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Altersbestimmung des Universums

Nehmen wir die Bibel beim Wort, so sind Himmel und Erde innerhalb von sechs Tagen erschaffen worden, und zwar vor maximal 6000 Jahren. Dagegen stehen die Resultate moderner wissenschaftlicher Forschungen, die das Alter des Universums mittels Sternspektren-Analyse auf mindestens 13,7 Milliarden Jahre datieren. Radioaktive Messmethoden ergeben ferner, dass die Erde etwa 4,5 Milliarden Jahre jung ist.
Für viele ist diese Diskrepanz ein zu gewaltiges Hindernis, als dass sie den simplen Schöpfungsbericht der Bibel akzeptieren könnten. Und da das Buch Genesis für die Logik des Evangeliums äußerst wichtig ist (eine gute Welt, verdorben durch die Sünde, um in der Zukunft wiederhergestellt zu werden), ist es natürlich sehr umstritten.

Vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis
Ein Lichtjahr ist die Entfernung, die das Licht innerhalb eines Jahres zurücklegt. Angenommen wir betrachten Sterne, die mehrere Milliarden Lichtjahre entfernt sind, dann blicken wir aufgrund der Lichtreisezeit mehrere Milliarden Jahre in die Vergangenheit, was natürlich bedeutet, dass das Universum mindestens so alt ist. Diese scheinbar logische Schlussfolgerung ist jedoch nicht ganz so selbstverständlich, wie mach einer gerne glauben würde. Schauen wir uns zunächst die Methoden zur Entfernungsbestimmung an.

Rotverschiebung und Blauverschiebung im Spektrum des Lichts. Lichtwellen werden gedehnt oder gestaucht.Um den Abstand von sehr erdnahen Sternen zu bestimmen, kann man sich die Parallaxenverschiebung zunutze machen, das heißt man misst die Bewegung nahe gelegener Himmels-Objekte vor einem weiter entfernten Hintergrund. Diese Methode wird jedoch mit zunehmender Entfernung schnell unpräzise. Deshalb zerlegt man das Sternenlicht weit entfernter Sterne mit einem Prisma in seine Spektralfarben. Dabei ist fast immer eine Verschiebung des Lichtspektrums zum roten Ende hin zu beobachten; die Lichtwellen sind also gedehnt. Man interpretiert diese Rotverschiebung als eine Art Doppler-Effekt, was bedeuten würde, dass sich die Sterne und Galaxien von uns fortbewegen. Der berühmte Astronom Edwin Hubble stellte zudem fest, dass die Rotverschiebung einer Galaxie größer ist, je weiter sie entfernt ist. Das Universum scheint sich daher mit zunehmender Geschwindigkeit auszudehnen! Trifft das alles zu, könnte der Wert der Rotverschiebung einerseits zur Entfernungsmessung dienen und andererseits ließe er sich bis zu dem Zeitpunkt zurückrechnen, an dem die Galaxien theoretisch ihre Reise begonnen haben: So kommt man auf die ominösen 13,7 Milliarden Jahre, den Zeitpunkt des Urknalls.

Häufig wird deshalb von Kreationisten die Theorie angeführt, dass sich die Lichtgeschwindigkeit im Laufe der Zeit geändert haben könnte, oder dass Gott das Licht der weit entfernten Sterne bei der Schöpfung schlicht "mit-erschaffen" hat. Beides ist möglich, jedoch klingt die erste Annahme physikalisch fragwürdig und Letzteres würde bedeuten, dass uns Gott mit dem Sternenlicht Ereignisse vorspielt, die in Wahrheit gar nicht stattgefunden haben. (Beobachten wir beispielsweise das Licht einer Supernova, würden wir einen Stern explodieren sehen, der eigentlich nie existiert hat.)

Alles ist relativ
Doch es gibt noch eine Möglichkeit, wie Gott das angestellt haben könnte. Seit Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie und ihrer experimentellen Absicherung wissen wir, dass Zeit keine Konstante ist. Licht im Vakuum breitet sich für jeden Beobachter immer mit der gleichen Geschwindigkeit aus, auch wenn es von Gravitationsfeldern von seinem Kurs abgebracht wird und sogar dann, wenn man versucht, das Licht "einzuholen". Es wird sich auch aus der Sicht des Verfolgers mit konstanter Geschwindigkeit entfernen, während die Zeit abgebremst wird. Uhren, die sich mit verschiedenen Geschwindigkeiten bewegen, ticken deshalb unterschiedlich schnell. Ein Raumfahrer, der eine Reise mit annähernder Lichtgeschwindigkeit unternimmt, wird nach seiner Rückkehr kaum gealtert sein, während die Knochen seiner Freunde auf der Erde längst verwest sind. (Dieser Effekt heißt Zeitdilatation.) Könnte sich ein Objekt mit 100% der Lichtgeschwindigkeit bewegen, würde die Zeit um das Objekt herum mit unendlicher Geschwindigkeit ablaufen (die Lebensdauer des Universums wäre also in einem einzigen Augenblick vorbei) und der Raum würde sich so stark verzerren, dass sich das Objekt quasi an allen Orten seiner Lebensgeschichte gleichzeitig befände. So ähnlich erscheint die Welt wohl aus Sicht eines Photons (Licht-Teilchens).[1] Da Zeit relativ ist, kann man auch nicht absolut festlegen, ob zwei Ereignisse "gleichzeitig" stattfinden. Man kann lediglich ihren Abstand voneinander im vierdimensionalen Raum-Zeit-Kontinuum messen. Was wir am Nachthimmel sehen, kann also eine größere optische Täuschung sein als viele Astronomen glauben.

Weiterhin darf man nicht vergessen, dass vor der Schöpfung alle Naturkonstanten und physikalischen Gesetze noch nicht existierten und erst im Verlauf der sechs Tage festgelegt worden sein müssen. Das betrifft beispielsweise die Temperatur, die Geschwindigkeit des Lichts und natürlich auch die Zeit. In der Tat lässt sich aus den biblischen Zeilen die Einsetzung der Zeit indirekt ablesen. So steht es geschrieben:

Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde. Die Erde aber war wüst und leer, und es lag Finsternis auf der Tiefe; [...] Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war; da schied Gott das Licht von der Finsternis. Und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: der erste Tag.

Genesis Kapitel 1,1-5

Was fällt auf? Die ersten Sätze stehen hier ohne jede Zeitangabe. Das hebräische Wort "shamajim" (Himmel), das hier verwendet wird, kann den Sternenhimmel bezeichnen; in diesem Fall meint es aber wohl nur die "leere" Raumzeit des Universums, denn die Sterne als Himmelslichter schuf Gott erst am vierten Tag! Über die frühere Form des erschaffenen Lichts können wir daher nur spekulieren. (War es womöglich das Licht des Urknalls?) Auf jeden Fall wurde es dann Abend und Morgen, was wohl bedeutet, dass das Licht (von der Erde aus betrachtet) verschwand und wieder auftauchte. Erst dieser Wechsel bietet überhaupt eine Möglichkeit, Zeitabstände zu messen! Die ersten drei Schöpfungstage (d.h. auch die Erschaffung der Atmosphäre, der Ozeane und der Pflanzen) können gar keine "Tage" im Sinne einer Erdrotation um die Sonne gewesen sein, da auch die Sonne noch nicht existierte. Unser alltägliches Verständnis von Zeit hatte damals schlichtweg keine Bedeutung.

Darüber hinaus sollten wir uns in Erinnerung rufen, über was (oder wen!) wir hier Theorien aufstellen. Gott hat die Raumzeit von "außerhalb"[2] erschaffen und ist schon deshalb nicht ihren physikalischen Einschränkungen unterworfen. Während der Schöpfung könnten alle Arten von Schwerkraft- und somit Zeiteffekten gewirkt haben, was heute wohl selbst mit modernster Technologie schwer nachvollziehbar wäre. (Auch das Wort "modern" ist ein sehr relativer Begriff.) Das ganze Universum könnte also durchaus in der Zeitspanne von sechs Erdrotations-Tagen erschaffen worden sein, gemessen mit Uhren auf der Erde, während gleichzeitig genug "Zeit" (gemessen mit galaktischen Uhren) für das Licht zur Verfügung gestanden hätte, um uns aus einer Entfernung von Milliarden Lichtjahren zu erreichen.[3] Der Physiker Russell Humphreys weist außerdem darauf hin, dass das Licht seine Reise zu einer Zeit begonnen haben könnte, als die Galaxien viel dichter beieinander und kleiner waren.[4] Das Universum könnte sich auch danach in sehr kurzer Zeit auf seine heutige Größe "aufgebläht" haben. Welch hübsche Analogie:

"Ich bin der Herr, der alles vollbringt - ich habe die Himmel ausgespannt, ich allein, und die Erde ausgebreitet durch mich selbst …"

Prophet Jesaja, Kapitel 44,24

Steinalte Erde: Uran-Blei-Datierung
Was die Erde betrifft, basiert das hohe Alter hauptsächlich auf der so genannten Uran-Blei-Datierung. In bestimmten Gesteinen gibt es radioaktive Isotope (Atome desselben Elementes mit unterschiedlicher Massenzahl, z.B. Uran-238) die sehr langsam zerfallen. Misst man die Mengen dieser Isotope und ihrer Zerfallsprodukte und kennt man die Halbwertszeit des Zerfalls (die Zeit, die beim radioaktiven Zerfall verstreicht, bis die Hälfte des radioaktiven Materials zerfallen ist), so kann daraus das Alter des Gesteins berechnet werden. Datierungen, die aufgrund des radioaktiven Zerfalls vorgenommen worden sind, können aber auch vom wahren Alter abweichen - nicht nur um wenige Jahre, sondern um Größenordnungen. Damit radiometrische Messungen einen Sinn ergeben, muss man zunächst annehmen, dass die Halbwertszeit des Materials während der gesamten Zerfallszeit konstant geblieben ist. Dass das wahrscheinlich nicht so ist, zeigen die veränderten Halbwertszeiten von radioaktivem Material, wenn man es stark erhitzt.[5] [6] Zudem müssen die Anfangsbedingungen des Zerfalls bekannt sein. Beides sind unbekannte Variablen, die das Ergebnis der Messung stark beeinflussen können. Aber das ist noch nicht alles.

Die Zerfallsreihe von Uran-238 zu Blei-206Die Halbwertszeit, innerhalb derer Uran-238 zu Blei-206 zerfällt, beträgt 4,46 Milliarden Jahre. Nach 4,5 Milliarden Jahren (dem angeblichen Alter der Erde) müsste also mindestens gleich viel Blei wie Uran auf der Erdoberfläche vorhanden sein. Die Berechnung zeigt jedoch, dass mehr radiogenes Blei vorhanden ist, als die langlebigen Mutterisotope hervorgebracht haben können.[7] [8] Man kann deshalb davon ausgehen, dass bei der Entstehung der Gesteine eine unbestimmte Menge an Blei-206 direkt entstanden ist. Hinzu kommt, dass neben Uran-238 noch 52 weitere Elemente ebenfalls zu Blei-206 zerfallen. Die Halbwertszeit dieser Elemente variiert zwischen einigen Mikrosekunden und 245.500 Jahren. Somit lässt sich nicht abschätzen, wie viel von dem heute vorhandenen Blei-206 tatsächlich vom langlebigen Uran-238 abstammt. Es ist ebenso gut möglich, dass eine große Menge Blei-206 von kurzlebigen Isotopen stammt, was ein völlig anderes Erdalter ergeben kann.

Übrigens: Häufig hört man von der berühmten Radiokarbon-Methode, bei der der Gehalt von radioaktivem Kohlenstoff (C-14) in toten Lebewesen gemessen wird. Sobald ein Lebewesen stirbt, nimmt es normalerweise kein C-14 mehr auf und das vorhandene C-14 zerfällt mit einer Halbwertszeit von 5730 Jahren. Je weniger C-14 also in einem toten Lebewesen vorhanden ist, desto länger ist es schon tot. Leider zeigte sich, dass man nirgends fossiles Material finden konnte, das so geringe Mengen C-14 enthielt, um daraus auf ein viel höheres Alter als 50.000 Jahre zu schließen. Zudem geht man davon aus, dass die Atmosphäre in ihren Anfängen erheblich weniger C-14 beinhaltete, was das Messergebnis vollständig verfälschen würde.[9]

Will man die radiometrischen Uhren überprüfen, darf man ihre Resultate daher nicht untereinander vergleichen, sondern muss sie mit denen der nichtradioaktiven Methoden eichen. Macht man das in Bezug auf das Alter der Erde, so fällt auf, dass viele der nichtradioaktiven Methoden ein wesentlich geringeres Erdalter ergeben. Das bedeutet, dass die radiometrischen Uhren wahrscheinlich einen systematischen Fehler enthalten und die Ergebnisse der konventionell interpretierten Radiometrie kritisch betrachtet werden sollten. Wie stark Fehleinschätzungen auf diesem Gebiet der Wissenschaft möglich sind, zeigt die nachweislich 200 Jahre alte Lava auf Hawaii, die radiometrisch auf mehrere Millionen Jahre datiert wird.[10] [11]

Schnelle Ablagerung der Gesteinsschichten
Ein polystrater Baumstamm, gefunden und fotografiert in NordamerikaWo die radiometrischen Uhren für die Bildung einer bestimmten Gesteinsschicht (Formation) 60 Millionen Jahre anzeigen (z. B. im Karbon), kann man feststellen, dass die Sedimentation (Ablagerung) dieser Schicht auch innerhalb weniger Jahre möglich ist. Die meisten Leute meinen, dass viele Millionen Jahre nötig seien, um all die Gesteinsschichten abzulagern, die wir auf der Erdoberfläche finden. Einen Beweis für schnelle Ablagerung bilden jedoch die polystraten Stämme; das sind Baumstämme, die durch mehrere Sedimentations-Schichten hindurchgehen. Wären diese Schichten langsam, also innerhalb von vielen tausend Jahren abgesetzt worden, so wären die Baumstämme längst verfault und verfallen, bevor sie vollständig eingebettet werden konnten. In der Karbonformation sind polystrate Stämme und Kreuzschichtung nicht selten, sondern üblich.[12] Das bedeutet, dass die Karbonformation sehr schnell, also innerhalb weniger Jahre, entstanden sein muss und nicht Millionen Jahre dazu brauchte.[13]

Aktualismus und Katastrophismus
Die Lehre des Aktualismus besagt, dass in der Vergangenheit ähnliche Prozesse abgelaufen sind, wie wir sie heute noch beobachten. So misst man die Materialmenge, die heute pro Jahr an bestimmten Stellen auf dem Meeresgrund abgelagert wird, und schätzt danach die Zeit, die zum Aufbau der gesamten Schichten notwendig war. Eine Kalkschicht von einem Meter Dicke abzulagern, würde unter den heutigen Umweltbedingungen ca. 40.000 Jahre dauern. Dabei muss man jedoch bedenken, dass der Zerfall von toten Lebewesen eine Angelegenheit von Wochen, Monaten, bestenfalls von ein paar Jahren ist. Fossilien von Weichteilen und Pflanzen konnten also nur dann entstehen, wenn die Lebewesen so schnell und vollständig verschüttet wurden, dass weder Luft und Wasser noch Bakterien und Aasfresser ihnen etwas anhaben konnten (beispielsweise durch eine Katastrophe). Die meisten Gesteinsschichten, die wir heute vorfinden, enthalten größere oder kleinere Fossilien und wurden demnach in einem entsprechend kurzen Zeitrahmen abgesetzt. Die Ablagerung aller Schichten, in denen versteinerte Lebewesen eingelagert sind, kann nicht Millionen Jahre gedauert haben.[14]

Schnelle Mineralisierung
In Laborversuchen wurde beobachtet, dass eine teilweise Mineralisierung von Garnelen schon zwei Wochen nach dem Tod einsetzte. Die Mineralisierung von Muskeln betrug nach 8 Wochen bereits 40%. Auch wenn dieser Prozess nicht immer so schnell abläuft, so steht dennoch fest, dass dazu keineswegs Millionen Jahre notwendig sind.[15] Interessanterweise wurden auch einige Dinosaurierknochen gefunden, bei denen der Prozess der Mineralisierung noch nicht abgeschlossen war. Unter anderem haben sie flexibles, elastisches Gewebe mit zellulären Strukturen (Proteine und Blutgefäße) enthalten. Wenn diese Knochen tatsächlich 60 Millionen Jahre und älter sind, lässt sich sehr schwer erklären, wie dieses organische Material dem Zerfallsprozess (Entropie) trotzen konnte.[16] [17] Zudem hat man Dinosaurierknochen gefunden, die Eiweißfragmente enthalten. Diese sollten nach heutiger Kenntnis deutlich weniger als 1 Million Jahre erhaltungsfähig sein.[18]

Mit Gräbern übersäte Kontinente?
Die meisten Fachleute glauben, dass es seit etwa 2 Millionen Jahren Menschen gibt. Allerdings müsste dann das Bevölkerungswachstum bis in die Neuzeit hinein praktisch bei Null gewesen sein. Verglichen mit heutigen ähnlichen Kulturen ist dieses Szenario völlig unrealistisch. Wenn man schlechte bis katastrophale Lebensbedingungen für den Frühmenschen annimmt, kommt man bei einem geringen jährlichen Bevölkerungswachstum von 0,1% bereits nach 15.000 Jahren auf 8 Millionen Steinzeitmenschen. Die Erdbevölkerung müsste selbst unter ungünstigsten Bedingungen nach spätestens 23.000 Jahren schon etwa gleich groß wie heute geworden sein. Aufgrund ihrer Hinterlassenschaften wissen wir, dass die Lebensverhältnisse (Ernährungssituation und Gesundheitszustand) meistens recht gut waren, sodass man von einem noch schnelleren Bevölkerungswachstum ausgehen müsste. Selbst wenn man von einer minimalen Bevölkerungsdichte von nur drei Einwohnern pro Quadratkilometer ausgeht, ergibt das für einen Zeitraum von 1,5 Millionen Jahren 0,15 Gräber pro Quadratmeter (also alle 2,6 Meter ein Grab). Natürlich wurde nicht für jeden Menschen ein einzelnes Grab ausgehoben. Dennoch müssten die Kontinente geradezu mit Gräbern übersät sein, wenn die Geschichte der Menschheit tatsächlich zwei Millionen Jahre gedauert hätte. Dasselbe gilt in Bezug auf die Steinwerkzeuge der Steinzeitmenschen, da diese die Zeit relativ gut überdauern. Zählt man die gefundenen Werkzeuge und vergleicht sie mit der Anzahl der Personen, die dort gelebt haben müssten, dann sind es viel zu wenige.[19]

Beginn der Geschichtsschreibung
Wirklich verlässliche Nachweise für das Wirken des Menschen auf der Erde werden nicht in der Größenordnung von Millionen, sondern von Tausenden von Jahren datiert. Ungefähr 3000 v. Chr. erfanden Menschen in Mesopotamien die erste Schrift.[20] Auf der sumerischen Königsliste, einer Keilschrift-Tontafel, die um ca. 1800 v. Chr. verfasst wurde, sind (nach einem einleitenden Hinweis auf eine Sintflut) die Herrscher dieser Zeit festgehalten.[21] Der erste Herrscher der ersten Dynastie trägt den Namen "Etana der Hirte" und soll um 2800 v. Chr. regiert haben. Vor ihm stehen nur acht vorsintflutliche Könige, deren Regierungszeiten aber ungewiss sind. Diese Art Einteilung sowie die zeitliche Datierung zeigt deutliche Parallelen zur Genesis der Bibel. Auch die ägyptische Chronologie beginnt erst (sehr grob) im Jahr 3150 v. Chr. mit Pharao Menes[22] und die Chinesische um 2700 v. Chr. mit den mythischen Urkaisern.[23] In allen drei Kulturen wird die Geschichtsschreibung an diesem Punkt mythologisch, die Herrscherfolge wird vergöttlicht und bricht dann abrupt ab. Die Tatsache, dass zuverlässige historische Aufzeichnungen sehr jungen Datums sind und dass der Mensch, so wie er heute aussieht, gemäß dem Fossilbericht plötzlich erschien, stimmt mit der Chronologie der Bibel absolut überein.

Schlussfolgerung
Es ist völlig irrig, immer einfältig anzunehmen, dass der biblische Bericht durch die Wissenschaft diskreditiert wird. Es ist lediglich so, dass viele eifrige Forscher ihre unvollkommene Erkenntnis schon aus Prinzip gegen die Schöpfungs-Theorie ins Feld führen, nur um die Notwendigkeit eines Schöpfers endlich zu beseitigen. Leider sieht es dabei häufig so aus, als sei der Glaube an eine sechstätige Schöpfung ein unendliches Kuriosum. Aber die Theorie einer kurzzeitig erschaffenen Welt ist nicht seltsamer als die derzeit allgemein anerkannte Langzeit-Kosmologie, denn auch in der gibt es zahlreiche Unstimmigkeiten. Beispielsweise wurde die Existenz der so genannten "dunklen Materie" und "dunklen Energie" nie direkt beobachtet, sondern nur postuliert, um einige Probleme des Urknalls zu lösen. Ein "Schummel-Faktor", wie böse Zungen behaupten.

Ich höre immer wieder, dass Leute zwar an einen Schöpfer-Gott glauben, aber nicht an die Dauer von nur sechs Tagen. Bei allem Respekt: Das klingt nach einem faulen Kompromiss. Wenn Gott schon eine solche Schöpfer-Macht zugesprochen wird, warum sollte er dann nicht auch in sechs Tagen dazu fähig gewesen sein?

Ich schließe mit einem Kommentar des britischen Autors Malcolm Muggeridge: "Ungeachtet des Mangels an Beweisen wird bei der Altersbestimmung den Vermutungen freier Lauf gelassen. Der Schöpfungsbericht ist vergleichsweise durchaus sachlich, und man muss zumindest anerkennen, dass er völlig mit unserem Wissen über den Menschen und sein Verhalten übereinstimmt. Die unbegründeten Behauptungen über Millionen von Jahren menschlicher Evolution und die ungezügelten Sprünge von Schädel zu Schädel können bei jemandem, der nicht im Evolutions-Mythos gefangen ist, lediglich den Eindruck purer Phantasie erwecken. Die Nachwelt wird sicher erstaunt und, wie ich hoffe, sehr belustigt sein, dass ein derart schlampiges und nicht überzeugendes Theoretisieren so schnell die Gedankenwelt des 20. Jahrhunderts gefangen nehmen konnte und in weiten Kreisen leichtfertig angewandt wurde."

Und nicht vergessen: Gott war es, der das Universum gemacht hat. Das ist die Hauptsache.

Verwendete Literatur

[1] "Die Entstehung der Realität", Jörg Starkmuth, Arkana-Verlag, 2010, S. 81ff
[2] Vergleiche z.B. Prophet Jesaja Kapitel 40,28 oder 2. Brief des Paulus Kapitel 3,8
[3] "Starlight, Time and the New Physics", Dr. John Hartnett, Creation Book Publishers, Georgia, USA, 2007
[4] "Starlight and Time: Solving the Puzzle of Distant Starlight in a Young Universe", Dr. Russell Humphreys, MasterBooks, 1994
[5] "Attenuation of accelerated decay rates by magnetic Effects", Edward Boudraux, Proceedings of the Cosmology Conference 2003, Ohio State University
[6] "Accelerated Radioactive Decay Rates", Edward Boudraux, Proceedings of the Cosmology Conference 2003, Ohio State University
[7] "Thousand. Not Billions", Don DeYoung, Master Books, 2005, Green Forest, USA
[8] "Radiohalos - Key Evidence for Origin/Age of the Earth", Dr. Charles W. Lucas, 2003, Ohio, USA.
[9] "Radioisotope und das Alter der Erde", L. Vardiman et al., Hänssler, 2004
[10] "The Age of the Earth", G.B. Dalrymple, Stanford University Press, 1991, S. 91
[11] "Excess Argon", Ph.D. Andrew A. Snelling, Institute for Creation Research, 1999
[12] "Polystrate Fossils Require Rapid Deposition", Michael J. Oard und Hank Giesecke, CRSQ 43/4, März 2007, S. 232-240
[13] "Karbonstudien", Joachim Scheven, Hänssler-Verlag, Wort und Wissen
[14] "Trilobiten!", R. Fortey, München, 2002, S. 203
[15] "Fossilisation of Soft Tissue in the Laboratory", Derek E. G. Briggs and Amanda J. Kear, Science 259, 5. März 1993, S. 1439-1442
[16] "Analysis of Soft Tissue from Tyrannosaurus rex", Mary Higby Schweitzer et al., Science 316, 13. April 2007, S. 277-280
[17] "Elastisches Gewebe aus fossilen Dinosaurier-Knochen", H. Binder, Studium Integrale, 10/2005, S. 72-73
[18] "Proteine aus einem fossilen Oberschenkelknochen von Tyrannosaurus Rex", H. Binder, Studium Integrale, 10/2007, S. 78-81
[19] "Wie alt ist die Menschheit?", Michael Brandt, Hänssler-Verlag, 2006
[20] "Aus der Steinzeit in den Weltraum", Anthony Atmore, 1981
[21] Wikipedia.de / Sumerische Königsliste
[22] Wikipedia.de / Frühdynastische Periode (Ägypten)
[23] Wikipedia.de / Urkaiser Chinas


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