt. Gewissermaßen ist die Evolution damit nichts Anderes als eine Ideologie, die man glauben kann oder auch nicht. Wer sein Leben auf diese Ideologie baut, wird sie erbittert verteidigen; wird immer wieder neue Theorien aufstellen und unermüdlich nach den fehlenden Bindegliedern graben, während die grundlegende Idee immer holpriger, unvollständiger und unwahrscheinlicher wird. Doch sie aufzugeben würde bedeuten, einen Schöpfer anzuerkennen, was wiederum schwerwiegende Folgen für das eigene Leben hat. Denn dann müssten wir unsere Taten vor einem allmächtigen Schöpfer verantworten und würden unser Handeln besser überdenken. Es würde die Welt wahrscheinlich zu einem besseren, friedlicheren Ort machen. Doch der Allmächtige Gott kennt unsere Herzen und hat ihr Innerstes schon vor Jahrtausenden offenbart:

"... Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken, wenn man sie wahrnimmt, sodass sie [die Menschen] keine Entschuldigung haben. Denn obwohl sie von Gott wussten, haben sie ihn nicht als Gott gepriesen noch ihm gedankt, sondern sind dem Nichtigen verfallen in ihren Gedanken, und ihr unverständiges Herz ist verfinstert. Da sie sich für Weise hielten, sind sie zu Narren geworden ..."
– Die Bibel, Brief des Paulus an die Römer, Kapitel 1,20-22 (Luther-Übersetzung)


Verwendete Literatur

[1] Ph.D. Jerry Bergman, "Darwinist and the Deterioration of the Genome", CRSQ 42/2, September 2005, S. 110ff
[2] Barney Maddox, "Mutation: Raw Material for Evolution?", Acts and Facts 36/9, September 2007, S. 10-13
[3] Dr. Prof. Werner Gitt, "Am Anfang war die Information", Hänssler-Verlag, 2002
[4] Reinhard Junker & Siegfried Scherer, "Evolution - Ein kritisches Lehrbuch", Weyel-Verlag, 2006, S. 126
[5] Bill Bryson, "Eine kurze Geschichte von fast allem", München, 2004, S. 363ff
[6] Lynn Margulis & Dorion Sagan, "Microcosmos", New York, 1986, S. 63
[7] Paul Davies, "Das fünfte Wunder. Die Suche nach dem Ursprung des Lebens", Scherz-Verlag, 2000, S. 98
[8] Michael J. Behe, "Darwin`s Black Box", Resch-Verlag, 2007
[9] Reinhard Junker & Siegfried Scherer, "Evolution - Ein kritisches Lehrbuch", Weyel-Verlag, 2006, S. 113
[10] Jonathan Sarfati, "Origin of life: the polymerization problem", Journal of Creation 12(3):281-284, 1998
[11] "Self-replicating Enzymes?", Journal of Creation 11(1):4-6, 1997
[12] Wikipedia.de, Eintrag "Kambrische Explosion"
[13] "Darwins Dilemma. Das Geheimnis des kambrischen Fossilberichts", Illustra Media, 2010
[14] Wikipedia.de, Eintrag "Chengjiang-Faunengemeinschaft"
[15] William K. Gregory, "Hesperopithecus Apparently Not An Ape Nor A Man," Science 66, 16. Dezember 1927, S. 579ff
[16] Ralph M. Wetzel, "Catagonus, an "Extinct" Peccary, Alive in Paraguay", Science 189, 1. August 1975, S. 379ff
[17] Englischsprachige Wikipedia, Eintrag "AL 129-1"
[18] Reinhard Junker & Siegfried Scherer, "Evolution – Ein kritisches Lehrbuch", Weyel-Verlag, 2006, S. 270
[19] R. H. Tuttle, "Kinesiological inferences and evolutionary implications from Laetoli bipedal trails", in "Laetoli, a Pliocene site in Northern Tanzania" von Mary D. Leakey und John Michael Harris, London 1987, S. 503-523
[20] Creation.com, "Who was Java Man?"
[21] Reinhard Junker & Siegfried Scherer, "Evolution – Ein kritisches Lehrbuch", Weyel-Verlag, 2006, S. 279
[22] Donald Johanson & Blake Edgar, "From Lucy to Language", S. 99
[23] Svante Pääbo, Co-Autor der Studie zum FOXP2-Gen, zitiert in: "New Scientist" vom 16. August 2008, S. 40
[24] Stephen Hawking & Leonard Mlodinow, "Die kürzeste Geschichte der Zeit", Rowohlt-Verlag, 2010