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Leid und Tod - Gott, warum?

Sehr viele Menschen auf dieser Welt suchen nach dem liebenden Gott der Christen, aber sie sehen nur Terror, Schmerzen, Katastrophen und den Tod. Wie sind die Leiden in der Welt mit der Allmacht und der Güte Gottes vereinbar? Die Theodizee-Frage führt uns zurück bis zur Erschaffung der Welt.
"...Dann betrachtete Gott alles, was er geschaffen hatte, und es war sehr gut!"

Genesis Kapitel 1,31a

Gott hat also eine Welt geschaffen, ganz ohne Leid, ohne Schmerz und ohne Tod. Sie war "sehr gut", ja, perfekt. Dieser Ort, in dem die ersten Menschen lebten, kennen wir als "Garten Eden". Leider ist in diesem Paradies eine Sache ordentlich daneben gegangen. Der erste Mensch, Adam, hat gegen Gott rebelliert. Er hat einer Lüge geglaubt und von der Frucht des verbotenen Baumes gegessen, obwohl er wusste, dass er für seine Rebellion würde sterben müssen. Er wollte sich selbst vor allen Dingen verantworten. Und Gott ist darauf eingegangen: Er hat einen Teil seiner Macht von der Welt genommen, um den Menschen zu zeigen, wie es wäre, ganz ohne ihn zu leben. Das Ergebnis sehen wir heute: Der Tod ist allgegenwärtig in dieser grausamen Welt.

Natürlich kann man nicht sagen, dass Adam einzig und allein dafür verantwortlich ist, dass es uns so schlecht geht. Jedoch hat er in der Schöpfungsgeschichte symbolisch für alle Menschen gegen Gott rebelliert. In allen Jahrtausenden seit Adam lässt sich dieses menschliche Verhalten verfolgen: Wir wollen mit Gott nichts zu tun haben, sondern selbständig sein und uns für unsere Taten vor niemandem rechtfertigen müssen. Und schon am nächsten Tag schreien wir zu dem Gott, an den wir nicht glauben, und beschweren uns über die grausame Welt.

Gott der Liebe?
Aber was ist das für ein Gott der Liebe, der vom Himmel herabschaut ohne einzugreifen, während das Sterben auf Erden weitergeht? Oder betrachten wir die Situation aus einer ganz falschen Perspektive? Wir sollten nicht vergessen, dass unsere Lebenszeit ein Geschenk ist. Wir haben in keiner Weise ein Recht darauf. Wenn Menschen sterben (egal in welchem Alter!), ist das nicht etwa ungerecht, sondern der eigentliche "Zustand" in dem wir uns ohne Gottes Wirken befänden. Nun kommt erschwerend hinzu, dass Menschen sehr egoistisch denken, häufig lieblos reagieren und mit dem wahren Gott nichts zu tun haben wollen. (Man könnte meinen, das Experiment "freier Wille" sei fehlgeschlagen.) Wenn Gott das Böse auf Erden vernichten sollte, dann müsste er alle Menschen töten! Aus menschlicher Sicht hat Gott überhaupt keinen Grund dazu, uns auch nur eine Sekunde länger leben zu lassen. Aber er tut es trotzdem. Er gewährt uns eine Art Galgenfrist - unsere gesamte Zeit auf Erden. Das ist lang genug, um Vergebung zu suchen. So gesehen leben wir nicht wirklich, sondern wir sterben. Jeden Tag mehr. Im Grunde ist unser Leben nichts weiter als ein Hinauszögern des Todes.

Ein weiterer Gedanke, den sicher jeder nachvollziehen kann, wenn er sich in die Rolle Gottes versetzt, ist der des Gentleman. Es ist sehr wahrscheinlich, dass uns Gott liebend gern helfen würde. Andererseits wird er uns seine Hilfe nicht aufdrängen, wenn wir ihn kollektiv ablehnen. Das Hilfs-Angebot Gottes sowie die anschließende Ablehnung unsererseits zeigte sich klar und deutlich im Leben und Sterben von Jesus Christus.

"Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab."

Evangelium nach Johannes, Kapitel 3,16

Den Tod überwinden
Der "letzte Feind" der Menschen ist der Tod.[1] Der Tod ist die Strafe für die Rebellion gegen Gott. Nun hat Gott in Gestalt des Menschen Jesus für die Schuld aller Menschen bezahlt, indem er sich am Kreuz hinrichten ließ. Nur, wer das anerkennt und sich von Jesus die Schuld vergeben lässt, wird ewiges Leben haben und wieder nach Hause ins Paradies zurückkehren. Ihm wird Gott die Strafe für die Sünde erlassen. Wer es nicht tut, dem wird Gott auch den Teil seiner Herrlichkeit entziehen, den wir heute noch sehen können: All das Gute, das es noch auf der Welt gibt, und das nur durch Gott existiert. Dann hätten wir sie, die Hölle auf Erden.

"Der Tod ist durch die Schuld eines einzigen Menschen in die Welt gekommen. Ebenso kommt auch durch einen einzigen die Auferstehung."

1. Brief an die Korinther, Kapitel 15,21

Um das ganze Geheimnis Gottes zu verstehen, ist noch eine weitere Erkenntnis nötig: Der Mensch besteht nicht nur aus dem Körper, den wir sehen. Es gibt auch eine unsterbliche Komponente, nenne man sie Seele oder Geist, wir wollen uns hier nicht über Begriffe streiten. Und die ist um ein Vielfaches wichtiger als der Körper. Nach der Auferstehung der Toten wird unser Geist bleiben - und zwar entweder mit Gott im Paradies oder ohne ihn in der Finsternis. Nur durch Jesus kann unser unsterblicher Geist zurück ins Paradies kommen. In Anbetracht des ewigen, "sehr guten" Lebens dort ist unser leidvolles Leben hier auf der Erde geradezu bedeutungslos. Der irdische Körper jedes Menschen muss sterben. Es ist die Konsequenz des Sündenfalls. Doch danach besteht die Möglichkeit, einen neuen, unsterblichen Körper zu bekommen. Deshalb steht auch geschrieben:

"Kostbar ist in den Augen des HERRN der Tod seiner Frommen."

Die Psalmen, Kapitel 116,15

Gott freut sich, wenn ein weiterer Mensch sein wirkliches Leben in der Ewigkeit und Gottesnähe antritt. Wann dieser Mensch auf der Welt nun stirbt, ob als Kleinkind oder Greis, das ist eine andere Sache. Sterben wird er in jedem Fall. Die eigentlich wichtige Frage ist, was mit seiner unsterblichen Seele geschieht.

Was sagt Jesus dazu?
Als Jesus und seine Jünger an einem blinden Mann vorbeikamen, fragten ihn seine Jünger, ob die Blindheit des Mannes von Geburt an auf seine eigenen Sünden oder auf die seiner Eltern zurückzuführen sei. Jesus erklärte, dass weder das eine noch das andere zutreffe. Der Mann wurde blind geboren, damit Gott seine Macht demonstrieren konnte. Das tat Gott, indem er den Blinden heilte.[2]

Jesus diskutierte auch die Frage, warum 18 Juden auf tragische Weise starben, als der Turm von Siloah einstürzte. Jesus sagte etwas, das direkt auf die heutigen Tragödien wie den Terroranschlag auf das World Trade Center in den USA vom 11. September 2001 anwendbar ist:

"Erinnert euch an die 18 Leute, die starben, als der Turm von Siloah einstürzte. Glaubt ihr wirklich, dass ausgerechnet sie die schlimmsten Sünder in Jerusalem waren? Nein! Aber wenn ihr euer Leben nicht ändert, wird es euch ebenso ergehen."

Evangelium nach Lukas, Kapitel 13,4

Tausende von Menschen starben bei dem Anschlag auf das World Trade Center, aber die Abermillionen Menschen, die die Katastrophe sahen oder davon hörten, werden eines Tages auch sterben - weil allen Menschen wegen der Sünde die Strafe des körperlichen Todes gegeben wurde.

Verwendete Literatur

[1] 1. Brief an die Korinther, Kapitel 15,26
[2] Evangelium nach Johannes, Kapitel 9,1-7


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Feld der Toten (c) Christoph Ruhland, aboutpixel.de
Letztes Update:
» 12.01.2012 um 21:43 Uhr

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