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Visionen Daniels II - Das päpstliche Rom
Die prophetischen Bücher "Daniel" und "Offenbarung" äußern sich sehr detailliert über gewisse religiöse und politische Machtstrukturen unserer Zeit. In der bildhaften Sprache der Bibel finden wir die Weltgeschichte vom Fall Babylons bis zur gegenwärtigen Macht des päpstlichen Roms beschrieben.
"Ich, Daniel, sah ein Gesicht in der Nacht, und siehe, die vier Winde unter dem Himmel wühlten das große Meer auf. Und vier große Tiere stiegen herauf aus dem Meer, ein jedes anders als das andere."
Prophet Daniel, Kapitel 7,2-3
In Daniels Vision erschienen also nacheinander vier Tiere, die eine Aufeinanderfolge von vier Weltreichen von der Zeit Daniels bis zum Weltende darstellen. Wir wissen einerseits aus dem Buch Daniel und andererseits aus den Geschichtsbüchern, dass dies folgende Königreiche waren: Babylon, Medo-Persien, Griechenland und Rom.[1] Die vier Reiche werden durch einen Löwen, einen Bären, einen Panther und ein namenloses Ungeheuer symbolisiert. Dieses Ungeheuer, das letzte Reich, vereint die Attribute aller vorhergehenden Reiche und ist dennoch ganz anders:
"...Zuletzt sah ich in der Vision ein viertes Tier. Sein Anblick war grauenerregend, und es strotzte vor Kraft. Was es mit seinen gewaltigen Zähnen aus Eisen nicht zermalmte, das zertrat es mit den Füßen. Von den anderen Tieren unterschied es sich völlig. Es hatte zehn Hörner."
Prophet Daniel, Kapitel 7,7
"Und das Tier, das ich sah, war gleich einem Panther und seine Füße wie Bärenfüße und sein Rachen wie ein Löwenrachen. Und der Drache [der Satan] gab ihm seine Kraft und seinen Thron und große Macht."
Die Offenbarung, Kapitel 13,2
"Das vierte Tier bedeutet ein viertes Reich, das sich von allen früheren unterscheidet. Es wird die andern Völker verschlingen, zermalmen und niedertreten. Die zehn Hörner sind zehn Könige, die aus diesem Reich hervorgehen werden."
Prophet Daniel, Kapitel 7,23+24
Die zehn Nationen
Dem vierten Tier wuchsen also zehn Hörner, die die Zerteilung des Römischen Reiches in zehn Teilreiche darstellen. Tatsächlich traten beim Zerfall (West-)Roms zehn Nationen auf, nämlich die Anfänge des heutigen Europa. Wem es schwer fällt, das mittelalterliche Europa mit Rom zu verbinden, der sollte bedenken, dass der Titel der europäischen Herrscher, nämlich "Kaiser", ursprünglich von "Cäsar" kommt. Die zehn Nationen waren:
1. Die Sachsen, heute die englische Nation
2. Die Franken, heute die französische Nation
3. Die Alemannen, heute die deutsche Nation
4. Die Westgoten, heute die spanische Nation
5. Die Sueben, heute die portugiesische Nation
6. Die Lombarden, heute die italienische Nation
7. Die Burgunder, heute die schweizer Nation
8. Die Heruler, verschwanden 493 n. Chr.
9. Die Vandalen, verschwanden 534 n. Chr.
10. Die Ostgoten, verschwanden 538 n. Chr.
"Als ich die Hörner genau betrachtete, sah ich ein weiteres, kleines Horn zwischen ihnen hervorwachsen. Drei Hörner wurden herausgerissen, um ihm Platz zu machen. Ich bemerkte, dass dieses Horn Menschenaugen besaß und ein Maul, das große Reden schwang."
Prophet Daniel, Kapitel 7,8
Was ist nun dieses kleine Horn? Die Bibel nennt seine Eigenschaften wie folgt:[2]
- Es entsteht innerhalb der zehn Nationen
- Es entsteht nach dem Aufkommen der zehn Nationen
- Es hat größere Macht als die zehn Nationen
- Ein Mensch sitzt an seiner Spitze (Augen wie Menschenaugen!)
- Es reißt drei der zehn Nationen aus
- Es lästert Gott und redet große Dinge
- Es kämpft gegen die Heiligen Gottes
- Es wird Zeit und Gesetz ändern
- Es wird eine tödliche Wunde erleiden, die jedoch heilen wird[3]
- Es herrscht "eine Zeit, zwei Zeiten und eine halbe Zeit"
Ist der Vatikan das kleine Horn?
Wir mögen verschiedene Enzyklopädien und Geschichtsbücher aufschlagen, und wir werden sehen, dass nur eine einzige Macht der Weltgeschichte perfekt mit diesen Eigenschaften des kleinen Horns übereinstimmt: Das Papsttum, auch päpstliches Rom genannt, heute der Vatikanstaat. Das kleine Horn meint vermutlich das System des Papsttums, nicht aber die Menschen in diesem System. So betrachtet hat das vierte Weltreich in Form des päpstlichen Roms bis heute Bestand.
An der Spitze des Papsttums steht immer nur ein Mensch: Der amtierende Papst. Weil er Unfehlbarkeit beansprucht, beeinflussen seine Entscheidungen das Leben von Millionen Menschen rund um den Globus. Genau wie vorhergesagt, sorgte das Papsttum für die Auslöschung von drei der zehn Völker, die die Autorität des Bischofs von Rom in Frage stellten. Es handelte sich um die drei arianischen Völker der Heruler, der Vandalen und der Ostgoten. Danach begann das Papsttum frei zu regieren.
Das kleine Horn tritt nach dem Erscheinen der zehn Nationen auf, also nach 476 n. Chr., als die Aufteilung des Römischen Reiches vollzogen war. Das Papsttum beanspruchte seine politisch-religiöse Vormachtstellung seit der Vernichtung der Ostgoten im Jahr 538 n. Chr., das sind 62 Jahre nach dem Fall des antiken Rom. Durch die religiös-politische Natur seiner Macht ist das Papsttum damals wie auch heute eine eindrucksvollere Erscheinung als alle anderen Mächte auf diesem Planeten. Tatsächlich haben sich die Päpste zu allen Zeiten und bei jedem Auftritt mit majestätischem Pomp umgeben.
Interpretation der "tödlichen Wunde" des vierten Tieres
Das Papsttum herrschte uneingeschränkt vom Jahr 538 bis 1798, also 1260 Jahre lang, dann endet die päpstliche, politische Oberherrschaft. Napoleons General Berthier nahm Pius VI. in der Französischen Revolution gefangen. Der Papst starb im Exil. Manche Ausleger interpretieren die mysteriöse Angabe von "einer Zeit, zwei Zeiten und einer halben Zeit" so, dass "eine Zeit" 360 Jahre meint, also so viele Jahre, wie ein einzelnes Jahr in der Bibel Tage hat. Damit kommt man auf insgesamt 1260 Jahre, wenngleich diese Rechnung etwas umstritten ist. Trotzdem kann man die Wegführung von Pius VI. als die "tödliche Wunde" deuten, die dem Tier zugefügt werden sollte, die aber wieder heilen würde. Nach dem Tod des Papstes schien die katholische Kirche am Ende. Erst im folgenden Winter konnten die Kardinäle unter österreichischem Schutz in Venedig zu einem Konklave zusammentreten, aus dem im März des Jahres 1800 der neue Papst Pius VII. hervorging.[4] Nach dieser "Heilung" würde sich die ganze Welt über das Tier wundern bzw. ihm voll Bewunderung nachlaufen.[5] Wer Gelegenheit hatte, die Beerdigung vom Papst Johannes Paul II. oder eine der Reden des Papstes Benedikt XVI. in den Medien zu verfolgen, sieht darin möglicherweise eine Erfüllung dieser Prophezeiung.
Das schließt natürlich nicht aus, dass diese Prophezeiung in Zukunft noch einmal deutlicher in Erfüllung gehen kann, wenn sich das "kleine Horn" als eine klar definierte Person offenbaren und dann statt 1260 Jahren nur dreieinhalb Jahre ("Zeiten") regieren wird. Es kommt in der Bibel mehrfach vor, dass eine Prophezeiung zunächst zeitnah und viele Jahrtausende später noch einmal in Erfüllung ging.
Blasphemie gegen den Höchsten
"...Er wird den Höchsten lästern und die Heiligen des Höchsten vernichten..."
Prophet Daniel, Kapitel 7,25
Hat das Papsttum Blasphemien gegen den Höchsten ausgestoßen und Gott gelästert? Um diese Frage beantworten zu können, müssen wir in die Bibel schauen, was überhaupt Blasphemie ist:
"Um eines guten Werkes willen steinigen wir dich nicht, sondern um der Gotteslästerung willen, denn du bist ein Mensch und machst dich selbst zu Gott."
Evangelium nach Johannes, Kapitel 10,33
"Wie redet der so? Er lästert Gott! Wer kann Sünden vergeben als Gott allein?"
Evangelium nach Markus, Kapitel 2,7
Blasphemie oder Gotteslästerung bedeutet also nicht nur, dass jemand Gottes Namen missbraucht. Laut der Bibel ist Blasphemie, wenn sich ein Mensch zu Gott macht und erklärt, er habe die Macht, Sünden zu vergeben. Der "Heilige Vater" erklärt, Gottes Vertreter auf Erden zu sein und die Macht zur Vergebung der Sünden zu haben:
"Der Papst ist von so großer Würde und so erhaben, dass er nicht bloßer Mensch ist (...) er ist, als wäre er Gott auf Erden, der einzige Herr der Treuen Christi, Herr der Könige, Inhaber der Fülle der Macht."
Lucius Ferraris, "Papa II", Prompta Bibliotheca, Band VI, Seite 25-29
"Und Gott selbst ist verpflichtet bei dem Urteil seiner Priester zu bleiben und entweder keine Gnade zu gewähren oder sie zu gewähren, gemäß wie sie sich entscheiden Absolution zu geben, vorausgesetzt, der Bußfertige ist ihrer würdig."
Liguori, "Duties and Dignities of the Priest", Seite 27
"Deshalb ist der Papst mit einer dreifachen Krone gekrönt, als König des Himmels und der Erde und der unteren Regionen (Infernorum)."
Lucius Ferraris, "Papa II", Prompta Bibliotheca, Band VI, Seite 26
Im Kampf gegen Gottes Volk
"Und ich sah das Horn kämpfen gegen die Heiligen, und es behielt den Sieg über sie."
Prophet Daniel, Kapitel 7,21
Während seiner Herrschaft im Mittelalter wurden durch das Papsttum mehr Menschen getötet als durch Hitler während des zweiten Weltkrieges. Tatsächlich wurden etwa 50 Millionen Menschen durch das Papsttum umgebracht, die unter anderem seine Autorität verneinten.
"Die Kirche von Rom hat mehr unschuldiges Blut vergossen als jede andere Einrichtung, die jemals unter der Menschheit bestand."
W.E. Lecky, Historiker, "Rise and influence of rationalism in Europe", Band 2, Seite 32
"Er wird sich unterstehen, Festzeiten und Gesetz zu ändern..."
Prophet Daniel, Kapitel 7,25
Das Papsttum hat gewissermaßen das zweite Gebot abgeschafft, das die Verehrung von Bildern verbietet und betet zu Menschen wie Maria oder Petrus, obwohl in der Bibel selbst die Engel ablehnten, angebetet zu werden. Mehr noch, das Papsttum verschob den Ruhetag (Sabbat) vom Samstag auf den Sonntag, und damit wurde Zeit und Gesetz verändert.
"Der Papst hat so große Autorität und Macht, dass er sogar göttliche Gesetze verändern, erklären und auslegen kann."
Lucius Ferraris, "Papa II", Prompta Bibliotheca, Band VI, Seite 25
"...Auch das Tier beteten sie an und riefen: Wo auf der ganzen Welt ist jemand, der sich mit ihm vergleichen kann?..."
Die Offenbarung, Kapitel 13,4
Besonders in den letzten Jahren hat das Papsttum durch die zahlreichen Reisen von Johannes Paul II. in der ganzen Welt eine Menge Prestige zurück gewonnen. Öffentlich predigt das Papsttum Liebe und Toleranz und die grundlegende Gleichheit der Religionen, während die Kernbotschaft der Bibel immer mehr in den Hintergrund rückt. Es wird versucht, die Welt zu retten, während die Seelen der Menschen verloren gehen. Mittlerweile hat Papst Benedikt der XVI. sogar das Vorhandensein einer "echten politischen Weltautorität" für notwendig erklärt[6] - der Weg zu einer neuen Weltordnung. Gottes Wort sagt voraus, dass sich alle Erdenbewohner schon bald entscheiden müssen, wem sie dienen wollen: Gott oder dem Tier.
"Jeder - ob groß oder klein, ob reich oder arm, ob Herr oder Sklave - wurde gezwungen, auf der rechten Hand oder der Stirn ein Zeichen zu tragen. Ohne dieses Zeichen konnte niemand etwas kaufen oder verkaufen. Und dieses Zeichen war nichts anderes als der Name des Tieres, in Buchstaben geschrieben oder in Zahlen ausgedrückt."
Die Offenbarung, Kapitel 13,16-17
Tatsächlich wird dieser Herrscher - ob Papst oder nicht - schon bald allen Menschen sein Kennzeichen aufzudrücken versuchen, also auch dir und mir. Wer diese Kennzeichnung ablehnt, wird große Schwierigkeiten erleben und, wie in der Vergangenheit, vielleicht sogar sein Leben riskieren... Auf der anderen Seite werden alle, die dieses Malzeichen tragen, von Gott als Anbeter des Tieres betrachtet und deshalb ihr ewiges Leben verlieren.
"Niemanden auf der Erde sollt ihr "Vater" nennen, denn nur einer ist euer Vater: Gott im Himmel."
Evangelium nach Matthäus, Kapitel 23,9
Verwendete Literatur
| [1] | Prophet Daniel, Kapitel 8,20-21 |
| [2] | Prophet Daniel, Kapitel 7,8-25 |
| [3] | Die Offenbarung, Kapitel 13,3 |
| [4] | Wikipedia.de / Pius VI. |
| [5] | Die Offenbarung, Kapitel 13,4 |
| [6] | Enzyklika "Caritas in Veritate", Kapitel 5 bzw. Absatz 67 |
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