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Letzte Änderung: 9. Januar 2017 um 17:48 Uhr

Der Sinn des Lebens für Babys: Schlafen, Essen, Mama, Papa. Von Kindern kann man so viel lernen. (c) Josh Willink, pexels.com


Was ist der Sinn des Lebens?

Menschen scheinen etwas zu brauchen, das sie ausfüllt und ihrer Existenz Sinn gibt. Wir möchten wissen, warum wir hier sind und ob wir im Leben eine Art Bestimmung haben: Eine Aufgabe, für die wir geboren wurden. Natürlich gibt es auch eine elegante Möglichkeit, diese drängende Frage zu betäuben, nämlich indem man den Sinn des Lebens im Spaß und Vergnügen des Augenblicks sucht. Aber ist das wirklich alles?

Ohne Gott ist alles sinnlos

Die große Ernüchterung zuerst: Wenn es keinen intelligenten Schöpfer im Universum gibt, hat unser Leben absolut keinen Sinn. Wenn wir nur eine Ansammlung zufällig zusammengewürfelter Atome sind, enthalten unsere Gehirne auch nur zufällige elektromagnetische Impulse und wir dürften nicht einmal unseren Gedanken trauen, mit denen wir über die Sinnfrage nachdenken. Wir wären dem Chaos der Evolution ausgeliefert. Fressen oder gefressen werden. Eine Bestimmung könnten wir bestenfalls darin sehen, das Fortbestehen unserer Art zu sichern. Aber existieren, um die Existenz zu bewahren – worin liegt da der Sinn? In einer derart tragischen Welt wäre das einzig Erstrebenswerte, das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten und auf einen schmerzlosen Tod zu hoffen.

Zwar könnte jemand auf die Idee kommen, sein Leben selbst mit Sinn zu füllen, beispielsweise durch Sport, Vereine oder Hilfsprojekte, aber tun wir das nicht auch nur, weil wir irgendeinen Nutzen davon haben? Konsequent zu Ende gedacht führt die Frage nach dem Sinn des Lebens in einem rein materialistischen Weltbild zu einer sehr egoistischen Haltung, die sich leider bei vielen Menschen beobachten lässt. Der Apostel Paulus hat das schon vor langer Zeit auf den Punkt gebracht:

"Wenn die Toten nicht auferstehen, dann lasst uns essen und trinken; denn morgen sind wir tot!"
– 1. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 15,32

Ganz ehrlich? Wenn du dir absolut sicher bist, dass es keinen Gott gibt, dann nimm im Leben alles mit, was du kriegen kannst. Hauptsache du hast Spaß. Meiner Meinung nach lässt sich Gott aber nicht so einfach "weg-erklären", wie das manch einer gern hätte. Jedenfalls bin ich zutiefst davon überzeugt, dass Gott tatsächlich existiert, dass die Toten einst auferstehen werden und dass der Schöpfer sich uns durch die Bibel mitteilen möchte. Daraus folgt, dass ich die Frage nach dem Sinn nur mit den Aussagen der Bibel beantworten kann, denn wenn jemand etwas über die Gründe unseres Daseins weiß, dann doch wohl der Schöpfer selbst.

Es ist schwer, die Sinnfrage mit einem kurzen Satz zu beantworten, denn in der Bibel findet man verschiedene Antworten, die ganz unterschiedliche Lebensbereiche betreffen. Ich werde mich auf die drei beschränken, die mir am Relevantesten erscheinen.

Machet sie euch untertan

Der erste Aspekt ist beinahe offensichtlich, er lautet schlicht und einfach: Wir sind hier, um Nachkommen zu zeugen und über den Planeten zu herrschen. In der Schöpfungsgeschichte der Bibel ist es das Erste, was Gott zu den Menschen sagt:

"Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht."
– 1. Buch Mose (Genesis), Kapitel 1,28 (Luther-Übersetzung)

Das Herrschen über die Tiere ist wohl als Teil einer natürlichen, gottgewollten Ordnung gedacht, die den Kreislauf und das Gleichgewicht des Lebens sichert. Menschen sind vermutlich die einzigen Lebewesen auf dem Planeten, die in großem Stil zu logischem Denken fähig sind und sich selbst und ihr Handeln reflektieren können. Damit sind wir sprichwörtlich zum Herrschen geboren – aber Gott dachte bei "herrschen" sicher nicht an Massentierhaltung, Regenwald-Abholzung und ökologische Ausbeutung. Ein wahrhaft weiser Herrscher dient seinen Untergebenen, leitet sie an, bringt ihr Potenzial zur Entfaltung und schafft – wenn nötig – Gerechtigkeit unter ihnen. Ich denke, in diesem Sinn hat uns Gott zu Verwaltern über den Planeten eingesetzt. Das ist eine enorme Verantwortung, die momentan sehr leichtfertig mit Füßen getreten wird.

Nachwuchs zu bekommen und für eine Familie zu sorgen ist ebenfalls eine Aufgabe, in der Menschen aufgehen und glücklich werden können. Die Gemeinschaft mit Familie und Freunden halte ich zwar für durchaus sinnvoll, aber das Vermehren an sich kann meiner Ansicht nach nicht der Sinn sein, denn es sichert lediglich die Grundlage der Existenz. Darauf kann jedoch eine Art "höherer" Zweck des Daseins aufbauen, auf den ich jetzt zu sprechen komme.

Die Ewigkeit in unserern Herzen

Der Hauptaspekt unseres Daseins lautet meiner Ansicht nach vereinfacht und sehr plump formuliert: Gott hat uns erschaffen, damit wir seine Freunde werden. Mehr als einmal stellen die biblischen Autoren klar, dass Gott die Menschen liebt[1] und dass er sich nach Gemeinschaft mit ihnen sehnt. ("Adam, wo bist du?")[2] Israels Stammvater Abraham, der "Vater des Glaubens" und Vorbild vieler Menschen, wurde "Freund Gottes" genannt.[3] Besonders deutlich wird es auch am Leben von Jesus Christus, der in seinem Denken und Handeln den Allmächtigen selbst widerspiegelte. Jesus war der Menschenfreund schlechthin. Wo immer er konnte, heilte er Menschen und versuchte, sie von ihren gottlosen Wegen abzubringen und ihre Gottesbeziehung in Ordnung zu bringen.

Gott hat uns Menschen offensichtlich so konzipiert, dass wir einem leeren Gefäß gleichen. Wir sind stets auf der Suche nach etwas, das uns dauerhafte Zufriedenheit verspricht. Leider bringt alles, was wir auf Erden finden, nur ein kurzes Glück und hinterlässt anschließend eine um so größere Leere in uns; seien es Frauen, Häuser, Autos, Spiele, Pornos oder Sonstwas. Es scheint so, als sei Gott selbst das einzige Wasser, das unser Gefäß langfristig voll machen und sogar zum Überlaufen bringen kann. Aus meiner eigenen Erfahrung und der von tausend anderen Menschen kann ich sagen, dass es die Beziehung zum Schöpfer ist, die unser Streben nach dem gewissen "Etwas" beendet und uns in geistiger Hinsicht Ruhe bringt. Der Ewige selbst hat die "Ewigkeit in unser Herz gelegt",[4] sodass wir nur bei ihm unseren Frieden finden können. Er selbst ist die Antwort auf die Frage, warum wir hier sind und wohin wir gehen. Und damit wird er gleichzeitig zur absoluten Autorität.

Meiner bescheidenen Meinung nach sollte die Freundschaft zu Gott weniger eine "kumpelhafte" Beziehung sein, sondern mehr einer Vater-Sohn-Beziehung gleichen. Wir dürfen niemals vergessen, dass wir die Geschöpfe sind und Gott der Schöpfer. Ich halte deshalb ein gesundes Maß an Ehrfurcht und Demut dem Allmächtigen gegenüber für angebracht, was auch beinhaltet, möglichst nach Gottes Grundsätzen zu leben. Wenn er uns erschaffen hat und unser Bestes will, dann wird er sehr genau wissen, was gut für uns ist. Gottes Weisungen dienen eben diesem Zweck und lassen sich wie folgt zusammenfassen:

"Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft und deinem ganzen Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst."
– Evangelium nach Lukas, Kapitel 10,27 (Luther-Übersetzung)

Wenn jeder Mensch seine gesamte Kraft in die Erfüllung dieses Grundsatzes stecken würde und den ganzen Sinn seines Lebens darin sähe, seine Mitmenschen zu lieben – was wäre das für eine Welt! Wir hätten vermutlich den Himmel auf Erden. Und wer die Beziehung zu Gott als den Sinn seines Lebens sieht und mit dem Allmächtigen durch Gebet im Kontakt bleibt, wird frei davon, nach immer neuen vergänglichen Gütern zu streben. Eine gesunde Gottesbeziehung äußert sich in einer Art Grund-Zufriedenheit, die es uns ermöglicht, mit den Dingen zufrieden zu sein, die wir haben, und nicht immer "mehr" zu wollen.

Haschen nach Wind

Etwa 1.000 Jahre vor Christus lebte Salomo, der für seine enorme Weisheit bekannte König von Israel. Er hatte so ziemlich alles, was ein Mann sich nur wünschen kann: Macht, Reichtum, Frauen, Kinder, Wissen, Weisheit – und auch er war auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Letztlich befand er alles, was man auf Erden erreichen kann, für nichtig und sinnlos, als wäre es "Haschen nach Wind".[5] Wer in diesem Leben Wohlstand, Wissen und Weisheit erlangt, wird letztlich genau so sterben wie ein einfältiger Bettler. Deshalb kam Salomo zu folgendem Schluss:

"Freue dich, Jüngling, in deiner Jugend, und dein Herz mache dich fröhlich in den Tagen deiner Jugendzeit! Und lebe nach dem, was dein Herz wünscht und wonach deine Augen ausschauen! Doch wisse, dass um all dieser Dinge willen Gott dich zur Rechenschaft ziehen wird!
– Der Prediger (Kohelet), Kapitel 11,9 (Elberfelder Übersetzung)

"Lasst uns am Ende die Summe von allem hören: Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das gilt für alle Menschen."
– Der Prediger (Kohelet), Kapitel 12,13 (Schlachter Übersetzung)

Das Fazit des Predigers ist einfach: Genieße das Leben, iss und trink mit deiner Familie und deinen Freunden – aber vernachlässige dabei die anderen beiden Aspekte nicht. Das bedeutet: Lebe nicht auf Kosten anderer, sondern hilf ihnen, in geistiger und materieller Hinsicht zu der Zufriedenheit zu gelangen, die du selbst (hoffentlich) erfährst. Und vergiss nie, dass du eines Tages vor deinem Schöpfer Rechenschaft ablegen musst.


Verwendete Literatur

[1] Evangelium nach Johannes, Kapitel 3,16
[2] 1. Buch Mose, Kapitel 3,9
[3] Jesaja 41,8; Jakobus 2,23
[4] Der Prediger (Kohelet), Kapitel 3,11
[5] Der Prediger (Kohelet), Kapitel 1,14